Mittwoch, 4. August 2021
Navigation öffnen
Medizin
02. März 2017

HER2-positives Mammakarzinom: Pertuzumab signifikant überlegen in der adjuvanten Therapie

Die Phase-III-Zulassungsstudie APHINITY zum adjuvanten Einsatz von Pertuzumab (Perjeta®▼ ) hat in Kombination mit Trastuzumab (Herceptin®) und Chemotherapie ihren primären Endpunkt erreicht: Hinsichtlich des krankheitsfreien Überlebens war die zusätzliche Gabe von Pertuzumab der alleinigen adjuvanten Behandlung mit Trastuzumab und einer Chemotherapie überlegen. Konkrete Resultate der APHINITY-Studie werden im Laufe des Jahres auf einem medizinischen Kongress vorgestellt.
In die randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studie wurden knapp 5.000 Frauen mit frühem HER2-positivem Mammakarzinom eingeschlossen. Postoperativ erhielten die Patientinnen eine adjuvante Therapie mit Herceptin® und einer Anthrazyklin- oder Carboplatin-basierten Chemotherapie. Im experimentellen Arm wurde die Therapie zusätzlich mit Perjeta kombiniert. Die Behandlung mit den HER2-gerichteten Antikörpern erfolgte jeweils über ein Jahr (1). Wie Roche heute mitteilte, erwies sich das Perjeta-Regime hinsichtlich des primären Endpunkts, dem invasiven krankheitsfreien Überleben (iDFS), gegenüber der alleinigen Behandlung mit Herceptin® und einer Chemotherapie als signifikant überlegen. Entsprechende Resultate werden im Laufe dieses Jahres auf einem Fachkongress vorgestellt.

„Die Zulassung von Trastuzumab für die adjuvante Therapie vor über zehn Jahren war ein entscheidender Schritt in der Behandlung von Frauen mit frühem HER2-positivem Brustkrebs“, so Prof. Dr. Christoph Thomssen, Halle/Saale. „Trotzdem besteht nach wie vor Raum für weitere Entwicklungen. Und die neuen Erkenntnisse zeigen, dass die Hinzunahme von Pertuzumab in die adjuvante Therapie den nächsten Fortschritt bedeutet und die Heilungschancen unserer Patientinnen weiter verbessern wird.“

Perjeta® + Herceptin® schon heute beim frühen Brustkrebs einsetzen

Beim frühen HER2-positiven Mammakarzinom ist die doppelte HER2-gerichtete Antikörper-Blockade mit Perjeta und Trastuzumab bereits seit 2015 in Kombination mit einer Chemotherapie für die neoadjuvante Situation zugelassen (2). In der zulassungsrelevanten Studie NeoSphere erreichten Patientinnen, die Perjeta zusätzlich zu Trastuzumab und Docetaxel erhielten, nahezu doppelt so häufig eine pCR in Brust und Axilla (ypT0/is ypN0) – die pCR-Rate erhöhte sich signifikant von 21,5 auf 39,3% (p = 0,0063) (3). Die TRYPHAENA-Studie bestätigt die hohe Wirksamkeit der doppelten Antikörper-Blockade in dieser Therapie-Situation in Kombination mit einer Anthrazyklin- oder Carboplatin-basierten Chemotherapie (4).

▼ Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Bitte melden Sie Nebenwirkungen an grenzach.drug_safety@roche.com oder Fax +49 7624 14 3183.

Quelle: Roche

Literatur:

(1) www.ClinicalTrials.gov
(2) Fachinformation Perjeta®, Stand: September 2015
(3) Gianni L, Pienkowski T, Im YH et al.
Efficacy and safety of neoadjuvant pertuzumab and trastuzumab in women with locally advanced, inflammatory, or early HER2-positive breast cancer (NeoSphere): a randomised multicentre, open-label, phase 2 trial.
Lancet Oncol 2012; 13: 25-32
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22153890
(4) Schneeweiss A et al., Ann Oncol 2013; 24(9): 2278-84


Anzeige:
Sarclisa
Sarclisa
Das könnte Sie auch interessieren

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"HER2-positives Mammakarzinom: Pertuzumab signifikant überlegen in der adjuvanten Therapie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2021
  • SCD: Häufigere und längere VOC-bedingte Krankenhausaufenthalte nach Vorgeschichte von VOC-Hospitalisierungen – Ergebnisse einer Beobachtungsstudie
  • Real-World-Daten des ERNEST-Registers untermauern Überlebensvorteil unter Ruxolitinib bei primärer und sekundärer Myelofibrose
  • I-WISh-Studie: Ärzte sehen TPO-RAs als beste Option, um anhaltende Remissionen bei ITP-Patienten zu erzielen
  • Phase-III-Studie REACH2 bei steroidrefraktärer akuter GvHD: Hohes Ansprechen auf Ruxolitinib auch nach Crossover
  • SCD: Neues digitales Schmerztagebuch zur tagesaktuellen Erfassung von VOCs wird in Beobachtungsstudie geprüft
  • Französische Real-World-Studie: Eltrombopag meist frühzeitig nach ITP-Diagnose im Rahmen eines Off-label-Use eingesetzt
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Französische Real-World-Studie bestätigt klinische Studiendaten zur Wirksamkeit von Midostaurin
  • CML-Management weitgehend leitliniengerecht, aber verbesserungsfähig – Ergebnisse einer Querschnittsbefragung bei britischen Hämatologen
  • Britische Real-World-Studie: Kardiovaskuläres Risikomanagement bei MPN-Patienten in der Primärversorgung nicht optimal
  • Myelofibrose: Früher Einsatz von Ruxolitinib unabhängig vom Ausmaß der Knochenmarkfibrose