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Medizin
21. März 2018

Metastasiertes Pankreaskarzinom: nal-IRI in 2. Linie verbessert OS

Pro Jahr erhalten in Deutschland etwa 16.700 Menschen die Diagnose Pankreaskarzinom. Die Zahl der jährlichen Todesfälle ist ähnlich hoch. Bei 4 von 5 Patienten wird die Erstdiagnose im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium diagnostiziert, in welchem meist keine kurative Therapie mehr möglich ist. Auf einem Symposium während des DKK in Berlin diskutierten Experten die seit 2016 zugelassene Zweitlinientherapie mit dem pegylierten liposomalen Irinotecan (nal-IRI).
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Beim metastasierten Pankreaskarzinom besteht die Erstlinientherapie i.d.R. aus Gemcitabin oder einer Gemcitabin-basierten Therapie, erläuterte Prof. Dr. Thomas Seufferlein, Ulm. In der Zweitlinie stehen mit 5-FU, Docetaxel, Cisplatin, Oxaliplatin oder Irinotecan zwar viele Möglichkeiten zur Verfügung, jedoch hat in dieser Indikation lediglich nal-IRI (ONIVYDE®) eine Zulassung. Diese bezieht sich auf eine Kombination von nal-IRI mit 5-FU und Leucovorin.

Diese Zulassung basiert auf der Phase-III-Studie NAPOLI-1. Dabei handelt es sich, wie der Onkologe unterstreicht, um die „erste multinationale Zweitlinienstudie beim metastasierten pankreatischen duktalen Adenokarzinom, in die insgesamt 417 Patienten einbezogen wurden.“ Getestet wurde nal-IRI (80 mg/m2) in Kombination mit 5-FU/LV intravenös alle 2 Wochen (NAPOLI) gegen die alleinige Gabe von 5-FU/LV (200 mg/m2 + 2.000 mg/m2) (FU/LV). Beim primären Endpunkt, dem medianen Gesamtüberleben (OS), konnte NAPOLI dieses auf 6,1 Monate verlängern, verglichen mit 4,2 Monate in der Kontrollgruppe; das Sterberisiko wurde damit um 33% signifikant gesenkt (p=0,012).Das mediane PFS konnte unter NAPOLI gegenüber FU/LV mit 3,1 versus 1,5 Monate mehr als verdoppelt werden (p=0,0001). Und die Gesamtresponse (ORR) zeigte mit 16,2% gegen 0,8% eine sehr deutliche Überlegenheit (p<0,0001). Die häufigsten Nebenwirkungen mit Schweregrad 3 oder 4 unter NAPOLI waren Neutropenie (27%), Diarrhoe (13%), Erbrechen (11%) und Fatigue (14%) (1).

Supportivtherapie für bessere Lebensqualität

Über Aspekte der Supportivtherapie beim Pankreaskarzinom referierte Prof. Dr. Stefan Kubicka, Reutlingen. Insbesondere beim Pankreaskarzinom steht eine Mangelernährung mit einem vorzeitigen Versterben in Zusammenhang. Eine Optimierung des Ernährungszustandes verbessert nicht nur die Prognose, sondern ebenso die Lebensqualität und den Allgemeinzustand, was die Therapiefähigkeit der Patienten verbessert. Hierfür stehen eine ganze Reihe an Möglichkeiten zur Verfügung, wobei die parenterale Nutrition – wenngleich als letztes Mittel – aber dennoch in Erwägung zu ziehen ist. Eine enterale Ernährung ist oftmals nicht mehr möglich, etwa weil eine Obstruktion oder Dysmotilität des Darms vorliegt oder eine Malabsorption oder Mukositis. Bei einem mechanischen Ileus ist die Möglichkeit einer Operation zu prüfen, bei einem paralytischen Ileus besteht eine Option in der Motilitätssteigerung, etwa mit Neostigmin® 0,5-1 mg in 50 ml NaCl 0,9% über Perfusor. Hilfreich, so Kubicka, hat sich die Gabe von Prednisolon (15 mg 2x/d) bei Krebspatienten erwiesen, wovon sie signifikant profitierten, nicht nur in Hinsicht auf den Appetit, sondern auch auf die Fatigue (2). „Ich sehe dies aber als Option in einer späten Krankheitsphase, weil die Patienten ansonsten die Nebenwirkungen zu spüren bekommen würden“, schränkt der Onkologe ein.

Reimund Freye

Quelle: Symposium „Das metastasierte Pankreaskarzinom – individualisierte Sequenztherapie und optimierte Supportivtherapie", DKK, 22.02.2018, Berlin; Veranstalter: Shire

Literatur:

(1) Wang-Gillam A et al. Lancet 2016;387(10018):545-57.
(2) Paulsen O et al. J Clin Oncol 2014;32(29):3221-8.


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