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Medizin

06. November 2019 Metastasiertes Magenkarzinom: Neue Drittlinienoption mit belegtem Überlebensvorteil

Durch Drittlinientherapien hat sich der Behandlungshorizont beim metastasierten Magenkarzinom erweitert, die Prognose betroffener Patienten erheblich verbessert. So wurde im September 2019 mit Trifluridin/Tipiracil (FTD/TPI) eine neue effektive Option für intensiv vorbehandelte Patienten zugelassen.
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Die Prognose von Patienten mit fortgeschrittenem Magenkarzinom ist weiterhin unbefriedigend: Da die Diagnose vielfach erst im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium gestellt wird, sind nur ein Viertel der europäischen Patienten Langzeit-Überleber, informierte Prof. Dr. Sylvie Lorenzen, München. Dank der kombinierten Chemotherapie in der ersten Linie wurde das Überleben der Betroffenen zwar verbessert; eine weitere Prognoseverbesserung  gelang in der Folge durch die Entwicklung von Zweitlinienregimen. „Danach war jedoch die Frage, wie man Patienten nach Versagen der Erst- und Zweitlinientherapie weiterbehandelt“, gab Lorenzen zu bedenken.

In der TAGS-Studie hat sich jetzt mit FTD/TPI (Lonsurf®) ein neues Medikament bei intensiv vorbehandelten Patienten bewährt (1). Die Phase-III-Studie schloss über 500 Patienten mit metastasiertem Karzinomen von Magen und gastroösophagealem Übergang (GEJ) ein, die zusätzlich zur besten Supportivtherapie im Verhältnis 2:1 zur aktiven Therapie mit FTD/TPI oder zu Placebo randomisiert wurden. Alle Teilnehmer hatten nach ≥2 Therapielinien mit Fluoropyrimidin/Platin, Taxan und/oder Irinotecan einen Progress erlitten. „Rund 38% waren klassische Third-line-Patienten; über 60% hatten bereits 3 und mehr Vortherapien erhalten“, berichtete Lorenzen.

Beim primären Endpunkt Gesamtüberleben (OS) überzeugte FTD/TPI durch eine signifikante und laut Lorenzen „klinisch relevante“ Verbesserung: Das OS betrug im Placebo-Arm median nur 3,6 Monate, war dagegen bei den mit FTD/TPI behandelten Teilnehmer um gut 2 Monate auf 5,7 Monate verlängert (HR 0,69; p=0,0003). Die 1-Jahres-Rate des OS stieg von nur 13% im Placebo-Arm auf 21%. Gemäß Subgruppenanalysen hatten alle Teilnehmer von FTD/TPI einen OS-Vorteil. Auch die Tumorkontrollrate verbesserte sich deutlich – von 14% im Kontrollarm auf 44% im Verumarm. Zudem gelang die Steigerung der Effektivität ohne negative Auswirkung auf die Lebensqualität; die Zeit bis zur Verschlechterung des Performance-Status war gegenüber dem Placebo-Arm verlängert. Das Nebenwirkungsprofil in der TAGS-Studie entsprach den beim Kolorektalkarzinom gemachten Erfahrungen mit der Substanz. Lorenzen wertete FTD/TPI daher abschließend als neue effektive Option mit handhabbarem Sicherheitsprofil für die Drittlinientherapie von Patienten mit metastasiertem Magenkarzinom.

Quelle: Symposium „Gastrointestinale Intelligenz – vom Bauchgefühl zur evidenzbasierten Therapie im klinischen Alltag“ im Rahmen der DGHO-Jahrestagung, Berlin, 11. Oktober 2019; Veranstalter: Servier

Literatur:

(1) Shitara K et al.; Lancet Oncol 2018;19: 1437-1448.


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