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Medizin
22. Februar 2017

Multiples Myelom: Orale Therapie mit Ixazomib bringt mehr Freiraum im Alltag

Mit Ixazomib (NINLARO®) wurde vor Kurzem der erste oral verfügbare Proteasom-Inhibitor zur Behandlung des Multiplen Myeloms in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason nach mindestens einer Vortherapie zugelassen. Die Möglichkeit der oralen Verabreichung kann für die Patienten eine große Erleichterung darstellen.
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„Jedes Jahr erkranken in Deutschland ca. 5.700 Menschen an einem Multiplen Myelom (MM). Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei 40-50% und die Erkrankung betrifft meist Patienten im Alter von 70-75 Jahren“, so Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt, Heidelberg. Für Patienten bis zum 75. Lebensjahr besteht die Möglichkeit einer intensiven Hochdosistherapie (Stammzelltransplantation), bei der das Knochenmark und die Myelomzellen zerstört werden. Zudem wird im Rahmen der MM-Therapie versucht, den Knochenaufbau durch Bisphosphonate zu unterstützen. „Heutzutage werden MM-Patienten sogar in Sportprogramme einbezogen, da der Knochenaufbau durch Muskelaufbau und Belastung unterstützt wird“, erklärte Goldschmidt. „Wir streben an, das MM in Zukunft von einer terminalen in eine chronische Krankheit zu verwandeln“, sagte Goldschmidt.

Matthias Minhöfer, MM-Patient und Leiter der Selbsthilfegruppe Plasmozytom/Multiples Myelom, Berlin, gab interessante Einblicke in ein Leben mit MM. Die Einschränkungen im normalen Leben sind bei den meisten Patienten nicht sehr groß. „Nicht jedes Medikament wirkt bei jedem und nicht jede Nebenwirkung tritt bei jedem auf“, erklärte Minhöfer. „Viele Patienten haben einen weiten Anfahrtsweg zum Hämatologen, und sich zweimal pro Woche Proteasom-Hemmer spritzen zu lassen, schränkt somit die Lebensqualität enorm ein. Deswegen ist eine orale Therapie natürlich sehr von Vorteil“, betonte Minhöfer.
Nachdem das Proteasom lange Zeit ein Randdasein in der Medizin führte, gibt es Proteasom-Inhibitoren mittlerweile seit ca. 12 Jahren, erläuterte Prof. Dr. Igor-Wolfgang Blau, Berlin. „2015 sind wir von neu zugelassenen Medikamenten ein bisschen überrollt worden. Auf einen Schlag standen 6 neue Medikamente zur Behandlung des MM zur Verfügung. Ich denke, so etwas gab es in der Onkologie noch nie“, so Blau.

Die zulassungsrelevante doppelblinde, randomisierte Phase-III-Studie TOURMALINE-MM1 untersuchte die Sicherheit und Effektivität einer Therapie mit der Kombination aus Ixazomib, Lenalidomid und Dexamethason (IRd, n=360) im Vergleich zu Placebo/Lenalidomid/Dexamethason (Placebo-Rd, n=362) bei rezidivierten und/oder refraktären MM-Patienten mit verschiedenen Vortherapien (1). Das mediane Alter der Studienteilnehmer betrug 66 Jahre. Die Studie schloss Patienten mit moderater Nierenfunktionsstörung und/oder zytogenetische Hochrisiko-Patienten mit ein. Der primäre Endpunkt, das mediane PFS, lag bei 20,6 Monaten in der IRd-Gruppe und bei 14,7 Monaten in der Placebo-Rd-Gruppe (HR=0,74; 95%-KI: 0,59-0,94; p=0,012) (Abb. 1).
 
Abb. 1: PFS in der Intention-to-treat-Population (mod. nach (1)).
Abb. 1: PFS in der Intention-to-treat-Population (mod. nach (1)).


Die Gesamtansprechrate (ORR), die unter IRd 78% betrug, war im Vergleich zur ORR unter Placebo-Rd (72%) signifikant erhöht (p=0,04). Die Zeit bis zu einer Progression (TTP) betrug unter IRd 21,4 Monate und unter Placebo 15,7 Monate. Patienten mit prognostisch ungünstigen Faktoren profitierten ebenfalls von der IRd-Therapie. Unerwünschte Ereignisse nach einem Follow-up von 23 Monaten vom Schweregrad 3/4 traten kaum auf, so Blau. „Die Besonderheit von Ixazomib ist, dass es zu keinen schweren Nebenwirkungen auf die Organe führt. Das zeigt, dass wir es mit einer milden Therapie zu tun haben“, erläuterte Blau. „Mit der IRd-Kombination steht MM-Patienten nun erstmals eine Triplet-Therapie zur Verfügung, die den Patienten mehr Freiraum im Alltag bietet“, fasste Blau zusammen.

ma

Quelle: Pressekonferenz: „Einfach wirksam. Ninlaro® (Ixazomib). Neue orale Therapieoption zur Behandlung des Multiplen Myeloms.“, 15.12.2016, Berlin; Veranstalter: Takeda

Literatur:

(1) Moreau P et al. N Engl J Med 2016;374:1621-34.


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