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Medizin

04. Februar 2019 Nachsorge für Kinder nach Krebserkrankung lebenswichtig

Maximale Heilungschancen durch eine Therapie, die dem krebskranken Kind individuell angepasst ist: Dies gilt nicht nur für den Krebs, sondern auch für mögliche Spätfolgen, die trotz erfolgreicher Behandlung das Leben des Kindes belasten können. Darauf macht die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) gemeinsam mit der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar aufmerksam.
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„Auch wenn die Zahl der Neuerkrankungen mit mehr als 2.000 Kindern und Jugendlichen pro Jahr hoch scheint – insgesamt ist Krebs bei Kindern selten, und die Erfolge in der Behandlung sind hervorragend“, betont Prof. Dr. Dominik Schneider aus dem DGKJ-Vorstand.

Über 80% der Krebserkrankungen im Kindesalter werden geheilt, und auch die Überlebensrate nach schweren Fällen hat deutlich zugenommen: „Auf 400 junge Erwachsene kommt einer, der als Kind eine Krebserkrankung durchgemacht hat“, verdeutlicht Kinderonkologe Schneider, der in der Fachgesellschaft auch für die Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie spricht. Präzise Molekulardiagnostik und immunologische Therapien (wie z.B. die 2018 mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Entwicklung von Checkpoint-Inhibitoren) stellen in der Krebsbehandlung wichtige Innovationen dar, die helfen sollen, Kinder und Jugendliche mit therapierefraktären Erkrankungen erfolgreich zu behandeln.

Dennoch: Die erfolgreiche Behandlung schließt Langzeitfolgen nicht immer aus, sodass sich ehemalige Patienten der Kinderonkologie als junge Erwachsene erneut mit gesundheitlichen Problemen konfrontiert sehen können, wie z.B. erhöhten Risiken für Zweittumoren, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Störungen im Hormonhaushalt. Auch der Weg zu einem eigenen Kind ist oft erschwert.

Geheilt – und trotzdem krank?

Je länger eine Krebsbehandlung zurückliegt, desto mehr Langzeitüberlebende sind von einer oder mehreren chronischen Erkrankungen betroffen: 30 Jahre nach erfolgreicher Krebsbehandlung leiden mehr als zwei Drittel der Patienten an chronischen Erkrankungen, und bis zu 50% der Menschen, die in der Kindheit an Krebs erkrankten, sind von endokrinen Spätfolgen betroffen (1).

Wesentlich für die bestmögliche Lebensqualität ist die frühe Diagnose und Behandlung von Spätfolgen der Krebsbehandlung, die i.d.R. im Frühstadium gut behandelt werden können.

Stefanie Braun, Pädagogin in der Kinderonkologie der Uniklinik Lübeck, weist auf eine weitere Herausforderung hin: „Die Behandlung von Kinderkrebserkrankungen ist trotz aller Fortschritte immer noch eine sehr hohe Belastung für die Kinder und ihre Familien, medizinisch wie psychisch und sozial. Wir brauchen hier eine qualitativ hochwertige und ganzheitliche Betreuung über die Fachdisziplinen hinweg, die die Kinder individuell und lückenlos durch das Erwachsenwerden begleitet!“.

Strukturen für die Nachsorge

Auch Schneider sieht die geregelte Transition als unverzichtbar für eine gute Versorgung: „Bei Kindern und Jugendlichen gilt es in ganz besonderem Maße, nicht nur die Lebensqualität während der Therapie, sondern auch die Qualität des Überlebens im Blick zu behalten.“

Die Langzeitnachsorge könnten spezifische Nachsorgezentren hervorragend übernehmen. Sie ermöglichen die geregelte Transition aus der pädiatrischen in die Erwachsenenversorgung, in dem Wissen um die besonderen Belange von jungen Erwachsenen, die als Kind an Krebs erkrankt waren. Der Ausbau dieses Angebots von ersten von der Deutschen Kinderkrebsstiftung geförderten Pilotzentren ist daher ein großer Schritt hin zu einer kompetenten und erfolgversprechenden Langzeitnachsorge.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ)

Literatur:

(1) Vgl. Oeffinger KC, Mertens AC, Sklar CA et al. Chronic health conditions in adult survivors of childhood cancer. N Engl J Med 2006;355:1572-1582; Brignardello E, Felicetti F, Castiglione A et al. Endocrine health conditions in adult survivors of childhood cancer: the need for specialized adult-focused follow-up clinics. Eur J Endocrinol 2013;168:465-472.


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