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Medizin
28. September 2016

Nachwuchsforschungspreis zum hepatozellulären Karzinom

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) e.V. hat zum dritten Mal den mit 10.000 Euro dotierten DGVS-Nachwuchsforschungspreis Leberkrebs vergeben. Die Auszeichnung wird für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der klinischen oder experimentellen Forschung im Bereich des hepatozellulären Karzinoms (HCC) vergeben.
In diesem Jahr erhielt Jun. Prof. Dr. Jens Marquardt, Leiter Lichtenberg Forschungsgruppe "Molekulare Hepatokarzinogenese" der Universitätsmedizin Mainz, den Preis im Rahmen der 71. Jahrestagung der DGVS für seine Arbeit "Curcumin effectively inhibits oncogenic NF-kB signaling and restrains stemness features in liver cancer". Über die Vergabe des Nachwuchsforschungspreises Leberkrebs hat eine Jury entschieden, der neben dem Kongresspräsidenten Prof. Dr. med. Bertram Wiedenmann, Berlin, Prof. Dr. med. Markus M. Lerch, Greifswald, Prof. Dr. med. Peter R. Galle, Mainz, Prof. Dr. med. Guido Gerken, Essen und Dr. med. Tobias Flecken, Berkeley, USA angehören.

Krebsstammzellen als neuer Therapieansatz beim HCC

Marquardt hat im Rahmen seines Projektes Krebsstammzellen in hepatozellulären Karzinomen (HCC), der häufigsten Art von Leberkrebs, erforscht. Ziel war es, neue Therapieziele zu identifizieren, die speziell auf Krebsstammzellen in HCC gerichtet sind. Wichtig dabei war die Beobachtung, dass viele HCC eine Aktivierung bestimmter Signalwege, insbesondere des NF-kB Signalweges, aufweisen. Daher untersuchte Marquardt, welchen Effekt eine Blockierung des NF-kB Signalweges auf die Krebsstammzellen hat. Die Ergebnisse zeigen, dass eine Blockierung des NF-kB Signalweges spezifisch die Krebsstammzell-Population in HCC verringert. "Ich freue mich sehr über die Auszeichnung und werde mich auch weiterhin für die Erforschung von neuen Therapieansätzen im Bereich des HCC engagieren", sagt Marquardt. "Die Arbeit deutet darauf hin, dass ein spezifisches Abzielen auf Krebsstammzelleigenschaften ein vielversprechender therapeutischer Ansatz für HCC darstellen könnte."

Zwei theoretische Modelle der Krebsentstehung

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich zwei theoretische Modelle der Krebsentstehung durchgesetzt: ein stochastisches Modell und ein Stammzellmodel. Das stochastische Modell geht von einer zufälligen Entartung betroffener Zellen aus. In diesem Modell kann prinzipiell jede Zelle das Tumorwachstum durch zufällig induzierte molekulare Veränderungen vorantreiben. Hingegen wird in dem Stammzellmodell davon ausgegangen, dass in vielen Tumoren eine kleine Anzahl von Krebszellen mit Stammzelleigenschaften vorhanden sind, die sowohl für Entstehung und Wachstum von Tumoren als auch die Aussaat von Fernmetastasen verantwortlich sind. Darüber hinaus wird vermutet, dass diese sogenannten Krebsstammzellen eine hohe Resistenz gegenüber Chemotherapie besitzen und somit die eingeschränkte Wirkung dieser Therapien verursachen. Aus diesem Grund sind Krebsstammzellen in den vergangenen Jahren zu vielversprechenden Angriffspunkten für neue Therapieansätze geworden.
 

Quelle: Bayer


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