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Medizin

29. Mai 2015 Nichtrauchen verbessert die Heilung bei Krebs

Operationswunden heilen bei Raucherinnen langsamer und entzünden sich häufiger als bei Nichtraucherinnen; Bestrahlungen haben schwerere Nebenwirkungen; manche Krebsmedikamente wirken schlechter und müssen höher dosiert werden als bei Nichtraucherinnen, bei anderen sind die Nebenwirkungen stärker und belastender. Das stellt die langfristige Durchführung einer Krebstherapie mit Arzneimitteln in vielen Fällen in Frage. Raucherinnen leiden während und nach der Krebsbehandlung auch stärker unter Schmerzen und benötigen mehr und stärkere Schmerzmittel. "Frauen, die rauchen oder bis kurz vor ihrer Erkrankung geraucht haben, haben sehr viel schlechtere Chancen, eine Krebskrankheit zu überstehen und wieder gesund zu werden", erläutert Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai 2015.

Der Frauenarzt hat allerdings auch eine gute Nachricht: "Der Körper kann sich innerhalb von wenigen Wochen und Monaten von vielen schädlichen Auswirkungen des Rauchens gut erholen. Die Sauerstoffaufnahme wird besser, Stoffwechsel und Kreislauf erholen sich, die Herzleistung wird besser. Der allgemeine Gesundheitszustand verbessert sich sicht- und spürbar. Wenn dann ein Krebs auftritt, dann hat die Frau dieselben Heilungschancen wie eine Nichtraucherin."

Einige der Schäden, die das Rauchen bei Krebskrankheiten anrichten kann, sind schon länger bekannt; andere wurden erst vor kurzem in großen Studien entdeckt. Hier eine kurze Zusammenfassung:

Rauchen erhöht das Risiko, dass eine HPV-Infektion am Gebärmutterhals über längere Zeit nicht ausheilt, und es erhöht das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.
Nach wenigen Jahren des Nichtrauchens sinkt das erhöhte Risiko für Gebärmutterhalskrebs wieder ab. Die Rückfallgefahr bei Krebserkrankungen ist bei Raucherinnen deutlich erhöht. Für Lungen-, Brust-, Blasen-, Darm- und Gebärmutterhalskrebs ist dieser Zusammenhang nachgewiesen. Man nimmt an, dass die Rückfallgefahr vor allem dann steigt, wenn nach einer Behandlung noch restliche Krebszellen im Körper übriggeblieben sind. Diesen verbliebenen Krebszellen kann der Körper weniger Widerstand entgegensetzen, wenn die Frau weiter raucht.

Das Brustkrebs-Risiko steigt vor allem dann an, wenn während oder nach der ersten Schwangerschaft noch weitergeraucht wurde. Das könnte daran liegen, dass sich während der Schwangerschaft die Milchdrüsen der Brust ausbilden. Wird in dieser Zeit geraucht, so werden diese Zellen praktisch bereits im Moment ihrer Entstehung geschädigt.
Wenn das Rauchen 4 Wochen  vor einer Operation eingestellt wird, dann halbiert sich die Zahl der Wundheilungsstörungen, wie das Institut für Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) festgestellt hat. Dies gilt vor allem für Krebsoperationen.

Nichtrauchen erhöht die Wirksamkeit vieler Krebsmedikamente und der Bestrahlung.
Doch auch dann, wenn eine Frau es vor dem Beginn einer Krebsbehandlung nicht geschafft hat, von der Zigarette wegzukommen, ist gerade die anstrengende Zeit der Therapie ein guter Moment, um zur Nichtraucherin zu werden. Dr. Albring fasst zusammen: "Die krebskranken Frauen, die nicht rauchen, sind weniger müde, weniger erschöpft, ihnen ist weniger übel, sie sind besser körperlich belastbar und erholen sich schneller, selbst dann, wenn sie erst kurz vor oder während der Therapie mit dem Rauchen aufhören."

Quelle: BVF


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