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Medizin
10. Juni 2016

Beim multiplen Myelom ist Panobinostat in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason eine hochwirksame Rezidivtherapie

EHA 2016
Das multiple Myelom ist eine maligne Erkrankung von Plasmazellen, deren Therapie sich in den letzten Jahren durch zahlreiche Neuzulassungen weiterentwickelt hat und vor allem immer stärker diversifiziert und auf die Situation des individuellen Patienten zugeschnitten wird. So wird die Kombination aus dem Immunmodulator Lenalidomid und dem Kortikosteroid Dexamethason mittlerweile nicht mehr nur in der Rezidivsituation, sondern nach der Zulassung für die Erstlinientherapie zunehmend auch bei neu diagnostizierten Patienten eingesetzt.
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Patienten, die Lenalidomid mit niedrig dosiertem Dexamethason in der Erstlinie bis zum Progress bekommen haben, sind dann allerdings für diese Therapie in Kombination mit einer weiteren Substanz als spätere Therapieoption nicht geeignet. Stattdessen bietet sich hier die Gabe des Proteasominhibitors Bortezomib in Kombination mit Dexamethason und dem Histondeacetylaseinhibitor Panobinostat an; sie ist zugelassen für Patienten mit rezidiviertem und/oder refraktärem Myelom, die mindestens zwei Vortherapien, darunter Bortezomib und einen Immunmodulator, erhalten haben. Die Wirksamkeit von Panobinostat beruht auf der Tatsache, dass es beim Myelom in allen Stadien der Erkrankung zu ausgedehnter epigenetischer Dysregulation in den Plasmazellen kommt, so Andrew Spencer, Melbourne, bei einem Satellitensymposium im Rahmen des 21. Kongresses der European Hematology Association (EHA) in Kopenhagen.

Die Zulassung von Panobinostat geht auf die Daten der Phase-III-Studie PANORAMA 1 zurück, die Jatin Shah, Houston, beim Symposium rekapitulierte: Die Kombination aus Panobinostat, Bortezomib und Dexamethason konnte hier im Vergleich zur Zweierkombination Bortezomib/Dexamethason das progressionsfreie Überleben verlängern; besonders ausgeprägt war dieser Vorteil bei der Subgruppe der Patienten, die mindestens zwei Vorbehandlungen mit Bortezomib und einem Immunmodulator erhalten hatten: Hier wurde die mediane progressionsfreie Überlebenszeit von 4,7 auf 12,5 Monate weit mehr als verdoppelt mit einer Hazard Ratio von 0,47, d.h. das Risiko für Progression oder Tod wurde ungefähr halbiert.

In allen bisher mit Panobinostat durchgeführten Studien zum multiplen Myelom wurde die Ansprechrate im Vergleich zur Kontrolltherapie verdoppelt und die Tiefe des Ansprechens verstärkt, so Shah; das ist beim Myelom von großer Bedeutung, weil hier die Langzeitprognose mit der Tiefe des Ansprechens korreliert.

Auch die Verträglichkeit der Therapie wird immer besser: In der zweiten Studienphase von PANORAMA 1 war Bortezomib statt zweimal pro Woche nur mehr einmal wöchentlich gegeben worden, wodurch die Nebenwirkungsraten (z.B. periphere Neuropathien) deutlich reduziert werden konnten. Besser verträglich ist Bortezomib auch, wenn es nicht intravenös, sondern subkutan appliziert wird. Kombinationen von Panobinostat mit neuen Proteasominhibitoren wie z.B. Carfilzomib scheinen noch besser verträglich zu sein. Derzeit läuft dazu die Phase-III-Studie PANORAMA 5.

jg

Quelle: EHA 2016


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