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Medizin

26. März 2019 MDS/AML: Überlebensvorteil durch Treosulfan-basiertes Reduced-Toxicity Konditionierungsregime

Die Konditionierungstherapie bei MDS und AML ist ein entscheidender Faktor für den Therapieerfolg, allerdings noch immer mit hoher Morbidität und Mortalität assoziiert. Auf dem EBMT präsentierte finale Phase-III-Studiendaten belegen einen erheblichen klinischen Vorteil hinsichtlich des Überlebens mit einem Treosulfan-basierten Reduced-Toxicity Konditionierungsregime (RTC) .
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Es besteht ein großer Bedarf an Konditionierungstherapien mit maximal antileukämischer Wirkung bei gleichzeitig reduzierter Toxizität, betonte Prof. Franco Locatelli, Rom/Italien, im Rahmen des Medac-Satellitensymposiums auf der diesjährigen 45. Jahrestagung der European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT). Mit der Treosulfan-basierten RTC befindet sich nun eine überzeugende Therapieoption unter dem Handelsnamen Trecondi® kurz vor der europäischen Zulassung. Die Treosulfan-Therapie zeichnet sich durch eine hohe, den myeloablativen Verfahren vergleichbare, Intensität und antileukämische Wirkung aus, bei gleichzeitig deutlich reduzierter Toxizität.

Prof. Dietrich Beelen, Essen, kommt daher zu der Schlussfolgerung, dass die Treosulfan-basierte Konditionierung vor allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation (HSZT) mit 10 g/m² das Potenzial zum neuen Standard in der Konditionierung vor allem der stark steigenden Population von älteren und/oder komorbiden Transplantationspatienten mit akuter myeloischer Leukämie (AML) und myelodysplastischen Syndromen (MDS) habe.

Klinisch relevanter Überlebensvorteil

Prof. Matthias Stelljes, Münster, präsentierte im Rahmen des Symposiums nun die finalen Daten der größten, internationalen, prospektiven Phase-III-Studie zur Konditionierungstherapie mit Treosulfan. Die vergleichende Studie untersuchte ein Treosulfan-Fludarabin-basiertes Konditionierungsregime als Alternative zu der intensitätsreduzierten Busulfan-Fludarabin-Therapie bei 570 vorwiegend älteren und zum Teil komorbiden AML- und MDS-Patienten, bei denen die allogene HSZT indiziert war. Bemerkenswert an den Studienergebnissen sind neben dem vorzeitigen Erreichen des primären Studienziels die herausragenden Ergebnisse der sekundären Endpunkte, insbesondere mit Blick auf die Überlebensraten.

So war nach 2 Jahren das Ereignisfreie Überleben (EFS) in der Treosulfangruppe mit 65,7% signifikant höher als 51,2% bei der Busulfan-basierten Konditionierungstherapie. Gleichzeitig war ebenfalls das Gesamtüberleben (OS) beim Treosulfan-basierten Regime mit 72,7% deutlich höher als beim Busulfan-Vergleichsarm mit 60,2%.

Gute Verträglichkeit auch bei Kindern und nicht-malignen Erkrankungen

Sehr gute Ergebnisse für die Treosulfan-basierte Konditionierungstherapie zeigen sich auch in anderen Indikationen. Dr. Mary Slatter, Newcastle/Großbritannien, präsentierte einen Überblick über die aktuelle Studienlage zu pädiatrischen Transplantationspatienten mit nicht-malignen Erkrankungen, wie beispielsweise angeborenen Immundefekten oder Stoffwechselerkrankungen. Diese bestätigen die Wirksamkeit und Sicherheit des Treosulfan-Fludarabin-basierten Konditionierungsregimes und, so Slatter, deuten auch bei diesen Patientengruppen auf ein verbessertes Überleben hin.

Auch die im Rahmen des Symposiums präsentierten Daten einer Phase-II-Studie bei 70 pädiatrischen Patienten im Alter von 28 Tagen bis 18 Jahren bestätigten die hohe Wirksamkeit und Sicherheit der Konditionierung mit Treosulfan ebenfalls bei Kindern mit malignen Bluterkrankungen. Prof. Krzysztof Kalwak, Breslau/Polen, betonte, dass die guten Ergebnisse, auch hinsichtlich der Non-Relapse Mortality (NRM), für den Einsatz der Treosulfan-basierten Konditionierungstherapie bei Kindern sprechen.

Quelle: Medac


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