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Medizin

16. Oktober 2019 Nicht metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom: Der Angst vor Metastasen therapeutisch begegnen

Das nicht metastasierte kastrationsresistente Prostatakarzinom (nmCRPC) führte bislang ein Schattendasein unter den verschiedenen Entitäten des PC. Auf einem von Bayer unterstützten Symposium während des DGU-Kongresses in Hamburg schilderten Experten die Problematik des nmCRPC und stellten Daten zu einem der neueren Androgenrezeptor-Antagonisten (ARA), nämlich Darolutamid vor, welches sich in dieser Indikation im Zulassungsverfahren befindet.
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Männer mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom und schnellem PSA-Anstieg fürchten das Auftreten von Metastasen, berichtete PD Dr. med. Frank König, Berlin, aus seiner klinischen Erfahrung. „Die Diagnose von Metastasen bedeutet Krankheitsprogress und setzt damit Ängste frei.“ Es wird befürchtet, dass dann eine Chemotherapie notwendig wird, die Schmerzen zunehmen und man dem Tode deutlich näher gerückt ist. Eine sensitivere Wahrnehmung – und neue Therapiemöglichkeiten – haben, so König, zurecht die Aufmerksamkeit auf diese Subgruppe des PC gelenkt.

22 Monate Zeit für den Patienten gewinnen

Prof. Dr. med. Peter Hammerer, Braunschweig, umriss das besondere Risiko der betroffenen Patienten mit einem nmCRPC, die aber aufgrund einer kurzen PSA-Verdoppelungszeit (PSADT – PSA Doubling Time) von maximal 10 Monaten ein hohes Risiko haben. Dabei ist in dieser Patientengruppe nach zwei Jahren jede Fünfte verstorben und rund 46% sind metastasiert (1). Da bislang für diese Klientel keine spezifische Therapieoption vorhanden war, litten sie unter einer starken psychologischen Belastung. Daher sei es zu begrüßen, dass mit der Substanzklasse der ARA das Metastasierungsrisiko erheblich gesenkt werden kann. Dafür wurde ein neuer Endpunkt generiert, nämlich das Metastasenfreie Überleben (MFS), der auch in der ARAMIS-Studie primärer Zielparameter war.

Die ARAMIS-Studie, berichtet Hammerer, ist eine randomisierte, doppelblind und multizentrisch durchgeführte, placebokontrollierte Phase-III-Studie an Patienten mit nmCRPC, die eine PSADT von maximal 10 Monaten aufwiesen. Getestet wurde darin das oral einzunehmenden Darolutamid plus ADT* versus Placebo plus ADT. Das mediane MFS betrug im Studienarm mit Darolutamid 40,4 Monate versus 18,4 Monate im Placebo-Arm. Die Wahrscheinlichkeit für Tod oder Metastasierung wurde damit um 59 % verringert, betont der Urologe (p<0,001) Durch die Behandlung verursachte unerwünschte Ereignisse traten im Darolutamid-Arm ähnlich häufig auf wie beim Placebo-Kollektiv (2).

Die Ergebnisse der PRO (Patient Reported Outcomes), ein Score, der umfassend die Lebensqualität misst, blieb unter Darolutamid konstant und konnte sogar einen positiven Trend gegenüber dem Placebo-Arm erreichen. „Dies ist wichtig“, weiß Hammerer, „weil die Patienten in dieser Phase meist noch symptomfrei sind und durch eine Medikation keine Verschlechterung ihrer Lebenssituation hinnehmen möchten.“ "Damit können wir nun", fasste Hammerer zusammen, "diesen Patienten einen Aufschub der Metastasierung um median nahezu 2 Jahre bieten bei keinen nennenswerten zusätzlichen Nebenwirkungen."

*ADT – Androgendeprivationstherapie

Reimund Freye

Quelle: Satellitensymposium: Die Klaviatur des PCa, im Rahmen des 71. Kongresses der DGU (Deutschen Gesellschaft für Urologie), Hamburg, 19. Sept. 2019; Veranstalter: Bayer

Literatur:

(1) Smith MR et al., Lancet 2012; 379: 39-46
(2) Fizazi K et al., N Engl J Med 2019; 380: 1235-46


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