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Medizin

29. Mai 2020 MSI-H/dMMR mCRC: Pembrolizumab firstline verbessert PFS im Vergleich zu Chemotherapie signifikant

Die auf dem ASCO 2020 Virtual Meeting präsentierte finale Auswertung der Daten zum progressionsfreien Überleben (PFS) in der Phase-III-Studie KEYNOTE-177 zeigten eine klinisch bedeutsame und statistisch signifikante Verbesserung im PFS durch eine Firstline-Therapie mit Pembrolizumab im Vergleich zu einer Chemotherapie bei Patienten metastasiertem Kolorektalkarzinom (mCRC) mit hoher Mikrosatelliten-Instabilität und defizientem Mismatch-Repair (MSI-H/dMMR). Gleichzeitig wurden im Pembrolizumab-Arm weniger Behandlungs-assoziierte unerwünschte Ereignisse (AEs) beobachtet.

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Insgesamt wurden 307 Patienten in die randomisierte open-label Studie eingeschlossen. Die Patienten hatten ein lokales MSI-H/dMMR mCRC und einen ECOG Performance-Status von 0 oder 1. Die Randomisierung erfolgte 1:1 zu entweder firstline Pembrolizumab 200 mg Q3W für bis zu 2 Jahre oder zu der Wahl des Untersuchers – entweder mFOLFOX6 oder FOLFIRI Q2W +/- Bevacizumab oder Cetuximab (die Chemotherapie wurde vor der Randomisierung ausgewählt). Die Behandlung wurde fortgesetzt bis zur Krankheitsprogression (PD), inakzeptabler Toxizität, der Entscheidung des Patienten oder des Untersuchers, von der Studie zurückzutreten, oder der Beendigung von 35 Zyklen (im Pembrolizumab-Arm). Die Patienten, die eine Chemotherapie erhielten, konnten nach bestätigter PD via Crossover auf Pembrolizumab für bis zu 35 Zyklen wechseln. Primäre Endpunkte waren PFS (nach RECIST v1.1) und Gesamtüberleben (OS). Sekundäre Endpunkte waren die objektive Ansprechrate (ORR nach RECIST v1.1) und die Sicherheit. Datenschnitt dieser Interimsanalyse war der 19. Februar 2020.

Standard-of-care

Zu diesem Zeitpunkt waren 153 Patienten in den Pembrolizumab-Arm und 154 in den Chemotherapie-Arm eingeschlossen. Das mediane Follow-up betrug 28,4 Monate für Pembrolizumab (Bereich 0,2-48,3) vs. 27,2 Monate (Bereich 0,8-46,6) im Chemotherapie-Arm. Pembrolizumab war in Hinblick auf die Verlängerung des PFS der Chemotherapie signifikant überlegen (median 16,5 Monate vs. 8,2 Monate; HR=0,60; 95%-KI: 0,45-0,80; p=0,0002). Die 12- und 24-Monats-PFS-Raten lagen bei 55,3% und 48,3% im Pembrolizumab-Arm vs. 37,3% und 18,6% im Chemotherapie-Arm. Die bestätigte ORR betrug 43,8% vs. 33,1%; die mediane Ansprechdauer wurde unter Pembrolizumab noch nicht erreicht (Bereich 2,3+ bis 41,4+) im Vergleich zu 10,6 Monaten (2,8 bis 37,5+) unter Chemotherapie. Die Rate für behandlungsbedingte AEs von Grad 3-5 betrug 22% (Pembrolizumab) vs. 66% (Chemotherapie). Ein Patient im Chemotherapie-Arm starb in Folge eines behandlungsbedingten AEs. Aufgrund dieser Ergebnisse sollte Pembrolizumab künftig bei diesem Patientenkollektiv der neue Standard-of-care sein. Die Studie wird ohne Veränderungen fortgesetzt, um Resultate für das OS zu erhalten.

(übers. v. sk)

Quelle: ASCO 2020 Virtual Meeting

Literatur:

Andre T, Shiu KK, Kim TK et al. Pembrolizumab versus chemotherapy for microsatellite instability-high/mismatch repair deficient metastatic colorectal cancer: The phase 3 KEYNOTE-177 study. J Clin Oncol 38: 2020 (suppl; abstr LBA4)
https://meetinglibrary.asco.org/record/186928/abstract

 


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