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Medizin

09. März 2020 Metastasiertes HR-positives Mammakarzinom: Mit CDK4/6-Inhibitoren chemotherapiefrei behandeln

Bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Hormonrezeptor (HR)-positivem Mammakarzinom ist die erweiterte endokrine Therapie mit einem CDK4/6-Inhibitor wie Abemaciclib (Verzenios®) aufgrund der überzeugenden Wirksamkeitsdaten sehr schnell in der Praxis angekommen. Die Experten auf einem Satellitensymposium beim DKK 2020 unter dem Vorsitz von Prof. Hans Tesch, Frankfurt, waren sich einig, dass die Kombination möglichst früh eingesetzt werden sollte.
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Heute bestehe ein breiter Konsens, dass beim HR-positiven Mammakarzinom auch im metastasierten Stadium primär eine endokrine Therapie eingesetzt werden sollte und diese als endokrine Kombinationstherapie mit CDK4/6-Inhibitoren sehr effektiv sei, so Tesch. Alle 3 verfügbaren CDK4/6-Inhibitoren hätten sehr gute Ergebnisse erzielt. Abemaciclib ist in Kombination mit einem Aromatasehemmer (AI) oder Fulvestrant (bei prä- oder perimenopausalen Frauen zusätzlich einem LHRH-Agonisten) beim metastasierten HR-positiven Mammakarzinom für die Erst- und Zweitlinientherapie zugelassen.

Signifikante Verlängerung des PFS

In der MONARCH-2-Studie verbesserte Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant das progressionsfreie Überleben (PFS) und die Gesamtansprechrate (ORR) bei Patientinnen mit Resistenz gegenüber endokriner Therapie signifikant (1). Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 47,7 Monaten verlängerte die erweiterte endokrine Therapie mit Abemaciclib das Gesamtüberleben signifikant um 9,4 Monate gegenüber der alleinigen endokrinen Therapie (HR=0,757; 95%-KI: 0,606-0,945; p=0,0137) (2). „Das sind beeindruckende Ergebnisse, die den neuen Standard stabilisieren“, kommentierte Tesch. Er betonte, dass auch Risikopatientinnen wie Frauen mit viszeralen Metastasen profitierten.

Möglichst frühzeitiger Einsatz von Abemaciclib

Als Erstlinientherapie verbesserte Abemaciclib in Kombination mit einem nicht-steroidalen AI in der MONARCH 3-Studie PFS und ORR signifikant (3). Bei seiner Fallpräsentation einer Patientin mit Hirnmetastasen wies Dr. Johannes Ettl, München, darauf hin, dass Abemaciclib bereits früh auf ZNS-Wirksamkeit geprüft wurde. Prof. Eva-Maria Grischke, Tübingen, betonte, dass der Einsatz von Abemaciclib möglichst früh erfolgen sollte, da so größere Therapieerfolge zu erzielen seien. Hier müsse ein Umdenken stattfinden. Grischke: „Die effektivste Therapie zuerst!“ Die Chemotherapie sollte einer viszeralen Krise im Sinne eines drohenden Organversagens vorbehalten bleiben, so die Experten.

Mascha Pömmerl

Quelle: Satellitensymposium „Interaktive Fallpräsentation und Diskussion: Gesamtüberleben beim metastasierten HR+, HER2- Mammakarzinom – das zählt!“, 21.02.2020, DKK, Berlin; Veranstalter: Lilly

Literatur:

(1) Sledge G et al. J Clin Oncol 2017; 35: 2875-84.
(2) Sledge GW et al. JAMA Oncol 2020; 6: 116-124.
(3) Goetz M et al. J Clin Oncol 2017; 35: 3638-46.


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