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Medizin

12. Juni 2017 Multiples Myelom: Ziel ist die MRD-Negativität

Das Ziel bei der Therapie des Multiplen Myeloms besteht heutzutage darin, eine möglichst tiefe und damit langanhaltende Remission und sogar eine MRD-Negativität (Minimale Residuale Resterkrankung) zu erwirken. Das lässt nach Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt, Heidelberg, darauf hoffen, zumindest bei Subgruppen der Patienten, möglicherweise sogar Heilungserfolge erzielen zu können. Dabei gewinnen auch neue zielgerichtet wirksame Medikamente zunehmend an Bedeutung.
Beim Multiplen Myelom gibt es laut Goldschmidt deutliche Fortschritte und das beginnt schon bei der Abschätzung der Prognose des Patienten und somit der Indikationsstellung für eine Therapie. Als Biomarker werden hierfür immer häufiger die freien Leichtketten genutzt, also Bruchstücke von Immunglobulinen, die nicht zu vollständigen Immunglobulinen verknüpft, frei im Plasma zirkulieren und quantifizierbar sind. Einen hohen Stellenwert bei der Diagnostik und der Prognoseabschätzung hat zudem die Kernspintomographie, wie Goldschmidt bei einem Symposium beim Internistenkongress darlegte. Prognostisch bedeutsam ist nach seinen Aussagen zudem die Zahl der Myelomzellen im Knochenmark: „Liegt der Anteil über 60%, so ist es sehr wahrscheinlich, dass der Patient in absehbarer Zeit Symptome entwickeln wird und daher behandelt werden sollte“.

Analog der Situation in den USA gewinnt auch hierzulande das PET-CT an Bedeutung bei der Beurteilung der Prognose. Das gilt insbesondere für die Situation nach Therapieabschluss: „Zeigen sich im PET dann keine neuen Herde, so ist die Prognose gut“, berichtete der Mediziner in Mannheim. Ähnlich ist es beim MRT, eine negative Bildgebung nach der Therapie ist generell ein guter prognostischer Faktor.

Therapeutisch wird nach Goldschmidt zunächst nach dem Alter des Patienten differenziert. Bis zu einem Lebensalter von 70 bis 75 Jahren und bei normaler Organfunktion ist in aller Regel eine Stammzelltransplantation möglich. Bei deutlich älteren und/oder multimorbiden Patienten ist das Verfahren jedoch meist nicht mehr vertretbar. Dann kommen die übliche Chemotherapie sowie neuere Substanzen wie beispielsweise Bortezomib zum Einsatz. Allerdings ist generell bei alten und gebrechlichen Patienten vorsichtig mit der Therapie zu beginnen und einschleichend zu dosieren, da ansonsten eine erhöhte Mortalität besteht. Ziel der Therapie ist es, MRD-Negativität zu erreichen, da dann eine gute Prognose der Patienten mit langer Remissionsdauer gegeben ist.

Christine Vetter

Quelle: Symposium „Lymphome“ beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin am 30. April 2017 in Mannheim, Veranstalter: Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V. (KML)


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