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Medizin

15. Mai 2017
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mCRPC: Abirateronacetat zeigt unter Alltagsbedingungen ähnliche Wirksamkeit wie in Zulassungsstudie

In einer aktuellen retrospektiven Analyse konnten nicht oder mild symptomatische Männer mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) unter Alltagsbedingungen in der mCRPC-Erstlinientherapie im Median 11,6 Monate mit Abirateronacetat (Zytiga®) zusammen mit Prednison/Prednisolon (Abirateron/P) behandelt werden (1). Unter der Therapie stellte sich in dieser retrospektiven Betrachtung ein medianes radiologisches progressionsfreies Überleben (rPFS) von 16,5 Monaten ein. In der Phase-III-Studie COU-AA-302, auf der die Zulassung für diese Indikation basiert, hatten die mediane Therapiedauer bei 13,8 Monaten und das mediane rPFS ebenfalls bei 16,5 Monaten gelegen (2,3).
„Damit gibt es eine gute Übereinstimmung bei der Wirksamkeit unter Alltagsbedingungen mit den Resultaten der Zulassungsstudie COU-AA-302. Das ist umso bemerkenswerter, als unsere Teilnehmer eine schlechtere Prognose hatten und aufgrund ihres Erkrankungsstadiums schwieriger zu behandeln waren“, betonte Dr. Martin Bögemann, der Leiter der retrospektiven Analyse, die auf dem diesjährigen Genitourinary Cancers Symposium der American Society of Clinical Oncology (ASCO GU 2017) vorgestellt wurde.
 
Bögemann und Kollegen präsentierten dort eine Auswertung der Krankenakten von 224 mCRPC-Patienten aus 18 europäischen Zentren, die nach Versagen der Androgendeprivationstherapie keine oder milde Symptome gehabt und eine mCRPC-Therapie mit Abirateron/P begonnen hatten (1). Anders als bei der Studie COU AA-302 gehörten zu den Teilnehmern ebenfalls Patienten mit viszeralen Metastasen (9,8%) und mit einem höheren ECOG-Performance-Status von 2-3 (9,4%).
 
„mCRPC-Patienten mit viszeralen Metastasen haben eine schlechtere Prognose und sind schwieriger zu behandeln“, erklärt Bögemann, Leiter der Sektion Uroonkologie des Universitätsklinikums Münster. „Daher ist es für den Behandlungsalltag ein wichtiges Fazit, dass Abirateron/P in unserer Analyse nicht nur unter Alltagsbedinungen ähnlich wirksam war wie unter den Bedingungen einer klinischen Studie, sondern dies zudem auch für Patienten mit viszeralen Metastasen zu gelten scheint.“
 
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