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Medizin

18. Juli 2017 Melanom-Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren

Immer neue Substanzen mit neuen Wirkmechanismen bringen die Behandlung des fortgeschrittenen Melanoms weiter voran. Die erste in Europa zugelassene Kombination von 2 immunonkologischen Wirkstoffen beinhaltet den PD-1-Inhibitor Nivolumab und den CTLA-4-Inhibitor Ipilimumab. Die Daten zum 2-Jahres-Update wurden kürzlich in München präsentiert.
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Bei Melanom-Patienten im fortgeschrittenen Stadium können mit den verfügbaren Therapien zum Teil 5-Jahres-Überlebensraten von 50% erreicht werden. Allerdings setzt das voraus, dass sich die Lactatdehydrogenase (LDH) als wichtiger Prognosemarker im normalen Bereich bewegt. Bei Patienten mit hohen LDH-Werten liegen die Chancen 3 Jahre zu überleben, unter 10% (1). Bei dieser Gruppe besteht dementsprechend nach wie vor ein besonderer „medical need“, erklärte Prof. Dr. Dirk Schadendorf, Essen.
 
Die neuesten Daten aus Checkmate-067 zur längerfristigen Tumorkontrolle mit den Checkpoint-Inhibitoren Ipilimumab (Yervoy®) und Nivolumab (Opdivo®) wurden erstmals auf dem AACR 2017 vorgestellt (2). Verglichen wurde in dieser Phase-III-Studie die Kombination vs. die Einzelsubstanzen. Unter der Kombination betrug der Anteil der Patienten, bei denen die Erkrankung nach 2 Jahren noch nicht fortgeschritten war, 43%, unter den Einzelsubstanzen waren es 37% (Nivolumab) und 12% (Ipilimumab). Das Gesamtüberleben betrug unter Nivolumab/Ipilimumab 64% versus 59% und 45%. Untersucht wurde in dieser Studie auch das Ansprechen der Patienten entsprechend ihres LDH-Levels. Blieb der Wert im Normbereich, dann sprachen unter der Kombination 65% der Patienten an. Bei einem LDH-Wert über der oberen Normgrenze waren es 45%, bei einem LDH-Wert, der um mehr als das Zweifache die obere Normgrenze überschritt, 33%.

Wichtige Erkenntnisse ergeben sich aus einer noch nicht publizierten Untersuchung zu Toxizität und notwendiger Therapiedauer: Immerhin die Hälfte der Patienten entwickelt unter Nivolumab/Ipilimumab eine Grad-3-Toxizität, jeder 3. beendet deshalb die Behandlung. Schadendorf et al. verglichen anhand gepoolter Daten aus Checkmate-069 und -067 Patienten, die die Behandlung nach median weniger als 8 Wochen beendeten und Nicht-Abbrecher (3). Die Tumorkontrolle in beiden Gruppen unterschied sich dennoch längerfristig nur geringfügig. Das Gesamtüberleben nach einem Jahr betrug 71,88% (kein Abbruch) versus 66,79% (Abbruch) und nach 2 Jahren 66, 67% versus 61,52%. Das lässt den Schluss zu, dass die Kombination wirkt und unter Umständen nicht längerfristig appliziert werden muss, so Schadendorf abschließend.

Martin Bischoff

Quelle: „The I-O-Approach in Advanced melanoma – From an Innovation to a Standard Therapy”anlässlich des 7th European Post-Chicago Melanoma/Skin Cancer Meeting am 29.06.2017 in München; Veranstalter: BMS

Literatur:

(1) Long GV et al. Lancet Oncol 2016
(2) Larkin J et al. AACR 2017
(3) Schadendorf D et al. J Clin Oncol 2017, in press


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