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Medizin

16. Dezember 2019 Metastasiertes NSCLC: CHMP-Empfehlung für Kombinationstherapie Erlotinib + Ramucirumab

Lilly Deutschland hat bekanntgegeben, dass der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) eine Erweiterung der Zulassung von Ramucirumab in Kombination mit Erlotinib zur Erstlinientherapie von erwachsenen Patienten mit metastasierendem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) mit aktivierenden Mutationen des epidermalen Wachstumsfaktorrezep-tors (EGFR) empfohlen hat.
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Etwa 10%-20% der europäischen und 40%-60% der asiatischen Patienten mit NSCLC weisen Tumoren mit aktivierenden Mutationen im Gen für den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (Epithelial Growth Factor Receptor, EGFR) auf (1, 2). In rund 90% der Fälle handelt es sich hierbei um Mutationen in Exon 19 (19del) oder einen Aminosäureaustausch in Exon 21 (21 L858R), die in der Regel gut auf die Behandlung mit Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) wie Erlotinib ansprechen (2).

Problematische Resistenzen

Bedingt durch die Entwicklung von Resistenzen gegen Tyrosinkinase-Inhibitoren ist die Planung einer durchgreifenden Therapiestrategie mit dem Ziel einer möglichst langen Behandlung mit zielgerichteten Therapien jedoch sehr komplex. Kommt beispielsweise eine Substanz wie Osimertinib in der Erstlinie zum Einsatz, fehlt sie in der Zweitlinie, wo sie aufgrund ihrer Wirksamkeit bei Patienten mit Resistenz durch eine T790M-Mutation dringend gebraucht würde. Mit den derzeit zur Verfügung stehenden Behandlungsoptionen besteht somit weiterhin ein ungedeckter medizinischer Bedarf. Präklinischen und klinischen Untersuchungen zufolge könnte durch die duale Blockade der EGFR- und VEGF (Vas-cular Endothelial Growth Factor)-Signalwege die Wirksamkeit einer Therapie bei Patienten mit aktivierenden EGFR-Mutationen weiter gesteigert werden (3-6). Dies konnte nun durch die Ergebnisse der globalen, randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie RELAY gezeigt werden, auf denen das CHMP-Votum vom 12. Dezember 2019 beruht (7).

Kombinationstherapie mit handhabbaren Nebenwirkungsprofil

In der Studie wurde die kombinierte VEGF- und EGFR-Blockade durch Ramucirumab und Erlotinib in der Erstlinientherapie des fortgeschrittenen NSCLC untersucht. Eingeschlossen waren Patienten mit EGFR-Mutationen in den Exons 19 (19del) und 21 (L858R). Hierbei wurde gegenüber der alleinigen EGFR-Blockade mit Erlotinib eine signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS) und der Ansprechdauer (DoR) beobachtet. Die Nebenwirkungen der Kombinationstherapie waren handhabbar (7).

Zulassungserweiterung beantragt

Die Zulassungserweiterung für Ramucirumab wurde beantragt. Die positive Stellungnahme des CHMP ist der erste behördliche Schritt in Richtung einer Zulassungserweiterung für Ramucirumab in Europa. Sie wird jetzt für die endgültige Entscheidung an die Europäische Kommission weitergeleitet, die über die Zulassung des Arzneimittels in der Europäischen Union entscheiden wird. Die Kommission trifft ihre Entscheidung über die Marktzulassung im Allgemeinen innerhalb von 2 Monaten, nachdem der CHMP seine Empfehlung ausgesprochen hat.

Quelle: Lilly

Literatur:

(1) Chan B, Hughes BG, Transl Lung Cancer Res 2015; 4: 36-54.
(2) Hsu WH et al., Ann Oncol 2018; 29 (Suppl 1): i3-i9.
(3) Seto T et al., Lancet Oncol 2014; 15: 1236-1244.
(4) Byers LA, Heymach JV, Clin Lung Cancer 2007; 8 (Suppl 2): S79-S85.
(5) Naumov GN et al., Clin Cancer Res 2009; 15: 3484-3494.
(6) Saito H et al., Lancet Oncol 2019; 20: 625-635.
(7) Nakagawa K et al., Lancet Oncol 2019; doi: 10.1016/S1470-2045(19)30634-5. Epub ahead of print.


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