Montag, 30. November 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Medical Cloud CAR T
 
Medizin

18. Oktober 2019 Metastasiertes Prostatakarzinom: Die Chancen der Chemotherapie rechtzeitig nutzen

Bei der Therapie des metastasierten Prostatakarzinoms stehen mittlerweile eine ganze Reihe an wirksamen Präparaten zur Verfügung, sagte Prof. Dr. Christian Schwentner, Stuttgart, während eines von Sanofi Genzyme unterstützten Symposiums auf dem DGU. Doch handelt es sich beim metastasierten Prostatakarzinom um eine vielgestaltige Tumorentität. Eine dauerhafte Therapie, die lediglich Adrogenrezeptoren (AR) adressieren, ist oftmals nicht möglich. Daher sollte der Arzt auch die Chancen einer Chemotherapie in der Sequenz nutzen.
Als einen Beleg für den Wirkverlust einer AR-gerichteten Therapie führte Prof. Dr. Gunhild von Amsberg, Hamburg, eine retrospektive Analyse an. Diese betrachtete 345 Patienten mit mCRPC, die nach frühzeitigem Progress (< 12 Monate) unter einer AR-gerichteten Behandlung in der 2. Linie entweder mit Docetaxel, Cabazitaxel, Abirateron oder Enzalutamid behandelt wurden. Dabei wurde ein PSA-Abfall von mind. 50% sowohl nach 3 als auch nach 6 Monaten signifikant häufiger unter eine Taxan-Therapie beobachtet gegenüber einer AR-Therapie. Dies schlägt sich auch in einer signifikanten Reduktion der Gesamtsterbefälle nieder, die in der Taxangruppe vs. AR-gerichteter Behandlung um 34% reduziert werden konnten (p=0,01) (1).

Ebenfalls retrospektiv, so die Onkologin, war eine Analyse von 944 mCRPC-Patienten aus 13 Studien, die 3 verschiedene Therapiesequenzen miteinander verglich. An wirksamsten war DOC-CABA-ARTA*, wobei nach 12 Monaten noch 76,4% der Patienten am Leben waren. Am schlechtesten schnitt DOC-ARTA-ARTA ab (28,5%). In der Mitte lag die Sequenz DOC-ARTA-CABA (61,3%) (2).

In der randomisierten Phase-III-Studie CABADOC gaben die Patienten an, führte von Amsberg weiter aus, dass „unter Cabazitaxel die Schmerzen kontrolliert sind und sich sogar besserten“ (3). Dies sei ein Argument, um Patienten, welche meist Vorbehalte gegen eine Chemotherapie haben, von einer solchen Behandlung zu überzeugen.

„Das Window of Opportunity für eine Chemotherapie sollte nicht verpasst werden“, berichtet von Amsberg aus ihrer Erfahrung. „Bei Patienten mit einer fortgeschrittenen Erkrankung ist oftmals nicht die Frage 'AR-gerichtete Therapie oder Chemotherapie', sondern es ist absehbar, dass beides benötigt wird.“ Auch aufgrund der Post-hoc-Daten scheine eine frühzeitige Gabe einer Chemotherapie, in Form von Docetaxel (Taxotere®) und Cabazitaxel (Jevtana®), Vorteile für das Gesamtüberleben des Patienten zu bringen.

ARTA – Androgenrezeptor-gerichtete Therapie

Reimund Freye

Quelle: Satellitensymposium: Metastasiertes Prostatakarzinom – wo stehen wir 2019, im Rahmen des 71. Kongresses der DGU, Hamburg, 19. Sept. 2019; Veranstalter Sanofi Genzyme

Literatur:

(1) Oh WK et al., Urol Oncol2018; 36(11): 500.e1-500.e9
(2) Maines F et al., Crit Rev Hematol Oncol 2015; 96: 498-506
(3) Fizazi K et al. Ann Oncol 2017; 28(suppl_5): v269-v294


Anzeige:
Kyprolis

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Metastasiertes Prostatakarzinom: Die Chancen der Chemotherapie rechtzeitig nutzen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab