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Medizin
05. November 2015

Multiples Myelom: Bendamustin wirksamer und gut verträglicher Kombinationspartner

Trotz der Verfügbarkeit zahlreicher neuer Substanzen wie Thalidomid, Lenalidomid und Bortezomib sowie der Möglichkeit einer autologen Stammzell-Transplantation (ASZT) bleibt das Mulitple Myelom (MM) unheilbar. Auf der Suche nach weiteren Therapieoptionen wird häufig das schon lange bekannte und gut verträgliche alkylierende, anti-neoplastische Bendamustin mit einbezogen, das nur eine sehr geringe Kreuzresistenz mit anderen Alkylanzien aufweist. In ihrem Review fassen Massimo Gentile und Kollegen die aktuellen Studiendaten über Bendamustin-haltige Therapien für Patienten mit MM zusammen.

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Insgesamt 4 Studien mit 23-94 Patienten zeigen die Effektivität und Sicherheit der Kombination von Bendamustin mit Thalidomid und einem Steroid (Prednison oder Dexamethason) beim rezidivierten/refraktären MM. Das mediane Gesamtüberleben reichte von 7,2 Monaten bis zu 19 Monaten. Für eine analoge Patientengruppe, die Bendamustin zusammen mit Lenalidomid und Prednison oder Dexamethason erhielt, ist in den 4 noch laufenden Phase-I- und -II-Studien das mediane Gesamtüberleben der eingeschlossenen 21-50 Patienten bisher nur bei Pönisch et al. erreicht – es beträgt nach 18 Monaten 64%. Dass Bendamustin in dieser Indikation auch in Kombination mit Bortezomib effektiv und sicher ist, zeigen ebenfalls mehrere Studien. Dabei variiert das Gesamtüberleben von 13,3 Monaten (Bendamustin plus Bortezomib) bis 50 Monate (Bendamustin, Bortezomib, Prednison).

Für die Therapie von unvorbehandelten Patienten mit MM ist Bendamustin in Kombination mit Prednison zugelassen für Patienten über 65 Jahren, die nicht für eine ASZT geeignet sind und aufgrund einer klinischen Neuropathie keine Behandlung mit Thalidomid oder Bortezomib erhalten können. Grundlage dafür war die in der Zulassungsstudie gezeigte Überlegenheit der Kombination Bendamustin plus Prednison (BP) gegenüber Melphalan plus Prednison (MP): Unter BP war die Gesamtansprechrate mit 32% signifikant höher als unter MP (13%; p<0,01). Auch die Zeit bis zum Therapieversagen war mit BP länger als mit MP (14 vs. 10 Monate, p<0,02). Zwei Studien weisen darauf hin, dass eine Kombinationstherapie aus Bendamustin plus Bortezomib bei unvorbehandelten Patienten mit MM durchführbar und wirksam ist, auch bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion. Bei Niereninsuffizienz zeigten sich die Kombinationen aus Bendamustin, Prednison und Bortezomib sowie aus Bendamustin, Thalidomid und niedrig dosiertem Dexamethason ebenfalls als wirksam und verträglich. Zudem demonstrieren zwei Studien, dass nach einer Bendamustin-haltigen Therapie eine Stammzell-Mobilisation mit anschließender ASZT durchführbar ist. Auch in Konditionierungsregimen vor ASZT wurde Bendamustin zusammen mit Melphalan, dem momentanen Therapiestandard beim MM, innerhalb von klinischen Studien erfolgreich angewendet.

Insgesamt zeigte Bendamustin ein gutes Sicherheitsprofil. In Kombination mit Steroiden waren die Nebenwirkungen überwiegend mild und bestanden vor allem im hämatologischen Bereich. Unter einer First-Line Therapie mit Bendamustin und Prednison trat eine höhere Rate an schwerer Nausea und Vomiting auf im Vergleich zu Melphalan plus Prednison. Dafür erwies sich die Kombination aus Bendamustin plus Prednison bezüglich der Komplett-Ansprechraten, der Zeit bis zum Therapieversagen und der Lebensqualität jedoch als überlegen. Wurde Bendamustin zusammen mit Bortezomib und Steroiden als First-Line Therapie verabreicht, waren die meisten Nebenwirkungen 1. und 2. Grades. Auch Patienten mit rezidivierter/refraktärer Erkrankung tolerierten dieses Regime gut – die häufigsten schweren Nebenwirkungen waren auch hier hämatologisch. Diese Nebenwirkungen traten auch bei der Kombination von Bendamustin mit Thalidomid plus Dexamethason/Prednison sowie mit Lenalidomid plus Dexamethason/Prednison bei rezidivierter/refraktärer Erkrankung auf, bei akzeptabler Verträglichkeit.

Eine steigende Anzahl an Studien zeigt, dass Bendamustin in Kombination mit anderen Substanzen sowohl bei vortherapierten als auch bei unbehandelten Patienten mit Multiplem Myelom (MM) wirksam ist. Zudem ist diese Substanz allgemein gut verträglich – auch für ältere Patienten – und für Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion geeignet. Des Weiteren ist nach einer vorangegangenen Bendamstin-haltigen Therapie eine Stammzellmobilisation mit nachfolgender autologer Stammzell-Transplantation (ASZT) durchführbar. Darüber hinaus ist Bendamustin zusammen mit dem Therapiestandard Hochdosis-Melphalan auch schon erfolgreich in der Konditionierung vor ASZT eingesetzt worden.

Quelle: Carina Jung, Bochum

Literatur:

Gentile M, Vigna E, Recchia AG, Morabito L, Mendicino F, Giagnuolo G, Morabito F. Bendamustine in multiple myeloma. Eur J Haematol. 2015;95(5):377-88. doi: 10.1111/ejh.12609.
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ejh.12609/abstract;jsessionid=86335C24FDD72AFCA882AEDD1AA5BD15.f01t01


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