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Medizin

09. Januar 2020 mCRC: Anti-EGFR-Antikörper Panitumumab beim RAS-Wildtyp

Auf einem Symposium im Rahmen des AIO-Herbstkongresses diskutieren Experten Studienergebnisse zum Einsatz des Anti-EGFR-Antikörpers Panitumumab in der Therapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms (mCRC) mit RAS-Wildtyp (WT). Zudem erhielten die Teilnehmer einen Einblick in die Entwicklung eines neuen therapeutischen Ansatzes bei soliden Tumoren.
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Infothek Sekundäre Immundefekte
Die VOLFI-Studie (AIO KRK 0109) (1) ging der Frage nach, ob durch die zusätzliche Gabe von Panitumumab (Vectibix®) (2) zum FOLFOXIRI-Regime die Wirksamkeit dieses sehr aktiven Tripletts für die Erstlinientherapie des mCRC noch weiter gesteigert werden kann. Die Phase-II-Studie umfasste 96 initial nicht resektable mCRC-Patienten mit RAS-WT in guten Allgemeinzustand, die 2:1 auf modifiziertes (m) FOLFOXIRI-Regime (Irinotecan, Leucovorin, 5-Fluorouracil (5-FU) und Oxaliplatin) + Panitumumab (n=63) oder Chemotherapie mit FOLFOXIRI allein (n=33) randomisiert wurden. Laut Auswertung durch die Prüfärzte wurde die objektive Ansprechrate (primärer Endpunkt) signifikant von 60,6% unter FOLFOXIRI auf 87,3% unter mFOLFOXIRI + Panitumumab verbessert (p=0,02) (1).

Wichtige Option für Patienten mit hoher Tumorlast

Das Ergebnis wurde durch den zentralen radiologischen Review bestätigt (89,3% vs. 66,7%; p=0,004). Ein sekundärer Endpunkt war die Rate an sekundären Resektionen. Diese war bei initial inoperablen Patienten mit Chance auf eine sekundäre Metastasenresektion – definiert in Kohorte 2 – im Panitumumab-Arm bei 75% möglich im Vergleich zu 36, 4% im FOLFOXIRI-Arm (1). Wie die Experten verdeutlichten, stellt diese intensive Erstlinientherapie für fitte Patienten mit hohem Remissionsdruck, hoher Tumorlast, schwerer Symptomatik und für Patienten mit der Chance auf eine Resektion initial inoperabler Metastasen eine wichtige Option dar. Auch die Frage, ob der Therapieerfolg nach eingeleiteter Remission unter einer Panitumumab-basierten Erhaltungstherapie erhalten und zugleich deeskaliert und daher besser verträglich gestaltet werden kann, wird weiter intensiv untersucht. Die Phase-II-Studien SAPPHIRE und VALENTINO haben bereits positive Ergebnisse für eine Deeskalation erbracht (3, 4). Derzeit läuft die PanaMa-Studie (AIO KRK0212) (5), in der 5-FU/ Leukovorin (LV) + Panitumumab mit der alleinigen Gabe von 5-FU/LV nach Induktion mit FOLFOX + Panitumumab verglichen wird.

Prüfsubstanz AMG 510

Ein weiterer Aspekt widmete sich KRAS-mutierten Tumoren. Innerhalb der RAS-Genfamilie ist KRAS die am häufigsten vorkommende Variante, insbesondere bei soliden Tumoren (6). Eine spezifische Mutation, KRASG12C, wird bei ungefähr 13% der Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom, in 3-5% der Patienten mit CRC und in 1-2% der zahlreichen anderen soliden Tumoren gefunden (7). Mit der Prüfsubstanz AMG 510 wird in einer laufenden Phase-I-Studie ein neues Wirkprinzip bei vorbehandelten Patienten mit KRASG12C-mutierten soliden Tumoren untersucht.

Bettina Baierl

Quelle: Satellitensymposium „Der Darm ist der Vater aller Trübsal“ (Hippokrates) – Klug therapieren statt resignieren! im Rahmen der Herbsttagung der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) 2019, 22.11.2019, Berlin; Veranstalter: Amgen

Literatur:

(1) Geißler M et al. Oncol Res Treat 2019; 42(suppl 4): Vortrag und Abstr. V253.
(2) Fachinformation Vectibix®, Stand September 2019.
(3) Nakamura M et al. J Clin Oncol 2018; 36(Suppl 4S): Poster und Abstr. 729.
(4) Pietrantonio F et al. J Clin Oncol 2018; 36(Suppl 4S): Vortrag und Abstr. 3505.
(5) ClinicalTrials.gov identifier: NCT01991873.
(6) Fernandez-Medarde A, Santos E. Ras in Cancer and Developmental Diseases. Genes Cancer. 2011 Mar; 2(3): 344-358.
(7) Lipford JR. Pre-clinical development of AMG 510: the first inhibitor of KRASG12C in clinical testing. Oral presentation at AACR 2019, Atlanta, GA. March 29-April 3, 2019.


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