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Medizin

10. September 2019 Neue Analysen zu Larotrectinib zeigen hohe Ansprechraten bei Patienten mit Schilddrüsen- und Lungenkarzinomen mit NTRK-Genfusion

Bei Kindern und Erwachsenen mit metastasierten oder lokal fortgeschrittenen Schilddrüsenkarzinomen, die eine NTRK-Genfusion aufwiesen, erzielte Larotrectinib nach Prüfarzt-Beurteilung eine Gesamtansprechrate von 79%. In einer anderen Analyse weiterer Nachbeobachtungsdaten zeigte Larotrectinib bei Patienten mit metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen, die eine NTRK-Genfusion aufwiesen, nach Prüfarzt-Beurteilung eine Gesamtansprechrate von 75%. In beiden Datensätzen wurde die mediane Ansprechdauer nicht erreicht.
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Zwei neue Analysen zu Patienten mit TRK-Fusionstumoren bei den Tumorarten Schilddrüsen- und Lungenkarzinom zeigen, dass Larotrectinib bei Kindern und Erwachsenen mit metastasierten oder lokal fortgeschrittenen Schilddrüsenkarzinomen sowie bei Jugendlichen und Erwachsenen mit nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen (NSCLC), deren Tumoren eine Neurotrophe Tyrosin-Rezeptor-Kinase (NTRK)-Genfusion aufweisen, mit hohem und dauerhaftem Ansprechen verbunden ist. Die beiden getrennten Analysen wurden auf der 42. Jahrestagung der European Thyroid Association (ETA) bzw. der World Conference on Lung Cancer (WCLC) 2019 vorgestellt.

Bei Patienten mit Schilddrüsenkarzinom und NTRK-Genfusion erzielte Larotrectinib der Beurteilung durch die Prüfärzte zufolge eine Gesamtansprechrate (Overall Response Rate, ORR) von 79% (n=24 auswertbare Patienten), darunter wiesen zwei Patienten ein vollständiges Ansprechen und 17 Patienten ein teilweises Ansprechen auf (gemäß RECIST V1.1). Zeitpunkt der Datenerhebung war der 19. Februar 2019. Die mediane Ansprechdauer (Duration of Response, DOR) war nach einer Nachbeobachtungsdauer von 7,5 Monaten nicht erreicht (DoR zwischen 1,9+ und 38,2+ Monaten, wobei das Ansprechen weiter anhielt). Larotrectinib zeigte ein konsistent gutes Sicherheitsprofil, das mit früheren Ergebnissen im Einklang stand. Die Mehrzahl der unerwünschten Ereignisse (UE) waren von Grad 1 oder 2.

Eine aktualisierte Analyse zu Erwachsenen und Jugendlichen mit NSCLC (n=12) und NTRK-Genfusion – auch Patienten mit Hirnmetastasen waren eingeschlossen – zeigte am neuen Datenstichtag (19. Februar 2019) eine ORR von 75%, darunter wies ein Patient ein vollständiges Ansprechen und acht Patienten ein teilweises Ansprechen auf. Die DOR war nach einer medianen Nachbeobachtungsdauer von 12,8 Monaten nicht erreicht (DoR zwischen 3,9+ und 25,9+ Monaten, wobei das Ansprechen weiter anhielt). Unerwünschte Ereignisse waren überwiegend vom Grad 1 oder 2.

„Diese Daten zu Patienten mit Schilddrüsenkarzinom und solchen mit NSCLC ergänzen die bestehenden Daten, die eine positive Wirkung von Larotrectinib bei Patienten mit allen Arten von soliden Tumoren mit NTRK-Genfusion zeigen“, so Dr. Franz Boehme, Leiter Medizin Onkologie und Hämatologie bei Bayer Vital. „Das hohe und dauerhafte Ansprechen auf Larotrectinib, das in diesen Patientenpopulationen beobachtet wurde, steht im Einklang mit den Ergebnissen bei Patienten mit anderen Tumorarten. Es unterstreicht einmal mehr die Wirksamkeit des Arzneimittels bei verschiedensten Tumorarten mit einer NTRK-Genfusion, und zwar unabhängig vom Alter des Patienten und Lokalisation des Tumors im Körper.“

Larotrectinib ist ein neuartiger oral einzunehmender TRK-Inhibitor. Der TRK-Inhibitor wurde gezielt für die Behandlung von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern mit soliden Tumoren entwickelt, die eine NTRK-Genfusion aufweisen, unabhängig von der Tumorart.(1) Die Wirksamkeit von Larotrectinib ist auch bei Primärtumoren des Zentralnervensystems (ZNS) und bei Hirnmetastasen erwiesen (2,3).

„Diese neuen Analysen unterstreichen unsere kontinuierlichen Bemühungen, möglichst viel über die Wirkung von Larotrectinib bei Patienten mit TRK-Fusionstumoren zu verstehen“, erklärt Dr. Scott Fields, Senior Vice President und Leiter der Entwicklung im Bereich Onkologie in der Pharmaceuticals Division bei Bayer. „Larotrectinib verfügt unter allen TRK-Inhibitoren über die umfangreichste Datengrundlage mit der längsten Nachbeobachtungsdauer aus klinischen Studien und erzielte eine beispiellose Ansprechdauer, deren Medianwert immer noch nicht erreicht wurde. In Verbindung mit den einheitlich hohen Ansprechraten und dem konsistent guten Sicherheitsprofil bedeutet dies, dass Larotrectinib potentiell in der Lage ist, das Behandlungsparadigma bei Patienten mit NTRK-Genfusionen zu verschieben.“

Larotrectinib wurde im November 2018 in den USA unter dem Markennamen Vitrakvi® zugelassen und ist darüber hinaus auch in Brasilien und Kanada zugelassen. Bayer hat bei der europäischen Arzneimittelagentur (EMA) einen Zulassungsantrag eingereicht. Im Juli 2019 hat der Ausschuss für Humanarzneimittel (Committee for Medicinal Products for Human Use, CHMP) die Zulassung von Larotrectinib in der Europäischen Union empfohlen. Die endgültige Entscheidung der Europäischen Kommission wird in Kürze erwartet. Weitere Zulassungsanträge in anderen Regionen laufen.

Quelle: Bayer

Literatur:

(1) Vitrakvi® (Larotrectinib) capsules and solution for oral use [Prescribing Information]. Stamford, CT, USA: Loxo Oncology Inc.; November 2018.
(2) Schram AM, et al. Genomic heterogeneity underlies mixed response to tropomyosin receptor kinase inhibition in recurrent glioma. JCO Precision Oncol. 2018:2,1-6
(3) Ziegler DS, et al. Brief Report: Potent clinical and radiological response to larotrectinib in TRK fusion-driven high-grade glioma. Br J Cancer. 2018;119(6):693-696.
 


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