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Medizin

22. November 2012 Multimodale Therapie bei Bauchfellmetastasen für viele Darmkrebspatienten erfolgversprechend

Auf dem "8th World Congress on Peritoneal Surface Malignancies", der  vom 30. Oktober bis zum 2. November in Berlin stattfand, wurde ein  Paradigmenwechsel hervorgehoben, der weltweit vielen Krebspatienten Anlass zur Hoffnung geben kann: Bisher galten Patienten mit  Bauchfellmetastasen in Folge von soliden Tumoren im Abdomenbereich  als nicht mehr kurativ behandelbar. Diese Patienten hatten eine äußerst schlechte Prognose und wurden lediglich mit einer systemischen Chemotherapie im Rahmen der Palliativtherapie versorgt.

Auf dem internationalen Kongress wurden Daten präsentiert, die  allesamt zeigen, dass eine multimodale Therapie der  Bauchfellmetastasen bei Darmkrebs ein erfolgversprechender Ansatz  sein kann und mit einem 5-Jahres-Überleben von bis zu 30-50% assoziiert ist. Dr. Paul Sugarbaker, Washington DC, Chirurg und  Präsident der Tagung, gilt als ein Pionier dieses Ansatzes, bei dem  eine Kombination von zytoreduktiver Chirurgie (CRS),  einer hyperthermen intraperitonealen Chemotherapie (HIPEC) und anschließender systemischen Chemotherapie zum Einsatz kommt. Bei der  HIPEC wird ein Chemotherapeutikum bei 42 Grad C für etwa 60-90  Minuten im Bauchraum verteilt. "So wird das Resttumorgewebe einer  vielfach höheren Zytostatika-Konzentration ausgesetzt als bei einer herkömmlich über die Vene verabreichten Chemotherapie", erklärt Sugarbaker. "Das ist ein Grund für den Erfolg dieser Methode, der bei ausgewählten Patienten die Überlebenszeit verdoppeln kann. Sie sollte daher als therapeutische Option innerhalb eines individualisierten  Behandlungsansatzes erwogen werden".

Der Aspekt der individualisierten Behandlung ist wichtig, denn das  Verfahren ist nur bei Patienten mit einer isolierten und limitierten  Peritonealkarzinose ohne Metastasen außerhalb des Abdomens erfolgsversprechend. "Das sind aber immerhin bis zu 15% aller Darmkrebspatienten", ergänzt Co-Tagungspräsident Prof. Pompilio Piso, Regensburg, "was im Klartext heißt, dass beispielsweise in Deutschland bei 70.000 Darmkrebsneuerkrankungen pro Jahr die Prognose von etwa 10.000 Betroffenen durch dieses Verfahren maßgeblich verbessert werden könnte".

Quelle: peritonealconference2012


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