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Medizin
26. Juni 2017

Mammakarzinom: Ribociclib erhält positives CHMP-Votum als Erstlinientherapie in Kombination mit Aromatasehemmer

In der Phase-III-Studie MONALEESA-2 konnte Ribociclib plus Letrozol bei postmenopausalen Frauen mit HR+/HER2-, fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom das Risiko für Krankheitsprogression oder Tod um 44% versus Letrozol-Monotherapie reduzieren (1). Nach fast einem Jahr weiterer Beobachtungszeit betrug das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) für Ribociclib plus Letrozol 25,3 Monate im Vergleich zu 16,0 Monaten für Letrozol-Monotherapie (2). Die Kombination von Ribociclib mit Aromatasehemmern eröffnet eine neue Therapiemöglichkeit für Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs, der schätzungsweise jedes Jahr bei 250.000 Frauen weltweit diagnostiziert wird (3).
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Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat die Zulassung von Ribociclib in Kombination mit einem Aromatasehemmer als initiale endokrinbasierte Therapie bei postmenopausalen Frauen mit Hormonrezeptor-positivem, humanem, epidermalem Wachstumsfaktor-Rezeptor-2-negativem (HR+/HER2-), lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom empfohlen (4). Die Empfehlung des CHMP, Ribociclib mit einem beliebigen Aromatasehemmer zu kombinieren, ermöglicht es behandelnden Ärzten, Ribociclib nach Zulassungserteilung entweder mit Letrozol, Anastrozol oder Exemestan anzuwenden.

Das positive Votum basiert auf der überlegenen Wirksamkeit und nachgewiesenen Sicherheit von Ribociclib plus Letrozol versus der Monotherapie mit Letrozol in der Phase-III-Zulassungsstudie MONALEESA-2. Eine Interimsanalyse der Studie, an der weltweit 668 postmenopausale Frauen mit HR+/HER2-, fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, teilnahmen, die zuvor noch keine systemische Therapie erhalten hatten, zeigte, dass Ribociclib in Kombination mit dem Aromatasehemmer Letrozol das Risiko für Progression oder Tod um 44% gegenüber Letrozol-Monotherapie reduzierte (1). Die meisten unerwünschten Ereignisse in der Studie MONALEESA-2 waren leicht bis mittelschwer ausgeprägt und wurden durch Routinekontrollen frühzeitig erkannt. Sie waren im Allgemeinen durch Therapieunterbrechung und/oder Dosisreduktion beherrschbar (1).

Eine vorab geplante Folgeanalyse nach weiteren 11 Monaten Beobachtungszeit ergab ein medianes PFS von 25,3 Monaten für Ribociclib in Kombination mit Letrozol und von 16,0 Monaten für Letrozol-Monotherapie (Hazard Ratio: 0,568 (95%-Konfidenzintervall: 0,457–0,704; p<0,0001)) (2). Bei mehr als der Hälfte der Frauen mit messbarer Erkrankung, die Ribociclib in Kombination mit Letrozol einnahmen, nahm die Tumorgröße um mindestens 30% ab (Gesamtansprechrate = ORR) bei Patientinnen mit messbarer Erkrankung: 55% versus 39%, p=0,00025) (2,4).

Die erste Zwischenanalyse bezüglich des Gesamtüberlebens (Overall Survival = OS) zeigt einen positiven numerischen Trend: Das mediane OS im Ribociclib-und Letrozol-Arm war noch nicht erreicht und lag im Placebo- und Letrozol-Arm bei 33 Monaten (HR: 0,746; (95%-KI: 0,517-1,078; p=0,059)). Dieser Unterschied ist nicht statistisch signifikant und die Nachbeobachtung der Studie wird mit weiteren vorab spezifizierten Analysen bezüglich des OS fortgeführt (2).

Die Europäische Kommission wird die Empfehlung des CHMP prüfen und gibt üblicherweise innerhalb von zwei Monaten ihre endgültige Entscheidung bekannt. Die Entscheidung gilt für alle 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union plus Island, Norwegen und Liechtenstein. Weltweit werden weitere Zulassungsanträge bei den zuständigen Zulassungsbehörden eingereicht.

Im März 2017 wurde Ribociclib von der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) in Kombination mit einem Aromatasehemmer als initiale endokrinbasierte Therapie für postmenopausale Frauen mit HR+/HER2-, fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom, zugelassen. Ribociclib kann einmal täglich unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die orale Dosis beträgt 600 mg (drei Filmtabletten zu je 200 mg) für drei Wochen, gefolgt von einer einwöchigen Therapiepause. Ribociclib wird in Kombination mit der vierwöchigen Gabe eines Aromatasehemmers eingenommen.

Weltweit wird jedes Jahr bei schätzungsweise 250.000 Frauen fortgeschrittener Brustkrebs diagnostiziert (3). Bei bis zu einem Drittel der betroffenen Frauen kommt es zu einer metastasierten Erkrankung, für die es derzeit keine Heilung gibt (5,6).

Quelle: Novartis

Literatur:

(1) Hortobagyi GN, et al. Ribociclib as first-line therapy for HR-positive, advanced breast cancer. N Engl J Med 2016; 375:1738-1748.
(2) Hortobagyi GN, et al. Updated results from MONALEESA-2, a phase III trial of first-line ribociclib plus letrozole in hormone receptor-positive, HER2-negative advanced breast cancer. ASCO 2017, Chicago, Illinois: Abstract #1038.
(3) Buckley N, et al. Breast cancer. Decision Resources 2011; 1-301.
(4) Novartis: Data on file.
(5) O’Shaughnessy J. Extending survival with chemotherapy in metastatic breast cancer. Oncologist 2005; 10(Suppl. 3):20-29.
(6) Baselga J, et al. Everolimus in postmenopausal hormone-receptor-positive advanced breast cancer. N Engl J Med 2012; 366:520-52


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