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Medizin

25. Juni 2019 Mammakarzinom im Frühstadium: Genexpressionstest zur Entscheidung pro/contra Chemotherapie erstattungsfähig

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat eine positive Erstattungsentscheidung für den Genexpressionstest verabschiedet, den alle Patientinnen mit primärem Hormonrezeptor-positivem, HER2/neu-negativem und nodal-negativem Mammakarzinom im Frühstadium in Anspruch nehmen können, bei denen eine Entscheidung für oder gegen Chemotherapie alleine aufgrund der klinischen und pathologischen Parameter nicht möglich ist.
Klinische und pathologische Parameter unzureichend

Die Entscheidung des G-BA folgt dem im September 2018 veröffentlichten Addendum des Abschlussberichts des Deutschen Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Das IQWiG bestätigt hierin, dass – nach den Ergebnissen der TAILORx-Studie (1) – nur der Oncotype DX® Test ausreichende Evidenz für eine Entscheidung über den Nutzen einer adjuvanten Chemotherapie aufweisen konnte. Ergebnisse aus einer kürzlich veröffentlichten (2) Sekundäranalyse der TAILORx-Studie (1) bestätigen die primären Ergebnisse und zeigen zudem, dass klinische und pathologische Parameter generell nur prognostische Informationen liefern.

Genexpressionstest bedeutend für Therapieentscheidung

„Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Patientinnen sollten nur dann eine Chemotherapie erhalten, wenn sie einen wesentlichen Nutzen daraus ziehen können, der die immense Belastung durch die Nebenwirkungen rechtfertigt“, sagte Renate Haidinger, Vorsitzende des Brustkrebs Deutschland e.V. „Genexpressionstests wie der Oncotype DX® Test können bei der Therapieentscheidung eine wichtige Rolle spielen. Wir freuen uns, nun Patientinnen in Deutschland über die Vorteile, die Verfügbarkeit und die Erstattung des Testes informieren zu können.“

Personalisierte Behandlung möglich

„Die Entscheidung des G-BA ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer personalisierten Behandlung von Brustkrebspatientinnen in Deutschland“, sagte Prof. Ulrike Nitz, Leiterin des Brustzentrums am Evangelischen Krankenhaus Bethesda in Mönchengladbach. „Der Oncotype DX® liefert für jede Patientin die genauesten Informationen über den möglichen Behandlungserfolg einer Chemotherapie. Er ermöglicht durch korrektere Indikationsstellung die Behandlung wesentlich effektiver zu gestalten und sollte routinemäßig bei allen in Frage kommenden Patientinnen angewendet werden.“
„Wir begrüßen die Entscheidung des G-BA, besonders weil jeden Tag in Deutschland etwa 100 Frauen mit nodal-negativem frühem Brustkrebs vor einer schwierigen persönlichen Therapieentscheidung stehen. Bis heute hatten viele nicht die Möglichkeit, den Oncotype DX® Test zu nutzen. Stattdessen mussten sie sich auf rein prognostische Parameter verlassen, die zwar das Progressionsrisiko bestimmen, aber keine Hinweise darauf liefern können, ob eine Chemotherapie in ihrem speziellen Fall von Nutzen ist“, so Erwin Morawski, Group Country Manager für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei Genomic Health. „Wir freuen uns auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Krankenkassen, um allen Patientinnen, die dafür in Frage kommen, einen Zugang zu dieser Diagnostik pragmatisch, schnell und einfach zu gewährleisten.“

Quelle: Genomic Health

Literatur:

(1) Sparano et al. New Engl J Med. 2018.
(2) Sparano et al. New Engl. J Med. 2019.


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