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Medizin

10. Juli 2019 mTNBC: Pembrolizumab in Monotherapie einsetzbar

Patientinnen mit metastasiertem Triple negativen Brustkrebs (mTNBC) profitieren von immunonkologischen Substanzen, wie Prof. Dr. med. Peter Fasching, Erlangen, auf einem Satellitensymposium während der Jahrestagung der Senologen in Berlin darlegte. Hat bereits ein PD-L1-Inhibitor in Kombination mit einer Chemotherapie gute Resultate erbracht, so wird in einem umfassenden Studienprogramm auch der Anti-PD1-Antikörper Pembrolizumab in dieser Indikation getestet. Ferner wurde über Daten zum PARP-Inhibitor Olaparib berichtet.
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Pembrolizumab, so Fasching, wurde unter anderem in der Phase-II-Studie Keynote-086 als Monotherapie getestet. Ein relevantes Stratifikationskriterium war, ob bei den Patienten eine PD-L1-Positivität gemessen wurde. Hierzu wurde ein Testverfahren herangezogen, welches eine kombinierte Messung der PD-L1-Expression auf den Tumor- und den Immunzellen impliziert.

Der primäre Endpunkt in der KN-086 war die Gesamtansprechrate (ORR). „Diese war in der Kohorte A mit 9,5% bei PD-L1-Positivität nicht überragend“, konzediert der Onkologe. „Aber diese Kohorte war vorbehandelt. 43,4% hatten sogar mind. 3 Vorbehandlungen erhalten.“ Die Ergebnisse einer Monotherapie mit Pembrolizumab waren erheblich besser in der Kohorte B; dabei handelte es sich um nicht vorbehandelte Frauen in der metastasierten Situation. Der Anti-PD1-Antikörper war also bei diesen Frauen First-Line-Therapie nach der Metastasierung. Bei ihnen wurde eine ORR-Rate von 23,1% verzeichnet bei PD-L1-Positivität. Auch das mediane Gesamtüberleben (OS) lag mit 19,2 Monaten deutlich über der Zeit der vorbehandelten Patientinnen (8,3 Monate) (1,2). Das weiterführende Studienprogramm untersucht nun Pembrolizumab (Keytruda®) als Monotherapie versus eine Chemo-Monotherapie sowie den Einsatz in einer Kombination mit einer Chemotherapie gegen eine zytostatische Therapie + Placebo.

PARP-Inhibitor bei Frauen mit BRCA-Mutation

Zu der Substanzklasse der PARP-Inhibitoren referierte Prof. Dr. med. Frederik Marmé, Heidelberg. In der Phase III Studie OlympiAD wurde bei Frauen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem HER2-negativem Mammakarzinom sowie einer BRCA-Mutation Olaparib alleine gegen eine Mono-Chemotherapie untersucht. Unter Olaparib konnte ein signifikant verlängertes medianes progressionsfreies Überleben (PFS) erzielt werden. Dies betrug 7 Monate in der Olaparib-Gruppe gegenüber 4,2 Monate im Chemotherapie-Kollektiv (p<0,001). Auch die ORR war unter Olaparib mit 60% versus 29% nahezu doppelt so hoch wie unter der Chemotherapie. Eine Komplettremission erfuhren 9% unter Olaparib versus 1% bei Gabe von Chemotherapie. Unerwünschte Effekte von mindestens Grad 3 waren unter Olaparib vor allem Anämie (16%) und Neutropenie (9%) (3, 4). Marmé resümiert: Damit empfiehlt sich Olaparib in dieser Indikation zum Einsatz als First-Line-Medikation.

Reimund Freye

Quelle: Satellitensymposium: Neue Entwicklungen in der Behandlung des Mammakarzinoms, im Rahmen der 39. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), Berlin, 28. Juni 2019; Veranstalter: MSD

Literatur:

(1) Adams S et al., J Clin Oncol 2017; 35(15): abstract 1008.
(2) Adams S et al., SABCS 2017: abstract PD6-10.
(3) Robson ME et al., J Clin Oncol 2017 (suppl; abstr LBA4).
(4) Robson ME et al., N Engl J Med. 2017; 377(6): 523-33.


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