Dienstag, 24. November 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Medical Cloud CAR T
 
Medizin

14. September 2017 Melanom: Dabrafenib plus Trametinib verdoppelt rezidivfreies Überleben

Auf der Jahrestagung der European Society of Medical Oncology (ESMO) in Madrid wurde gerade eine Zulassungsstudie („COMBI-AD“) zur kombinierten Therapie von zwei zielgerichteten Substanzen (Dabrafenib und Trametinib) in der adjuvanten Therapie des Melanoms beim Vorliegen einer BRAF-Mutation im Tumor vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Überlegenheit der Kombinationstherapie gegenüber dem bisherigen Therapie-Standard mit Interferon.
Anzeige:
Tecentriq
Tecentriq
 
Nach der operativen Entfernung von Haut- oder Lymphknotenmetastasen des Melanoms werden im Allgemeinen adjuvante Therapien verabreicht. Bis heute hat in Europa nur die Interferon-Therapie eine Zulassung hierfür erhalten. Sie verbessert das rezidivfreie Überleben, das heißt die Zeit von der vollständigen Entfernung aller Tumoren bis zur ersten neuen Metastase, aber nur um ca. 10-20%. Das Gesamtüberleben wurde durch diese Therapie nur marginal beeinflusst.

Der Studienleiter und Vortragender in Madrid, Prof. Dr. Axel Hauschild, Oberarzt der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, und Prof. an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, berichtete dabei über eine Verdoppelung der rezidivfreien Überlebenszeit und eine Verdoppelung der Gesamtüberlebenszeit bei 870 Studien-Patienten, die mit Dabrafenib und Trametinib behandelt wurden im Vergleich zu einer Placebo-Therapie. Die Therapiedauer betrug zwölf Monate, die Nachbeobachtungszeit 2,8 Jahre. In allen untersuchten Untergruppen dieser Studie zeigten sich deutliche Vorteile für die mit der Kombinationstherapie behandelten Patienten.

„Dies sind die besten Resultate, die wir jemals in der adjuvanten Therapie des fortgeschrittenen Melanoms in den vergangenen 40 Jahren gesehen haben“, sagte Prof. Hauschild. „Sie übertreffen sogar meine hohen persönlichen Erwartungen im Vorfeld der Veröffentlichung dieser Studie.“ Mit großer Wahrscheinlichkeit würden sie zu einer raschen Zulassung dieser Präparatekombination nicht nur in Europa, sondern auch in den USA und in anderen Ländern führen und damit rasch die bis dato etablierte Interferon-Therapie ablösen, so der Hautkrebsexperte.

Die Verträglichkeit der Kombinationstherapie entspricht der Behandlung von Patienten mit fernmetastasiertem Melanom, das nicht mehr operiert werden kann. Für diese Indikation wurde bereits vor drei Jahren eine Zulassung der Kombination aus Dabrafenib und Trametinib in Europa ausgesprochen. „Etwa 40% aller Melanompatienten tragen eine sogenannte BRAF-Mutation und sind damit Kandidaten für eine effiziente vorbeugende Therapie, sofern bei ihnen Tochtergeschwülste in der Haut oder den Lymphknoten aufgetreten sind“, erläutert Prof. Hauschild in seinen ausführenden Worten zum neuen Therapiestandard.

Quelle: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Literatur:

Long GV, Hauschild A, Santinami M et al.
Adjuvant Dabrafenib plus Trametinib in Stage III BRAF-Mutated Melanoma.
N Engl J Med. 2017 Sep 10. doi: 10.1056/NEJMoa1708539. [Epub ahead of print]
http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1708539


Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Melanom: Dabrafenib plus Trametinib verdoppelt rezidivfreies Überleben"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab