Montag, 19. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Prevymis
Prevymis
Medizin
19. Dezember 2017

Mammakarzinom: Siemens-Betriebskrankenkasse erstattet Genexpressionstest

Als erste Betriebskrankenkasse erstattet die Siemens-Betriebskrankenkasse SBK ihren Versicherten den „Oncotype DX Breast Recurrence Score®“-Test. Die SBK und das Unternehmen Genomic Health schlossen unter Einbeziehung spezialisierter Pathologen einen entsprechenden Selektivvertrag. Dieser gilt ab sofort. Der Test liefert Brustkrebspatientinnen Informationen darüber, ob Sie eine Chemotherapie benötigen oder eine Antihormontherapie ausreicht.
„Bei vielen Brustkrebspatientinnen ist unklar, ob eine Chemotherapie für sie überhaupt einen Nutzen hat. Mit dem Vertragsabschluss ermöglicht es die SBK ihren Versicherten, wichtige zusätzliche Informationen zu bekommen, um die richtige Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie zu treffen. Ich bin als ehemalige Siemens-Mitarbeiterin selbst bei der SBK versichert. Ich freue mich daher sehr darüber, dass viele Frauen in einer schwierigen Situation diese Entscheidungshilfe bekommen können“, so Martina Stamm-Fibich, MdB, Mitglied der SPD-Bundestagsfraktion und des letzten Gesundheitsausschusses. Dr. Gabriele Gonschor, bei der SBK für neue Versorgungsangebote verantwortlich, ergänzt: „Uns ist wichtig, dass unsere Versicherten informierte Entscheidungen treffen können, wenn es um ihre Gesundheit geht. Patientinnen mit einem Mammakarzinom bekommen mit dem Testergebnis ein wichtiges Instrument, um die für sie richtige Therapie zu wählen. Eine große Zahl von ihnen kann sich dank des Tests gegen eine Chemotherapie entscheiden und die mit der Behandlung einhergehenden Strapazen für ihren Körper vermeiden. Das war für uns ein sehr wichtiges Argument für die Erstattung.“

Der Oncotype DX® liefert als derzeit einziger Genexpressionstest sowohl eine prognostische als auch eine prädiktive Aussage. Das bedeutet, dass der Test zum einen angibt, wie wahrscheinlich es ist, dass der Brustkrebs innerhalb der nächsten zehn Jahre wieder auftritt. Zum anderen liefert er eine Aussage darüber, ob die Patientin nach der Operation auf eine Chemotherapie verzichten kann. Eine vorbeugende Chemotherapie wird häufig zusätzlich zur Antihormontherapie empfohlen. Die vorliegenden Studiendaten zum Oncotype DX® bestätigen jedoch, dass eine solche vorbeugende Therapie in vielen Fällen nicht notwendig ist. Mit prospektiven Daten von über 63.000 Patientinnen (aus den Studien TAILORx, PlanB, SEER und Clalit) bietet der Test das höchste Level an medizinischer Evidenz. Der biomarkerbasierte Test erleichtert es bestimmten Brustkrebspatientinnen wesentlich, sich selbstbestimmt für oder gegen eine Chemotherapie zu entscheiden. Den Versicherten, die dafür in Frage kommen, macht die SBK den Test nun einfach und unbürokratisch zugänglich. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Frauen in einem begleitenden Arztgespräch eingehend darüber beraten lassen, welche Chancen und Risiken bestehen, wenn sie auf eine Chemotherapie verzichten. Erwin Morawski, Geschäftsführer bei Genomic Health Deutschland, sagte: „Weltweit konnte der Test schon über 750.000 Patientinnen in einer persönlich sehr schweren Situation helfen. Wir bedanken uns bei der SBK und freuen uns, dass auch immer mehr deutsche Patientinnen den Test erstattet bekommen.“

Quelle: genomic health

Literatur:

(1) EUCAN. 2012. Verfügbar auf: http://eco.iarc.fr/EUCAN/CancerOne.aspx?Cancer=46&Gender=2
(2) Paik et al. J Clin Oncol. 2006 ; Early Breast Cancer Trialists’ Collaborative Group (EBCTCG) et al. Lancet. 2012.
(3) Lux MP, Nabieva N, Hildebrandt T, Rebscher H, Kümmel S, Blohmer JU, Schrauder MG. Budget impact analysis of gene expression tests to aid therapy decisions for breast cancer patients in Germany. Breast. 2017 Nov 9;37:89-98. doi: 10.1016/j.breast.2017.11.002.


Anzeige:
Venclyxto
Das könnte Sie auch interessieren
Frauenselbsthilfe Krebs unterstützt Menschen mit Krebs auch während der Corona-Krise
Frauenselbsthilfe+Krebs+unterst%C3%BCtzt+Menschen+mit+Krebs+auch+w%C3%A4hrend+der+Corona-Krise
©Photographee.eu - stock.adobe.com

Die Diagnose Krebs ist für die meisten Menschen ein schwerer Schock. In Corona-Zeiten kommt nun auch noch die Angst hinzu, dass die medizinische Versorgung nicht so gut sein könnte, wie sie es in normalen Zeiten in Deutschland ist. Gerade in dieser Situation brauchen die Betroffenen starke Partner an ihrer Seite. Zu diesen zählt Deutschlands größte und älteste Krebs-Selbsthilfe-Organisation, die...

Deutsche Krebshilfe fördert kooperatives interdisziplinäres Netzwerk für onkologische Sport- und Bewegungstherapie in der Region Frankfurt/Rhein-Main
Deutsche+Krebshilfe+f%C3%B6rdert+kooperatives+interdisziplin%C3%A4res+Netzwerk+f%C3%BCr+onkologische+Sport-+und+Bewegungstherapie+in+der+Region+Frankfurt%2FRhein-Main
© oneinchpunch / Fotolia.com

Körperliche Bewegung und Sport haben vielfältige positive Wirkungen, wenn sie begleitend zu einer Krebstherapie eingesetzt werden. Therapiebedingte Nebenwirkungen, das bei nahezu allen Patienten beobachteten Müdigkeits-Syndrom (Fatigue), sowie subjektive Belastungen der Therapie und der Erkrankung werden durch regelmäßige körperliche Bewegung wesentlich erleichtert. Dennoch gibt es derzeit noch keine...

Brustkrebs bei Männern
Brustkrebs+bei+M%C3%A4nnern
© Antonio Tanaka - stock.adobe.com

Jährlich erkranken zwischen 600 und 700 Männer an Brustkrebs. Das macht rund ein Prozent aller Brustkrebsfälle aus. Da es für Männer keine Brustkrebs-Früherkennungsprogramme gibt und der Gedanke an Krebs zunächst fern liegt, wird die Erkrankung beim Mann meist erst in späteren Stadien diagnostiziert als bei Frauen. Dadurch verstreicht wertvolle Zeit, die bei der Behandlung fehlt. Wie Brustkrebs beim Mann entsteht, erkannt und behandelt wird,...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Mammakarzinom: Siemens-Betriebskrankenkasse erstattet Genexpressionstest"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.