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Medizin
04. Dezember 2019

Metastasiertes Magenkarzinom: Erfolgreiche Drittlinienbehandlung mit Trifluridin/Tipiracil

Auch beim fortgeschrittenen Magenkarzinom werden inzwischen sequenzielle Therapiestrategien eingesetzt, die die Prognose der Patienten deutlich verbessert haben. Insbesondere in der Zweit- und Drittlinie hat es in den vergangenen Jahren Fortschritte gegeben. Als effektive und zudem gut verträgliche Option für die dritte Therapielinie steht seit einigen Monaten das Zytostatikum Trifluridin/Tipiracil (Lonsurf®) zur Verfügung.
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Therapiestandard in der Erstlinienbehandlung des metastasierten Magenkarzinoms sind Doublet-Chemotherapien auf der Basis von Platin und einem Fluoropyrimidin, erklärte Prof. Dr. Markus Möhler, Mainz, bei einem Satellitensymposium von Servier im Rahmen des AIO-Herbstkongresses in Berlin. Bei HER2-positiven Tumoren wird die Doublette durch eine zielgerichtete anti-HER2-Therapie mit Trastuzumab ergänzt. Behandlungsstandard in der Zweitlinie bei hoch motivierten Patienten in gutem Allgemeinzustand (ECOG Performance Status (PS) 0-1) und sehr hoher Motivation ist laut Möhler die Kombination aus Ramucirumab und Paclitaxel, alternativ könne das Regime FOLFIRI eingesetzt werden. Für Patienten mit einem ECOG PS von 1-2 eigne sich die Behandlung mit Taxan/Irinotecan oder eine Ramucirumab-Monotherapie, während für Patienten mit einem ECOG PS von 3-4 die bestmögliche unterstützende Therapie (Best Supportive Care, BSC) die empfehlenswerte Option sei.

Auch jenseits der Zweitlinie bestehen heute Möglichkeiten einer erweiterten Sequenztherapie. Patienten mit einem ECOG-PS bis 2 profitieren laut Möhler in diesem Setting von der zytostatisch wirksamen Kombination Trifluridin/Tipiracil. Das Zytostatikum war in der globalen Phase-III-Studie TAGS bei Patienten mit metastasiertem Magenkarzinom, die auf mindestens zwei vorherigen Therapielinien nicht ansprachen, in Kombination mit BSC gegen Plazebo/BSC getestet worden. Die Studiendaten hatten unter dem Einfluss des Zytostatikums eine signifikante Verbesserung des Gesamtüberlebens (OS) (median 5,7 vs. 3,6 Monate; HR=0,69 [95% KI 0,56-0,85], p=0,00029) im Vergleich zu Placebo/BSC gezeigt (1). Das Gesamt-Sicherheitsprofil war ähnlich günstig wie das, das von Trifluridin/Tipiracil beim metastasiertem kolorektalen Karzinom bekannt ist; es wurden hauptsächlich hämatologische Nebenwirkungen berichtet. Als zukünftige Option für späte Linien zeichne sich zudem die Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren ab.

Dr. Claudia Schöllmann

Quelle: Satellitensymposium „Metastasiertes Magenkarzinom – Neuheiten bei evidenzbasierten Therapien des AllTAGS“ im Rahmen des AIO-Herbstkongresses am 23. November 2019 in Berlin, veranstaltet von Servier Deutschland GmbH, München

Literatur:

(1) Shitara K et al. Lancet Oncol 2018;19(11):1437-1448


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