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Medizin
22. Juli 2013

mCRC: Wirksamkeit und Verträglichkeit von Aflibercept im klinischen Alltag bestätigt

Das seit März diesen Jahres zugelassene Fusionsprotein Aflibercept (Zaltrap®) ist in Kombination mit FOLFIRI eine wirksame Zweitlinien-Therapie für Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom (CRC) mit und ohne KRAS-Mutation, die bereits mit Oxaliplatin vorbehandelt sind. Second-line eingesetzt, bietet Aflibercept besagten Patienten darüber hinaus eine zusätzliche Therapielinie. Im klinischen Alltag zeigt sich neben der hohen Wirksamkeit auch, dass die Patienten Aflibercept gut vertragen, erläuterte Prof. Dirk Arnold, Freiburg, anlässlich der 2. Expertise CRC.

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Aflibercept ist in Kombination mit dem FOLFIRI-Regime (5-FU/Folinsäure/Irinotecan) als Zweitlinientherapie für Patienten mit metastasiertem CRC zugelassen, die unter bzw. nach vorangegangener Erstlinientherapie mit einem Oxaliplatin-haltigen Regime progredient sind. In der randomisieren Phase III-Zulassungsstudie VELOUR erreichte die Kombination Aflibercept/FOLFIRI bei diesen Patienten einen statistisch signifikanten Überlebensvorteil mit einer Reduktion des Sterberisikos um knapp 20% gegenüber der alleinigen Behandlung mit FOLFIRI (HR 0,817; p=0,0032) (1). Unerheblich war, ob die Patienten bereits mit Bevacizumab vorbehandelt waren oder nicht. Nach einer Nachbeobachtungszeit von 2,5 Jahren sind im Aflibercept-Arm immer noch knapp 10% Patienten mehr am Leben (22,3% vs. 12,0%). Dieser "prolongierte Überlebensvorteil" ist etwas Neues beim metastasierten CRC, erläuterte Arnold, und zeige, dass einzelne Patienten prognostisch besonders deutlich von Aflibercept profitieren.

Im klinischen Alltag: hohe Wirksamkeit bei guter Verträglichkeit

Exemplarisch für die hohe Wirksamkeit von Aflibercept im klinischen Alltag verwies Arnold auf eine eigene, seinerzeit asymptomatische Patientin mit rezidiviertem CRC, die adjuvant auf Capecitabin/Oxaliplatin nur mäßig angesprochen hatte und eine wirksame Therapie benötigte. Auf die daraufhin eingesetzte Behandlung mit Aflibercept/FOLFIRI sprach sie gut an und zeigte erst nach knapp zehn Monaten wieder eine langsam einsetzende Progredienz. Die Patientin hatte Aflibercept gut vertragen, ohne die typischen anti-VEGF-Nebenwirkungen zu entwickeln. Auch dies sei eine wichtige Erkenntnis aus dem klinischen Alltag, erläuterte Arnold. Aflibercept werde insgesamt gut und tendenziell besser vertragen als dies aufgrund der klinischen Studiendaten zu erwarten war.

3-facher Wirkansatz optimiert Anti-Angiogenese

"Wir hatten uns bei dieser Patientin auch deshalb für Aflibercept entschieden, weil wir auf jeden Fall ein erneutes suboptimales Ansprechen oder gar ein Therapieversagen vermeiden wollten", erklärte Arnold. Als speziell entwickeltes Fusionsprotein, so Arnold weiter, setzt sich Aflibercept aus den Bindungsstellen des VEGF-R1 und des VEGF-R2 zusammen, weshalb Aflibercept nicht nur an den Wachstumsfaktor VEGF-A, sondern auch an VEGF-B und an den PlGF (placenta growth factor) andocken und besagte Rezeptorliganden abfangen kann. Der 3-fache Wirkansatz bietet ein breites Wirkspektrum und verhindert darüber hinaus eine gegenseitige Kompensation der untereinander interagierenden Wachstumsfaktoren, was eine umfassendere Blockade der Tumorangiogenese ermöglicht als dies bislang möglich war. Ausdruck der effektiven anti-angiogenen Wirkung von Aflibercept ist die für eine Zweitlinientherapie hohe Ansprechrate von knapp 20% in der VELOUR-Studie (19,8 vs. 11,1%; p=0,0001). 

CAVE: Keine Therapielinie vergeben

Sprechen Patienten auf die Second-line-Behandlung mit Aflibercept/FOLFIRI nicht mehr adäquat an, was aufgrund der palliativen Therapiesituation irgendwann der Fall ist, stehen für Patienten mit KRAS/RAS-Wildtyp weiterhin die EGFR-Antikörper plus/minus Chemotherapie als weitere Therapieoption zur Verfügung. Die mit Oxaliplatin vorbehandelten Patienten, so Arnold, haben daher mit Aflibercept als Zweitlinientherapie eine zusätzliche Therapielinie erhalten. Generell sollten Patienten Aflibercept nicht zu spät erhalten, damit alle für diese Patienten verfügbaren Substanzen genutzt werden können.

Literaturhinweis:
(1) Van Cutsem E et al., JCO 2012 DOI: 10.1200/JCO.2012.42.8201

Quelle: Sanofi


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