Mittwoch, 5. Mai 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Vectibix
Medizin
28. Februar 2018

mCRC: Vielversprechende Daten zur Zweitlinientherapie mit Aflibercept

In der Therapie von Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom hat sich das humane, rekombinante Fusionsprotein Aflibercept in Kombination mit FOLFIRI als wirksame Behandlungsoption nach Oxaliplatin-haltiger Vortherapie etabliert. Beim ASCO GI in San Francisco verdeutlichte Prof. Dr. Sebastian Stintzing, Ludwig-Maximilians-Universität München, erneut die Bedeutung von Aflibercept hinsichtlich Effektivität und Verträglichkeit. Bei Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom (mCRC) ist für die Wahl der Zweitlinientherapie die Beobachtung relevant, dass sich das Spektrum pro-angiogener Faktoren unter der Erstlinientherapie und vor der Progression verändert, so Stintzing (1,2). Insbesondere komme es zu einem Anstieg von PlGF (Placental Growth Factor) und VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor). Dies sei eine Rationale für den Einsatz des antiangiogen wirkenden Antikörpers Aflibercept, der spezifisch die Liganden des VEGF-A, VEGF-B sowie PIGF blockiert und damit die Aktivierung des Rezeptors verhindert.
Stintzing folgert: „Vor diesem Hintergrund ist ein Wechsel der Kombinationstherapie von Bevacizumab/FOLFOX nach Versagen der Erstlinie gegen Aflibercept/FOLFIRI zweckmäßig“. In der für die Zweitlinientherapie des mCRC zulassungsrelevanten Phase-III-Studie VELOUR hatten die Studienteilnehmer unter der Behandlung mit Aflibercept plus FOLFIRI (5-Fluorouracil, Folinsäure, Irinotecan) ein medianes Gesamtüberleben (OS) von 13,5 Monaten im Vergleich zu 12,1 Monaten unter Placebo plus FOLFIRI erreicht (3). Dies entsprach einer Risikoreduktion um 16% zugunsten der Behandlung mit Aflibercept (Hazard Ratio (HR)=0,817; 95%-Konfidenzintervall (KI):0,713–0,937; p=0,0032). Der Überlebensvorteil wurde konsistent in allen vordefinierten Subgruppen erreicht.

Retrospektive Subgruppenauswertung hinsichtlich Mutationen

„Kürzlich konnte eine weitere, retrospektive Analyse der VELOUR - Daten zeigen, dass die Effektivität von Aflibercept möglicherweise besonders hoch bei Patienten ist, die eine BRAF-Mutation (HR=0,42) vorliegen haben “ so Stintzing. Insgesamt wurden 482 Gewebeproben, für die RNA-Daten vorlagen, innerhalb der sogenannten „Biomarker-Analyse“ ausgewertet, davon hatten 36 Patienten eine BRAF-Mutation. Die Ergebnisse der Biomarker-Subgruppenanalyse waren repräsentativ für die Gesamt-Intent-to-Treat (ITT)-Population (n=1.226) (4,5). Neben den BRAF-mutierten Patienten scheinen auch besonders deutlich die RAS- bzw. KRAS-Wildtyp Patienten (HR=0,70 bzw. 0,74) zu profitieren (4).

Weitere Forschungsaktivität in dieser Indikation

Wie der Onkologe Stintzing berichtete, gab es auf dem ASCO GI zum Kolorektalkarzinom 2 spannende Poster zum Einsatz von Aflibercept (6,7). In der metastasierten Situation wurden Daten zu einer für Deutschland ungewöhlichen 5-FU/Irinotecan (FOFIRI3) Kombination und Aflibercept gezeigt (6). Dabei waren die Effektivitätsdaten im erwarteten Bereich der Zulassungsstudie VELOUR. Des Weiteren wurde der explorative Einsatz von Aflibercept in der Zweitlinie im perioperativen Bereich bei Lebermetastasen präsentiert (7). Auch in Deutschland laufen aktuell 2 AIO Studien zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von Aflibercept (8). Zum einen als mögliche Erstlinienkombination bei älteren Patienten mit metastasiertem Kolonkarzinom, zum anderen in Kombination mit Chemotherapie in der perioperativen Situation des Rektumkarzinoms. Aflibercept ist zugelassen für die Therapie des metastasierten Kolorektalkarzinoms in Kombination mit FOLFIRI nach Versagen einer Oxaliplatin-haltigen Vortherapie (9).

Quelle: Sanofi Genzyme

Literatur:

(1) Kopetz S et al. J Clin Onc 2010; 453 (v1.0) p. 3.
(2) Lieu CH et al. PLoS One 2013; e77117 (v1.0) p. 1
(3) Van Cutsem E et al. J Clin Oncol 2012; 30:3499-3506
(4) Wirapati P, et al. J Clin Oncol. 2017;35 (suppl; abstr 3538)
(5) Wirapati, P. et al. Ann. Oncol.WCGIC 2017 Abstracts (LBA-005); suppl.3: 151-152; presented by Tejpar, S.
(6) Candice et al.(2018) J Clin Oncol 36, 2018 (suppl 4S; abstr 817)
(7) Munoz Martin et al.(2018): J Clin Oncol 36, 2018 (suppl 4S; abstr 862)
(8) AIO Studienportal: AIO-KRK-0117 und AIO-KRK-0213 http://www.aio-portal.de/index.php/studien.html(Stand: 16.02.2018)
(9) FachinformationAflibercept;Stand September 2017 (Deutschland)


Anzeige:
Tukysa
Tukysa
 
Das könnte Sie auch interessieren
Startschuss für den Regensburger Leukämielauf 2017: Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer übernimmt Schirmherrschaft und die Kapelle Josef Menzl beginnt Training
Startschuss+fu%CC%88r+den+Regensburger+Leuk%C3%A4mielauf+2017%3A+Bu%CC%88rgermeisterin+Gertrud+Maltz-Schwarzfischer+u%CC%88bernimmt+Schirmherrschaft+und+die+Kapelle+Josef+Menzl+beginnt+Training
© ivanko80 / Fotolia.com

Vor der Kulisse des Alten Rathauses wurde gestern (26.06.) Bürgermeisterin Gertrud Maltz- Schwarzfischer das erste Laufshirt des Regensburger Leukämielaufes 2017 von Professor Dr. Reinhard Andreesen, Vorsitzender der Leukämiehilfe Ostbayern e.V., überreicht. Mit der Übergabe des Laufshirts an das Stadtoberhaupt startet traditionell der Countdown zum größten Benefizlauf in Ostbayern, der in diesem Jahr am 15....

Brustkrebs bei Männern
Brustkrebs+bei+M%C3%A4nnern
© Antonio Tanaka - stock.adobe.com

Jährlich erkranken zwischen 600 und 700 Männer an Brustkrebs. Das macht rund ein Prozent aller Brustkrebsfälle aus. Da es für Männer keine Brustkrebs-Früherkennungsprogramme gibt und der Gedanke an Krebs zunächst fern liegt, wird die Erkrankung beim Mann meist erst in späteren Stadien diagnostiziert als bei Frauen. Dadurch verstreicht wertvolle Zeit, die bei der Behandlung fehlt. Wie Brustkrebs beim Mann entsteht, erkannt und behandelt wird,...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"mCRC: Vielversprechende Daten zur Zweitlinientherapie mit Aflibercept "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.