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Medizin

22. August 2017 „Mammakarzinom Transparent“-App unterstützt bei komplexen Therapieentscheidungen

Die App ist ein Ergebnis der von Novartis Oncology gegründeten Weiterbildungsinitiative „Mammakarzinom im Dialog“ (MiD), deren Ziel es ist, Ärzte produktneutral bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Kontinuierliche Aktualisierungen der Anwendung ermöglichen es Ärzten, auch neue Substanzen zeitnah in das Therapieschema einzubringen.
Das Spektrum der therapeutischen Möglichkeiten beim Mammakarzinom hat sich in den letzten Jahren erweitert (1). Um sinnvolle Therapieentscheidungen treffen zu können, benötigen Ärzte ein breites Wissen. Die von Novartis Oncology 2013 gegründete interaktive Wissens- und Weiterbildungsinitiative „Mammakarzinom im Dialog“ (MiD) soll Ärzte in ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Im Rahmen des Projekts erarbeitete ein 40-köpfiges Expertenteam auf Basis der Leitlinien und unter Beteiligung der Fachgesellschaften aktualisierte Therapieempfehlungen. Ein Ergebnis dieser intensiven Zusammenarbeit ist die App „Mammakarzinom Transparent“, die anlässlich der 37. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie in Berlin vorgestellt wurde. Das produktneutrale Tool richtet sich sowohl an erfahrene Ärzte als auch an Kollegen, die nicht täglich mit der Systemtherapie des Mammakarzinoms zu tun haben. Die App wird ab September 2017 kostenlos zum Download im App Store und bei Google Play erhältlich sein.

Evidenz aus der Kitteltasche

„Die Digitalisierung der Medizin wird unser tägliches Handeln extrem verändern – junge Kollegen haben oft schon Tablets und Smartphones in der Kitteltasche. Hier knüpft die App an: sie beinhaltet das komplexe Wissen und die aktuell verfügbare Evidenz zur Therapie des Mammakarzinoms und soll unsere Empfehlungen schnell zugänglich machen. So kann sie als Wegweiser im Praxisalltag fungieren“, erklärte Dr. Friedrich Overkamp, Recklinghausen. Die Therapiekonzepte sind übersichtlich dargestellt und die -sequenzen sowohl tabellarisch als auch in Form von Mindmaps zugänglich. Die Oberfläche ist in acht Felder untergliedert, die angewählt werden können. Darüber hinaus finden sich Kategorien wie „Therapiemanagement“, „lokale Therapieoptionen“, „zugelassene Substanzen“, „Tools & Services“ sowie „Therapien von morgen“.

App – komplexes Wissen in kompakter Form

Prof. Diana Lüftner, Berlin, schilderte an einem aktuellen Fallbeispiel das Vorgehen in der Praxis und Dr. Overkamp verdeutlichte die Einsatzmöglichkeiten der neuen App. Die 78-jährige Patientin wurde mit einer ausgeprägten lumbalen Schmerzsymptomatik und eingeschränkter Gehfähigkeit stationär aufgenommen. Nach einer Biopsie mit histologischer Sicherung ergab sich der Befund eines invasiven lobulären Mammakarzinoms beidseits. In der App könne über das Feld „Diagnose“ der Bereich „Staging /Ausbreitungsdiagnostik“ angewählt werden – dort wird z. B. auf die bildgebenden Verfahren bei Verdacht auf Skelettmetastasen verwiesen. Die weitere Diagnostik ergab ein primär metastasiertes Mammakarzinom mit diffuser ossärer Metastasierung. Die Tumorklassifikation zeigte sowohl für die Mammabiopsie als auch die Stanzbiopsie (LWK2) ein hochgradig Hormonrezeptor-positives (ER 100%, PR 100%), HER2-Mammakarzinom; Tumorstadium cT2 cN0 M1 (ossär) G2.

Auch hier präsentiert die App komplexes Wissen in kompakter Form: Die histopathologischen Klassifikationen sowie die molekularen Subtypen der Tumoren sind hinterlegt, so dass sich der Nutzer mit wenigen Klicks z. B. über Details der Tumorformel oder den Ki67 informieren könne, erklärte Overkamp. Die Patientin von Prof. Lüftner wurde analgetisch behandelt (Metamizol und Hydromorphon), erhielt eine antiresorptive Therapie mit Denosumab sowie eine Bestrahlung der LWK2. Die App informiert über antiresorptive Behandlungen und stellt die Wirksamkeitsdaten der Substanzen in Form von Grafiken bereit. Zu jedem Wirkstoff sind die wichtigsten Publikationen einsehbar, erklärte Overkamp.

Aktuelle Information durch regelmäßige Updates

Für die postmenopausale Patientin mit metastasiertem Mammakarzinom bietet die App eine Reihe von Behandlungsoptionen, z. B. Aromatasehemmer allein oder in Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor. Will der App-Nutzer genaueres über CDK4/6-Inhibitoren erfahren, kann er sich über Dosierung, Einnahmemodalitäten und Wirksamkeit, Sicherheitsprofil oder Wechselwirkungen informieren. Kontinuierliche Aktualisierungen der App gewährleisten, dass auch neue Substanzen zeitnah in das Therapieschema eingehen. Es sei gerade bei neuen Substanzen sehr hilfreich, die wichtigsten Daten direkt auf dem Smartphone verfügbar zu haben, anstatt jedes Mal am Rechner die Literatur suchen zu müssen, betonte Overkamp.

Quelle: Novartis

Literatur:

(1) http://www.ago-online.de/de/infothek-fuer-aerzte/leitlinienempfehlungen/mamma/. Letzter Zugriff: 10.08.2017.


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