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Medizin

29. April 2019 Neue immunologische Konzepte gegen Krebs

Rund 80 Krebsforschende aus ganz Deutschland kamen zum 3. Kiel Oncology Network-Symposium ins Kieler Wissenschaftszentrum. Thema der diesjährigen Veranstaltung war die Tumorimmunologie und damit verbundene Chancen und Herausforderungen für künftige Immuntherapien.
Im Kern dieses Teilgebiets der Onkologie steht die Erforschung immunologischer Vorgänge, die an der Abwehr von Krebszellen beteiligt sind. Daraus resultierende Therapieansätze zielen darauf ab, bestimmte Immunantworten auszulösen und so den Tod von Tumorzellen zu bewirken oder das Tumorwachstum zu hemmen. Das Kiel Oncology Network (KON), ein Zusammenschluss von Onkologen im Rahmen des Forschungsschwerpunkts Kiel Life Science (KLS) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), bildet im Rahmen der Tagung die Aktivitäten und Schwerpunkte der Kieler Krebsforschung in diesem Themenfeld umfassend ab. Im Mittelpunkt stehen dabei die 3 Hauptaspekte Diagnostik, Therapiekonzepte und die vielfältigen Strategien, mit denen Tumoren Immunreaktionen umgehen können. In diesem Forum berichten die Wissenschaftler in gut 20 Vorträgen über ihre aktuellen Forschungsarbeiten.

Vielversprechende Ansätze für künftige Behandlungsformen

Organisatorin des Symposiums ist Prof. Dr. Susanne Sebens vom Institut für Experimentelle Tumorforschung an der Medizinischen Fakultät der CAU und dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), die gemeinsam mit ihren Kollegen das Kieler Krebsforschungsnetzwerk KON vorantreibt. „In der Tumorimmunologie gab es in den vergangenen Jahren einen immensen Wissensgewinn, der die Behandlung vieler Krebsarten bereits verbessert hat“, betont Sebens. „Aber auch für solche Krebserkrankungen, die heute noch nicht zufriedenstellend behandelt werden können, erhoffen wir uns durch unsere Forschung in Zukunft entscheidende therapeutische Fortschritte“, so Sebens weiter.

Ein Beispiel für das große Potenzial der Tumor-immunologischen Forschung liegt in der weiteren Verbesserung der Antikörpertherapie. Dabei entwickeln Krebsforschende bestimmte Antikörper, mit denen sich zellabtötende Substanzen gezielt in Tumorzellen einbringen lassen, um diese zu bekämpfen. Auch die Erforschung bestimmter Viren, die gezielt Krebszellen angreifen und abtöten können, eröffnet vielversprechende Möglichkeiten der Kombination mit Immuntherapie-Ansätzen. „Solche onkolytischen Viren besitzen die Fähigkeit, selektiv Tumorzellen zu infizieren und sie dabei so zu zerstören, dass daraufhin eine gegen den Tumor gerichtete Immunantwort erzeugt wird“, betont Prof. Dr. Volker Schirrmacher vom Immun-Onkologischen Zentrum Köln (IOZK), der als einer der Plenar-Redner zentral zum Symposium beiträgt. „Solche Besonderheiten nutzen wir in Köln zur individuellen Krebs-Immuntherapie. Diese zeichnet sich durch nur geringfügige Nebenwirkungen aus“, so Schirrmacher weiter.

Von der Forschung in den Behandlungsalltag

Ein weiterer Aspekt des Symposiums und auch der Kieler Krebsforschung insgesamt ist eine starke translationale Orientierung: Das KON hat nicht nur die Förderung des wissenschaftlichen Austausches und der intensiven Zusammenarbeit von onkologisch tätigen Grundlagen- und klinisch ausgerichteten Forschenden zum Ziel. Darüber hinaus bietet es umfangreiche Aus- und Weiterbildungsprogramme für Ärzte an. Dazu arbeiten die Wissenschaftler des Kieler Forschungsnetzwerkes u.a. mit der schleswig-holsteinischen Ärztekammer zusammen, die ihren Mitgliedern die KON-Veranstaltungsreihen zur Fortbildung empfiehlt. Nur im engen Austausch von Forschung, Klinik und niedergelassenen Ärzten, so hoffen Sebens und ihre Kollegen, werden so künftig verbesserte Behandlungsmöglichkeiten im Kampf gegen verschiedene Krebserkrankungen entstehen.

Quelle: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel


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