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Medizin

06. Februar 2017 Metastasiertes Mammakarzinom: Praxisrelevante Daten vom SABCS 2016

Einige der auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium vorgestellten Daten können den Behandlungsalltag des metastasierten Mammakarzinoms erleichtern. Dieses Resümee zog Prof. Nadia Harbeck, Brustzentrum der Ludwig-Maximilian-Universität München auf dem 36. Münchener Fachpresse-Workshop der POMME-med GmbH.
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So zeigte die PERUSE Studie (1), dass sich beim HER2-positiven Karzinom mehrere Taxane (Docetaxel, Paclitaxel und nab-Paclitaxel) zur dualen Blockade mit Trastuzumab und Pertuzumab in der Erstlinientherapie eignen. Die Effektivität der Taxane war mit einem medianen PFS von 19,6 Monate für Docetaxel, 24,8 Monate für Paclitaxel und 18,1 Monate für nab-Paclitaxel vergleichbar gut. Allerdings trat unter Docetaxel eine deutlich höhere Rate an hämatologischen Nebenwirkungen wie Neutropenien und febriler Neutropenie auf.

In der Phase-III-Studie BELLE 3 wurde bei Patientinnen mit HR-positiven HER2-negativen Tumoren untersucht, ob die zusätzliche Gabe von Buparlisib zu Fulvestrant nach einem Progress unter der Therapie mit Everolimus effektiv ist (2). „Da der pan PI3K-Inhibitor Buparlisib in den gleichen Signalweg eingreift wie der mTOR-Inhibitor Everolimus, war die Frage, ob eine weitere zielgerichtete Therapie dieser Art erfolgversprechend sein kann“, erklärte Harbeck. Verglichen wurde Buparlisib plus Fulvestrant gegenüber Fulvestrant alleine. Die Kombination erwies sich als signifikant überlegen, das mediane PFS lag bei 3,9 versus 1,8 Monaten (p<0,001), doch waren die Zahlen laut Harbeck insgesamt enttäuschend. Die Ansprechraten lagen mit 7,5 versus 2,1 relativ niedrig, ebenso der klinische Benefit mit 24,6 versus 15,4.
Ein relevantes Problem stellten auch die Nebenwirkungen dar. Es traten Depressionen und Angstzustände sowie Suizidversuche auf. „Die Substanz funktioniert bei Tumoren mit einer PIK3CA-Mutation, insgesamt ist sie jedoch zu toxisch, um sie guten Gewissens an die Patientinnen weiterzugeben“, konstatierte Harbeck. Derzeit laufen noch zwei weitere Studien mit Vertretern dieser Substanzklasse (Alpelisib und Taselisib), deren Ergebnisse mit Spannung erwartet werden.

Weniger Neuropathie mit Kompressionstherapie

Einen sehr praktischen Ansatz verfolgten japanische Forscher, um die periphere Neuropathie aufgrund der nab-Paclitaxel-Therapie zu vermindern (3). Sie zogen den Patientinnen vor jeder Behandlung zwei enge Operationshandschuhe auf die dominante Hand. Im Vergleich zur Hand ohne Handschuh verringerten sich die Neuropathie-Symptome deutlich (sensorische Neuropathie 21,4 vs. 76,1%; motorische Neuropathie: 26,2 vs. 57,1%).

Dr. Marion Hofmann-Aßmus

Quelle: 36. Münchener Fachpresse-Workshop der POMME-med, 18.1.2017, München

Literatur:

(1) Bachelot T et al. SABCS 2016, Abstract P4-21-04.
(2) Di Leo A et al. SABCS 2016 Abstract S4-07.
(3) Tsuyuki S et al. SABCS 2016, PD 4-08


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