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Medizin
24. März 2016

Mehr als 30 Jahre Stammzelltransplantation in Heidelberg

Vor mehr als 30 Jahren wurde der erste Patient der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg mit Stammzellen aus dem eigenen Blut behandelt, damals eine der weltweit ersten Stammzelltransplantationen. Heute ist Heidelberg mit über 300 Transplantationen pro Jahr eines der größten Zentren seiner Art weltweit. Vor diesem Hintergrund veranstaltet die Medizinische Universitätsklinik vom 31. März bis 2. April 2016 ein internationales Symposium unter dem Motto „Stammzelltransplantation – Fakten und Mythen“.

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Experten aus den USA, Kanada, Japan, China, Israel und Europa stellen den aktuellen Stand der Forschung vor. Ein Schwerpunktthema widmet sich einer neuartigen Zelltherapie bei bestimmten Formen von Blutkrebs: Dabei werden Immunzellen des Patienten genetisch umprogrammiert, um die Krebszellen im Körper auszurotten. Die neue Therapie soll 2017 in Kooperation mit dem Zentrum für Zell- und Gentherapie in Houston, USA, wo sie entwickelt wurde, in Heidelberg im Rahmen einer klinischen Studie angeboten werden.

Bei der Eröffnungsfeier am 31. März wird zudem Sebastian Gärtner, der 1985 in Heidelberg die erste Stammzelltransplantation erhielt, zu Gast sein. Er ist heute 69 Jahre alt, der Krebs ist seit der Transplantation geheilt. „Herr Gärtner erfreut sich bester Gesundheit. Ich freue mich besonders, dass er bei unserer Feierstunde dabei sein und von seiner Behandlung berichten wird“, sagt Prof. Dr. Anthony D. Ho, Ärztlicher Direktor der Abteilung Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg.

Den Auftakt zu der dreitägigen Veranstaltung bildet das Symposium zur Stammzellforschung der Baden-Württemberg Stiftung. Diese finanziert seit 2004 mit ca. 14 Millionen Euro an mehreren Standorten in Baden-Württemberg Programme zur Forschung an adulten Stammzellen. „Baden-Württemberg ist in der Entwicklung von zellbasierten, regenerativen Therapien sehr gut aufgestellt“, sagt Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung. „Das erklärte Ziel der Stiftung ist es, die Zukunftsfähigkeit unseres Landes zu stärken. Mit unseren Forschungsprogrammen tragen wir entscheidend zur Sicherung dieser Spitzenposition bei.“

Genetische Veränderung macht aus patienteneigenen Immunzellen Krebsjäger

"Wir stehen in der Stammzellforschung noch am Anfang eines langen Weges. Vieles wissen wir noch nicht. Dies muss deutlich gesagt werden, um unrealistischen Hoffnungen vorzubeugen", so der international renommierte Stammzell-Experte Ho. So drehen sich viele der beim Symposium diskutierten Forschungsergebnisse um die Fragen, wie Stammzellen auf molekularer Ebene funktionieren, wie sie sich steuern und so in der Therapie verschiedener Erkrankungen einsetzen lassen. Es gibt zwar zahlreiche vielversprechende Therapieansätze, doch sind diese meist noch Zukunftsmusik. Anders bei einer vor kurzem in den USA entwickelten Zelltherapie gegen lymphatische Leukämien sowie Lymphome, die zwar keine Stammzellen, dafür aber Wissen aus deren Erforschung und Transplantation nutzt. Sie kommt bislang nur in den USA und bei Patienten zum Einsatz, die auf die übliche Behandlung – Chemotherapie und Stammzell-Transplantation – nicht mehr ansprechen.

„Bei rund 90% der Patienten mit aggressiven Lymphomen kann der Krebs mit dieser Therapie zurückgedrängt werden“, erklärt Ho. „Wir hoffen, sie im kommenden Jahr als eines der ersten deutschen Zentren in Heidelberg anbieten zu können.“ Bestimmte Immunzellen des Patienten, sogenannte T-Killerzellen, werden hierbei aus dem Blut gesammelt, genetisch verändert (CAR-T-Zellen) und dem Patienten wieder zugeführt. Die T-Zellen werden durch die genetische Manipulation zu körpereigenen Krebszell-Jägern. Hos Kooperationspartner Malcolm Brenner, Zentrum für Zell- und Gentherapie am Baylor College of Medicine in Houston, Texas, USA, wird dieses Verfahren beim Symposium vorstellen.

Mehr: http://www.heidelberg-stemcell2016.de/

Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg


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