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Medizin

05. März 2020 Nierenzell- und Magenkarzinom: Immuntherapie heute und morgen

Immuntherapien mit Checkpoint-Inhibitoren (CPI) sind beim metastasierten Nierenzellkarzinom (mRCC) bereits klinische Realität. Bei fortgeschrittenen gastrointestinalen (GI) Tumoren gibt es noch keine entsprechenden Zulassungen, aber ermutigende Daten. Auf einem Symposium im Rahmen des Deutschen Krebskongresses (DKK) in Berlin erläuterten Experten den jeweiligen Stand und damit einhergehende Herausforderungen.
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Fortgeschrittenes Nierenzellkarzinom

Wie Prof. Gunhild von Amsberg, Hamburg, berichtete, sind in der Erstlinientherapie des mRCC 3 immunonkologische Kombinationstherapien auf der Basis von positiven Studien im Vergleich mit Sunitinib zugelassen. Sie hob hervor, dass die reine CPI/CPI-Kombination aus Nivolumab und Ipilimumab in der CheckMate-214-Studie bei jedem zehnten Patienten mit intermediärem oder ungünstigem Risiko zu einer Komplettremission führte (1). Eine Ansprechrate (ORR) von fast 60%, die im Gesamtkollektiv der KEYNOTE-426-Studie mit Pembrolizumab + Axitinib erreicht wurde, bezeichnete sie als „extrem gut“ und in dieser Höhe beim mRCC neu. „Bei 9 von 10 Patienten erreichen Sie durch diese Behandlung eine Krankheitskontrolle“, betonte die Expertin (2). Unter Avelumab + Axitinib betrug die ORR 51% (3). Die EAU-Guideline empfiehlt den Einsatz von Pembrolizumab + Axitinib für alle 3 Risikogruppen (4). Kriterien für die Therapieauswahl seien derzeit „die meistdiskutierte Frage“, so Amsberg weiter. Wenn eine schnelle Tumorkontrolle erreicht werden soll, biete sich eine Kombination aus CPI und Tyrosinkinaseinhibitor an.

Gastrointestinale Tumoren

Während es beim RCC keine validierten Biomarker gibt, zeichnet sich bei einigen GI-Tumoren ab, dass die Mikrosatelliteninstabilität (MSI) prädiktiv für die Therapie mit CPI sein kann. Bei Nicht-MSI-Tumoren des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs gebe es Hinweise, dass die Wirksamkeit von CPI mit dem PD-L1-Expressionsstatus assoziiert ist, so Prof. Ralf-Dieter Hofheinz, Mannheim. Dies zeigte sich in der KEYNOTE-062-Studie, wo die Subgruppe der Patienten mit einem kombinierten Positivscore (CPS) ≥10 im Tumor unter einer Erstlinientherapie mit Pembrolizumab ein signifikant besseres Gesamtüberleben im Vergleich zu einer Chemotherapie erreichte (17,4 vs. 10,8 Monate; HR=0,69) (5). Basierend auf positiven Daten mit Pembrolizumab beim metastasierten Analkarzinom empfahl Hofheinz, einen Antrag bei den Krankenkassen zu stellen (6).

Anne Krampe-Scheidler

Quelle: Symposium „Immunonkologische Therapien heute und in der Zukunft: Nierenzellkarzinom und gastrointestinale Tumoren“, 20.02.2020, Berlin; MSD

Literatur:

(1) Motzer RJ et al., Lancet Oncol. 2019; 20(10): 1370-1385.
(2) Rini BI et al., N Engl J Med. 2019; 380(12): 1116-1127.
(3) Motzer RJ et al., N Engl J Med. 2019; 380(12): 1103-1115.
(4) Ljungberg B et al., Eur Urol. 2019; 75(5): 799-810.
(5) Tabernero J et al., ASCO 2019; abstr. LBA4007.
(6) Marabelle A et al., J Clin Oncol. 2020; 38(1): 1-10.


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