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Medizin

27. September 2017 Myc-Proteine als Angriffspunkt in der Tumortherapie nutzbar machen

Bei vielen Tumoren des Menschen ist ein bestimmtes Gen übermäßig aktiv. An diesem Gen forscht der Würzburger Molekularbiologe Dr. Elmar Wolf. Der Europäische Forschungsrat hat ihm dafür einen „Starting Grant“ über 1,5 Millionen Euro verliehen.
Elmar Wolfs Arbeitsgebiet sind die Myc-Proteine. Diese Eiweiße sind für die Entwicklung und Aufrechterhaltung von gesundem Gewebe unerlässlich. Allerdings spielen sie auch eine zentrale Rolle bei der Entstehung eines Großteils aller Tumore des Menschen. Wolf versucht, in seiner wissenschaftlichen Arbeit mehr über diese zwar notwendigen, aber gleichzeitig so gefährlichen Eiweiße herauszufinden und ist dabei äußerst erfolgreich.

Eine Überdosis in Krebszellen

„Ausgangspunkt unserer Arbeiten war die Beobachtung, dass bei einem Großteil aller Tumore mehr Myc-Eiweiße hergestellt werden als in gesunden Körperzellen“, erklärt Elmar Wolf. Daher wollte seine Arbeitsgruppe zunächst herausfinden, ob diese „Überdosis“ an Myc-Eiweißen in Krebszellen die gleiche Wirkungsweise hat wie Myc-Eiweiß in gesunden Zellen.

Dabei ist grundsätzlich bekannt, wie Myc-Proteine wirken: Myc bindet im Zellkern ans Erbgut und aktiviert dort gezielt Gene. Die Arbeitsgruppe von Elmar Wolf untersuchte zunächst systematisch, welche Gene Myc in gesunden und in Krebszellen aktiviert. Überraschenderweise fanden die Forscher heraus, dass Myc in Krebszellen völlig andere Gene aktiviert als in gesunden Zellen.

Suche nach neuen Tumortherapien

„Diese Beobachtung hat uns elektrisiert: Bislang glaubte man, dass Myc-Proteine nicht als Angriffspunkt in der Tumortherapie nutzbar sind, da sich ihre Wirkungsweise in gesundem und Krebsgewebe stark ähnelt. Jetzt wissen wir, dass Myc in Krebszellen völlig neue Funktionen übernimmt. Das erlaubt es uns hoffentlich, diese krebserzeugenden Eigenschaften gezielt anzugreifen“, so Elmar Wolf.

Wie eine Myc-basierte Tumortherapie funktionieren kann, will der Forscher in seinem neuen Projekt „Targeting the Oncogenic Function of Myc in vivo” untersuchen. Dazu wurden ihm jetzt 1,5 Millionen Euro vom Europäischen Forschungsrat (ERC) zur Verfügung gestellt. „Bislang haben wir in erster Linie mit biochemischen Methoden untersucht, wie Myc-Proteine funktionieren. Der ERC Starting Grant erlaubt es uns nun, dieses Wissen zu nutzen, um im Tiermodell neue Tumortherapien zu entwickeln.“

Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg


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