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Medizin

14. Juni 2017 NHL: Unterschiedliche Erkrankungen – unterschiedliche Therapieregime

Unter der Bezeichnung Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) werden laut Prof. Dr. Martin Dreyling, München, verschiedenste Tumore zusammengefasst. Von besonderer Bedeutung sind zum einen das follikuläre Lymphom und zum anderen das diffus großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL). Beide Krankheitsformen erfordern unterschiedliche Therapiekonzepte, berichtete Dreyling beim Internistenkongress in Mannheim.
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Beim follikulären Lymphom handelt es sich um eine niedrig maligne Erkrankung, die zunächst kaum Beschwerden verursacht. „Bei rund 85% der Patienten wird die Erkrankung daher erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert“, so Dreyling. Formal liegt damit nach seiner Darstellung ein nicht mehr kurativer, sondern ein palliativer Therapieansatz vor, allerdings mit Überlebenszeiten von 15 bis 20 Jahren. Infolge des meist höheren Lebensalters bei der Diagnosestellung ist somit quasi von einer chronischen Erkrankung auszugehen.

Die therapeutischen Möglichkeiten sind vielfältig, es ist nach Dreyling „die Kunst des Arztes, für den individuellen Patienten das jeweils beste Konzept zu wählen“. Die Palette reicht von einer initialen Watch-and-Wait-Strategie bis hin zur üblichen Standardtherapie mittels R-CHOP oder Bendamustin plus Rituximab. Welches Regime gewählt wird, hängt nicht zuletzt von den individuellen Bedürfnissen des Patienten ab: „Es macht einen Unterschied, ob es sich um einen eher älteren Patienten handelt, der durch die Behandlung nicht zusätzlich belastet werden will, oder um einen jungen Patienten, der vielleicht eben erst ein Start-up-Unternehmen gegründet hat und daher voll leistungsfähig bleiben will“. In jedem Fall gehört der Antikörper Rituximab laut Dreyling mit ins Therapieregime, da durch ihn das krankheitsfreie Überleben von zwei auf etwa neun Jahre verlängert werden konnte.  Das Ansprechen auf die Therapie lässt sich mittels des m7-FLIPI, bei dem sieben Gene erfasst werden, abschätzen.

Auch beim DLBCL, einem aggressiv wachsenden Tumor, besteht eine Option im R-CHOP-Regime, mit dem sogar Heilungserfolge zu erwirken sind. Für Erkrankungen, die nicht so gut ansprechen, wird zudem intensiv an der Entwicklung von Therapiealternativen gearbeitet. Als vielversprechende Optionen nannte Dreyling in Mannheim die Wirkstoffe Ibrutinib und Lenalidomid und auch eine Immuntherapie.

Christine Vetter

Quelle: Symposium „Lymphome“ beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin am 30. April 2017 in Mannheim, Veranstalter: Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V. (KML)


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