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Medizin

14. November 2018 Neuroendokrine Tumoren: Radionuklidtherapie wird in erster Linie getestet

Auf einer Poster-Präsentation während des Kongresses der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) in München wurde von ITM die COMPETE-Studie vorgestellt. Diese Phase-III-Studie testet bei der Behandlung des metastasierten gastroentero-pankreatischen Neuroendokrinen Tumors (GEP-NET) die Peptid-Rezeptor-Radionuklid-Therapie (PRRT) gegen den Firstline-Standard Everolimus 10 mg täglich (1). Fragestellung dieser noch rekrutierenden Untersuchung ist: ob sich die guten Ergebnisse der Phase-II-Studie für diese Therapieoption bestätigen lassen.
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Bei Tumorentitäten wie den neuroendokrinen Tumoren (NET) können die überexprimierten Somatostatinrezeptoren ein Ziel sowohl bei der Diagnostik, als auch der Therapie sein. Bei einer Therapie mit PRRT wird ein Ligand eingesetzt, in welchem ein Peptid als Tracer dient, das an dem Somatostatinrezeptor bindet. Damit verbunden ist ein radioaktives Nuklid, in diesem Fall Lutetium-177. Das Radionuklid Lu-177 sendet zweierlei Strahlung aus, und zwar die therapeutisch wirksame Beta-Strahlung und außerdem eine Gamma-Strahlung, die außerhalb des Körpers zur Therapiekontrolle gemessen werden kann.
 
Die therapeutischen Betastrahlen von Lu-177 haben eine sehr geringe Reichweite von wenigen Millimetern, sodass lediglich die Somatostatinrezeptor überexprimierende Tumorzelle adressiert wird.

PRRT besonders wirksam bei GEP-NET

In der bereits ausgewerteten Phase-II-Studie mit der PRRT, welche Lu-177 verwendet, wurden 56 Probanden mit progredienten und bereits metastasierten NET inkludiert, bei denen der Primärtumor bei 50% gastroenteral und bei 26,8% pankreatisch lokalisiert war (der Rest: andere Lokalisationen). Sie bekamen im Mittel 2,1 Zyklen der PRRT, im einem Spektrum von 1 bis zu 4 Zyklen. Bei Auswertung der Gesamtpopulation ergab sich ein medianes Progressionsfreies Überleben (PFS) von 17,4 Monaten sowie ein medianes Gesamtüberleben (OS) von 34,2 Monaten (2).
 
In dieser Untersuchung aber zeigte sich bereits eine deutliche Dosis-Wirkungs-Relation. Die Patienten, welche mehr als einen Zyklus PRRT erhielten, erreichten ein PFS von 32 Monaten – unabhängig von dem Ort des Primärtumors; besonders wirksam war diese Therapieoption jedoch bei den GEP-NET, wo das PFS 34,5 Monate betrug. Bei dieser Subgruppe lag das Gesamtansprechen (ORR) mit 54,2% ebenfalls besonders hoch. Eine Komplettremission erlebten 25% der GEP-NET-Patienten.
 
Diese Therapie zeigte sich, so die Autoren, im allgemeinen als sehr gut verträglich. Nur ein Fall von einer Grad 3 Myelotoxizität wurde beobachtet. Und obwohl ein Fünftel der Probanden zu Beginn der Untersuchung eine milde renale Insuffizienz hatten, wurde keine Exazerbation derselben gesehen oder eine neu auftretende Verschlechterung der Nierenfunktion (2).

In der auf dem ESMO 2018 vorgestellten Phase-III-Studie COMPETE sollen aufgrund dieser Erfahrungen 300 GEP-NET Patienten im Verhältnis 2:1 entweder die PRRT mit Lu-177 oder Everolimus als Komparator in der ersten Behandlungslinie erhalten. Dabei werden von der PRRT 4 Zyklen angestrebt, die alle 3 Monate appliziert werden. Die gesamte Beobachtungsdauer beträgt 24 Monate. Der GEP-NET muss gemäß Einschlusskriterien inoperabel, progredient und Somatostatin-Rezeptor-positiv sein. Das Poster wurde von Prof. Dr. Marianne Pavel, Universitätsklinikum Erlangen, vorgestellt.

Reimund Freye

Quelle: Poster-Präsentation „COMPETE Trial – Peptide Receptor Radionuclide Therapy (PRRT) with 177Lu-Edotreotide vs. Everolimus in progressive GEP-NET", ESMO, 21.10.2018, München; Veranstalter: ITM

Literatur:

(1) ESMO 2018; Poster No. 1335TiP
(2) Baum RP et al. Theranostics 2016;6(4):501-10.


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