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Medizin

04. Juli 2017 Niedriges Langzeit-Rezidivrisiko von Genexpressionstest identifiziert Patientinnen mit geringem Metastasierungsrisiko

Neue Daten zu retrospektiven Analysen (1) über einen Zeitraum von 20 Jahren aus der prospektiven, randomisierten Stockholm Tamoxifen-Studie hat das im Ergebnis mit dem MammaPrint® Test festgestellte niedrige Langzeit-Rezidivrisiko (in der Studie als „indolenter“ Grenzwert bezeichnet) nachgewiesen. Eine Untergruppe von Patientinnen mit einem äußerst geringen Metastasierungsrisiko kann 20 Jahre nach Diagnose ermittelt werden. Bei diesen Patientinnen, von denen die meisten nur eine zweijährige Hormontherapie erhalten haben, wurde eine brustkrebsspezifische Überlebensrate von 97% festgestellt.
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Im Rahmen der 2016 durchgeführten MINDACT-Studie wurde mit dem höchsten klinischen Evidenzgrad nachgewiesen, dass der MammaPrint® 70-Gen Brustkrebstest das Fernmetastasierungsrisiko bei Brustkrebspatientinnen ermitteln kann und binäre Ergebnisse (hohes oder niedriges Risiko) als Entscheidungshilfe für den Einsatz von Chemotherapie liefert (2). Aktuell, auf Basis des im Ergebnis festgestellten niedrigen Langzeit-Rezidivrisikos (nach 20 Jahren), ist MammaPrint® die einzige genomische Signatur zur Erkennung von Patientinnen mit indolenten Brustkrebstumoren, die ein äußerst niedriges Metastasierungsrisiko haben. Diese Informationen sind hilfreich für Ärzte bei ihrer Entscheidung, ob eine verlängerte, standardmäßige oder limitierte endokrine Therapie bei einigen Patientinnen empfohlen werden sollte.

Dr. William Audeh, Chief Medical Officer bei Agendia, sagt: „Durch die Verwendung von MammaPrint® zur Ermittlung einer Teilgruppe von Brustkrebspatientinnen, die nach einem chirurgischen Eingriff durch eine eingeschränkte endokrine Therapie eine extrem hohe brustkrebsspezifische Überlebensrate nach 20 Jahren haben, können wir Ärzten und deren Patientinnen weitere Optionen zur besseren Behandlung dieser Krankheit bieten.“

„Bei einigen Frauen kann eine endokrine Therapie schwieriger als eine Chemotherapie sein und fast 50% der Patientinnen beenden die Therapie vorzeitig (3). Daher gilt es, die Frauen ausfindig zu machen, die sehr gut mit einer eingeschränkten Therapie oder ohne Therapie zurechtkommen. Aus klinischer Sicht ist das im Ergebnis festgestellte niedrige Langzeit-Rezidivrisiko (nach 20 Jahren) von MammaPrint® von unschätzbarem Wert, da diese Patientinnen anhand anderer Methoden, wie den klinisch-pathologischen Standardfaktoren oder der molekularen Subtypisierung, nicht klar identifiziert werden können“, sagt Dr. Audeh.

Die Stockholm Tamoxifen-Studie war eine prospektive, randomisierte Studie, die von 1976 bis 1990 von der Stockholm Breast Cancer Study Group durchgeführt wurde. Bei dieser Studie, an der 1.780 Patientinnen teilnahmen, wurde zwei Jahre lang eine Tamoxifen-Therapie mit einer systemischen Therapie verglichen. Patientinnen, die nach zweijähriger Einnahme von Tamoxifen keinen Rückfall hatten und einer weiteren Teilnahme erneut zustimmten, wurden für eine dreijährige Tamoxifen-Weiterbehandlung oder keine Weiterbehandlung randomisiert. Nur 35% aller Patientinnen erhielten eine vollständige fünfjährige Behandlung.

Für diese retrospektive Studie wurden Proben von 652 Patientinnen analysiert, von denen 58% (377) als Niedrigrisiko-Patientinnen klassifiziert wurden. Davon hatten 26% (98 Patientinnen) nachweislich ein niedriges Langzeit-Rezidivrisiko (nach 20 Jahren), was auf ein hervorragendes Überlebensprofil nach 20 Jahren schließen lässt.

Patientinnen, die für die Hormontherapie und dem im Ergebnis festgestellten niedrigen Langzeit-Rezidivrisiko randomisiert wurden, hatten nach der Diagnose eine beachtliche brustkrebsspezifische Überlebensrate von 97% nach 20 Jahren. 65% der mit der Tamoxifen-Therapie behandelten Patientinnen erhielt die Therapie nur für zwei Jahre. Patientinnen, die nach einem chirurgischen Eingriff keine endokrine Therapie erhielten, wiesen ebenfalls eine beeindruckende brustkrebsspezifische Überlebensrate von 94% nach 20 Jahren auf.

Quelle: Agendia

Literatur:

(1) Esserman L., et al. JAMA Oncology. doi:10.1001/jamaoncol.2017.1261. Online veröffentlicht am 29. Juni 2017.
(2) Cardoso F, van’t Veer LJ, Bogaerts J et al. 70-Gene Signature as an Aid to Treatment Decisions in Early-Stage Breast Cancer (70-Gene Signatur zur Unterstützung von Behandlungsentscheidungen bei frühem Brustkrebs). N Engl J Med 2016; 375: 717-29.
(3) Chlebowski et al., Adherence to Endocrine Therapy in Breast Cancer Adjuvant and Prevention Settings. Cancer Prev Res. 2014;  7:378-387.


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