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Medizin

01. Juni 2017 mCRC: Die RAS-Testung ist Voraussetzung einer personalisierten Therapie

Wird ein metastasiertes kolorektales Karzinom (mCRC) diagnostiziert, so ist eine RAS-Mutationstestung praktisch obligatorisch. Denn der Befund ist wegweisend für die Behandlung und damit auch Voraussetzung einer personalisierten Therapie. Nachdem die prognostische Bedeutung der Tumorlokalisation im Hinblick auf das links- oder rechtsseitige Auftreten erkannt wurde, waren die Testraten zum RAS-Mutationsstatus vorübergehend rückläufig. Die aktuellen Daten des Tumorregisters zu kolorektalen Karzinomen zeigen jedoch einen Trend zur Normalisierung der Testraten, was nach Dr. Norbert Marschner, Freiburg, als positive Entwicklung zu werten ist. Denn der Befund zum RAS-Mutationsstatus ist nach wie vor ein prädiktiver Biomarker, berichtete Marschner. Die Testung wird daher explizit auch in den aktuellen ESMO-Leitlinien (European Society for Medical Oncology), empfohlen. „Wir sollten deshalb nach der Diagnosestellung routinemäßig testen und dann erst therapieren“, so Marschner.
 
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Eine möglichst effektive Induktionstherapie korreliert laut Prof. Dr. Stefan Kasper, Essen,  mit dem Gesamtüberleben und ist somit prognostisch bedeutsam. Beim RAS-Wildtyp hat sich nach Aussage des Mediziners eine Anti-EGFR-Kombinationstherapie, wie sie mit Panitumumab möglich ist, dabei als überlegen erwiesen. Das dokumentieren unter anderem die Ergebnisse der PRIME-Studie, in der die Hinzunahme von Panitumumab zu einer FOLFOX-Chemotherapie das Gesamtüberleben von 20,2 auf 26,0 Monate verlängerte. Ein gutes medianes Überleben zeigte sich auch in der PLANET-Studie, in der Panitumumab entweder in Kombination mit FOLFOX oder FOLFIERI bei Patienten mit auf die Leber beschränkter Metastasierung gegeben wurde. Die Überlebensraten lagen im FOLFOX-Arm bei 39,0 Monaten und im FOLFIERI-Arm bei 45,8 Monaten. Patienten mit RAS-Mutation profitieren hingegen nicht von der EGFR-basierten Behandlung, so Kaspar.

Dass die Anti-EGFR-Therapie einem Anti-VEGF-Konzept bei der Erstlinientherapie überlegen ist, belegen nach seiner Darstellung auch die Ergebnisse der PEAK-Studie, bei der Panitumumab und Bevacizumab jeweils in Kombination mit FOLFOX miteinander verglichen wurden. Unter Panitumumab resultiert ein medianes Gesamtüberleben von 36,9 Monaten gegenüber 28,9 Monaten unter Bevacizumab.

Die Überlebensvorteile sind nach Kaspar möglicherweise durch das tiefere Ansprechen der Patienten unter Panitumumab begründet, ein Aspekt, der aus Sicht des Onkologen künftig stärker zu berücksichtigen ist. Denn ein tieferes Ansprechen korreliert mit höheren Resektionsraten sowie einer Verbesserung der Tumorsymptomatik und des Gesamtüberlebens. Das tiefe Ansprechen dürfte aus Sicht des Onkologen somit bei allen mCRC-Patienten unabhängig von einer links- oder rechtsseitigen Tumorlokalisation im Darm ein Therapievorteil sein.

Christine Vetter

Quelle: Presse-Talk „RAS-Status beim mCRC: Erst testen – dann therapieren“ am 9. Mai 2017 in Frankfurt, Veranstalter Amgen


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