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Medizin
01. Februar 2021
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mCRC: In der Zweitlinie den Wechsel als Chance begreifen

In der Behandlung des metastasierten Kolorektalkarzinoms (mCRC) werden Fortschritte vor allem in kleineren molekularpathologischen Subgruppen erzielt. Bei einem Pressegespräch berichteten Prof. Dr. Sebastian Stintzing und Prof. Dr. Dominik Modest, Charité Universitätsmedizin Berlin, über Neuigkeiten vom ASCO-GI und den Status quo in der klinischen Praxis.
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Seit 2019 empfiehlt die S3-Leitlinie zum mCRC die initiale molekularbiologische Diagnostik vor Einleitung der Erstlinientherapie. Essenziell umfassen die molekularpathologischen Untersuchungen die Analyse von RAS- und BRAF-Mutationen sowie den Status der Mikrosatelliteninstabilität.

Bezüglich der Erstlinientherapie zeigen retrospektive Untersuchungen, dass bei Vorliegen einer BRAF-Mutation möglicherweise die Therapie mit FOLFIRI dem FOLFOX-Regime nicht unterlegen ist. Im Vergleich der Chemotherapie-Triplette (FOLFOXIRI) mit einer Chemotherapie-Doublette (FOLFIRI oder FOLFOX) wurde in der Erstlinientherapie bei BRAF-mutierten mCRC-Patienten ebenfalls kein Hinweis für einen Wirksamkeitsunterschied gesehen. Dass eine anti-EGFR- oder eine anti-VEGF-gerichtete Therapie für BRAF-mutierte Patienten von größerem Vorteil wäre, konnte nicht gezeigt werden. FOLFOX + Bevacizumab sei somit für die Behandlung dieses Patientenguts eine rationale Therapieoption, erklärte Stintzing.

Insbesondere Patienten, die unter Bevacizumab + FOLFOX einen schnellen Progress (< 6 Monate) erleiden, haben trotz einer insgesamt sehr ungünstigen Prognose eine gute Chance, von einer Zweitlinientherapie mit Ramucirumab + FOLFIRI zu profitieren. In der RAISE-Studie wurde Placebo-kontrolliert durch die zusätzliche Gabe von Ramucirumab zu Folfiri eine signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS) und des Gesamtüberlebens (OS) erreicht. BRAF-mutierte Patienten mit einem schnellen Progress zeigten ein PFS von median 5,2 Monaten, was einer Verlängerung um 2,3 Monaten gegenüber der alleinigen Chemotherapie entsprach. Das mediane OS der Patienten mit schnellem Progress wurde von 8,0 Monaten unter Placebo + FOLFIRI auf 10,4 Monate unter Ramucirumab + FOLFIRI verlängert.

Dr. Ine Schmale

Quelle: Post-ASCO-GI Themen-Talk: Therapie des mCRC – In der Zweitlinie den Wechsel als Chance begreifen, 27. Januar 2021; Veranstalter: Lilly


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