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Medizin
18. Oktober 2019

Metastasiertes Prostatakarzinom: Die Chancen der Chemotherapie rechtzeitig nutzen

Bei der Therapie des metastasierten Prostatakarzinoms stehen mittlerweile eine ganze Reihe an wirksamen Präparaten zur Verfügung, sagte Prof. Dr. Christian Schwentner, Stuttgart, während eines von Sanofi Genzyme unterstützten Symposiums auf dem DGU. Doch handelt es sich beim metastasierten Prostatakarzinom um eine vielgestaltige Tumorentität. Eine dauerhafte Therapie, die lediglich Adrogenrezeptoren (AR) adressieren, ist oftmals nicht möglich. Daher sollte der Arzt auch die Chancen einer Chemotherapie in der Sequenz nutzen.
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Als einen Beleg für den Wirkverlust einer AR-gerichteten Therapie führte Prof. Dr. Gunhild von Amsberg, Hamburg, eine retrospektive Analyse an. Diese betrachtete 345 Patienten mit mCRPC, die nach frühzeitigem Progress (< 12 Monate) unter einer AR-gerichteten Behandlung in der 2. Linie entweder mit Docetaxel, Cabazitaxel, Abirateron oder Enzalutamid behandelt wurden. Dabei wurde ein PSA-Abfall von mind. 50% sowohl nach 3 als auch nach 6 Monaten signifikant häufiger unter eine Taxan-Therapie beobachtet gegenüber einer AR-Therapie. Dies schlägt sich auch in einer signifikanten Reduktion der Gesamtsterbefälle nieder, die in der Taxangruppe vs. AR-gerichteter Behandlung um 34% reduziert werden konnten (p=0,01) (1).

Ebenfalls retrospektiv, so die Onkologin, war eine Analyse von 944 mCRPC-Patienten aus 13 Studien, die 3 verschiedene Therapiesequenzen miteinander verglich. An wirksamsten war DOC-CABA-ARTA*, wobei nach 12 Monaten noch 76,4% der Patienten am Leben waren. Am schlechtesten schnitt DOC-ARTA-ARTA ab (28,5%). In der Mitte lag die Sequenz DOC-ARTA-CABA (61,3%) (2).

In der randomisierten Phase-III-Studie CABADOC gaben die Patienten an, führte von Amsberg weiter aus, dass „unter Cabazitaxel die Schmerzen kontrolliert sind und sich sogar besserten“ (3). Dies sei ein Argument, um Patienten, welche meist Vorbehalte gegen eine Chemotherapie haben, von einer solchen Behandlung zu überzeugen.

„Das Window of Opportunity für eine Chemotherapie sollte nicht verpasst werden“, berichtet von Amsberg aus ihrer Erfahrung. „Bei Patienten mit einer fortgeschrittenen Erkrankung ist oftmals nicht die Frage 'AR-gerichtete Therapie oder Chemotherapie', sondern es ist absehbar, dass beides benötigt wird.“ Auch aufgrund der Post-hoc-Daten scheine eine frühzeitige Gabe einer Chemotherapie, in Form von Docetaxel (Taxotere®) und Cabazitaxel (Jevtana®), Vorteile für das Gesamtüberleben des Patienten zu bringen.

ARTA – Androgenrezeptor-gerichtete Therapie

Reimund Freye

Quelle: Satellitensymposium: Metastasiertes Prostatakarzinom – wo stehen wir 2019, im Rahmen des 71. Kongresses der DGU, Hamburg, 19. Sept. 2019; Veranstalter Sanofi Genzyme

Literatur:

(1) Oh WK et al., Urol Oncol2018; 36(11): 500.e1-500.e9
(2) Maines F et al., Crit Rev Hematol Oncol 2015; 96: 498-506
(3) Fizazi K et al. Ann Oncol 2017; 28(suppl_5): v269-v294


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