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Medizin

24. Juni 2017 Myelofibrose: JUMP bestätigt Sicherheit und Wirksamkeit von Ruxolitinib auch bei älteren Patienten

Ruxolitinib ist ein potenter JAK1/2-Inhibitor, der bei Patienten mit Myelofibrose (MF) eine Reduktion der Splenomegalie und der mit der Krankheit verbundenen Symptome erzielen kann. Wirksamkeit und Verträglichkeit des Inhibitors auch bei älteren Patienten wurden bislang nur in wenigen Studien explizit untersucht. Die Phase-IIIb-Studie JUMP, in der mehr als 2.000 MF-Patienten Ruxolitinib außerhalb von Studien erhalten konnten (Expanded Access), enthielt Patienten in unterschiedlichen Risikostufen, deren Ansprechen auf die Therapie mit Ruxolitinib verglichen und nun beim 22. Kongress der European Hematology Association (EHA) in Madrid berichtet wurden.
In einer Auswertung wurden Patienten in unterschiedlichen Risikokategorien entsprechend dem Dynamic International Prognostic Scoring System (DIPSS) verglichen: Eingeschlossen in die Studie waren insgesamt 2.233 Patienten; für 1.840 von ihnen war er IPSS-Status bekannt: 893 hatten ein niedriges oder Intermediär-1-Risiko, 754 Intermediär-2 und lediglich 193 ein hohes Risiko. Patienten mit Intermediär-1- oder niedrigem Risiko waren nur eingeschlossen worden, wenn mindestens 5 cm der Milz tastbar waren. Primäre Endpunkte waren Sicherheit und Verträglichkeit von Ruxolitinib, sekundäre Endpunkte Änderungen bei Milzgröße und Symptomen.

Die Auswertung, die Francesco Passamonti, Varese, Italien, vorstellte, zeigt, dass Ruxolitinib generell sicher und gut verträglich war. Interessanterweise wurden die Patienten mit geringerem Risiko durchschnittlich mit höheren initialen Dosierungen behandelt und entwickelten trotzdem seltener hämatologische Nebenwirkungen. Außerdem blieben sie länger in aktiver Behandlung als die Patienten mit hohem Risiko, u.a. weil die Therapie bei ihnen seltener aufgrund von Nebenwirkungen abgebrochen werden musste. Außerdem erzielten die Patienten mit geringerem Risiko etwas stärkere Reduktionen der Milzgröße und Verbesserungen der Symptome, was die Annahme nahelegt, so Passamonti, dass eine möglichst frühe Behandlung von MF-Patienten mit Ruxolitinib sich vorteilhaft auswirken könnte.

Die Gesamtpopulation enthielt außerdem eine Kohorte von 416 Patienten im Alter von mindestens 75 Jahren, die mindestens ein Jahr lang beobachtet werden konnten, so Pia Raanani, Petah Tikva, Israel.. Das ist die größte Kohorte von älteren MF-Patienten, bei denen bisher die Behandlung mit Ruxolitinib getestet wurde. Die Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit decken sich weitgehend mit denen der COMFORT-Studien – in die allerdings relativ wenige ältere Patienten eingeschlossen waren – sowie einer kleineren Untersuchung zu älteren Patienten. Ruxolitinib ist auch bei über 75-jährigen Patienten mit Myelofibrose sicher und mit Aussicht auf gute Wirksamkeit einzusetzen, so Raanani.

jg

Quelle: EHA 2017


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