Sonntag, 11. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Lonsurf
 
Medizin
29. Mai 2017
Seite 1/2

Mammakarzinom: Eribulin erhält erneut Empfehlung mit höchster Evidenz nach Taxan und Anthrazyklin

Innovative Substanzen, die in der fortgeschrittenen oder metastasierten Situation des Mammakarzinoms nach bereits erfolgter Vortherapie mit einem Anthrazyklin und Taxan einen Wirksamkeitsgewinn ermöglichen, werden dringend benötigt. Wie Prof. Wolfgang Janni, Ulm, und Prof. Nadia Harbeck, München, am Rande der State-of-the-art-Gespräche in Frankfurt erläuterten, hat sich die Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft Onkologische Gynäkologie (AGO) in ihren kürzlich aktualisierten Leitlinien erneut mit hoher Evidenz (1b) und mit dem höchsten Empfehlungsgrad (++) für den Einsatz von Eribulin (Halaven®) in der palliativen Situation des Mammakarzinoms bei Patientinnen mit der genannten Indikation ausgesprochen (1).
"Eribulin hat eine starke Datenlage durch die Zulassungsstudien, die sich auch in der Praxis bestätigt hat. Deshalb hat sich an der deutlichen Empfehlung von Eribulin für mit Anthrazyklin und Taxan vorbehandelte Patientinnen aus den letzten Jahren auch nichts geändert", betonte Prof. Nadia Harbeck, Leiterin des Brustzentrums und der Onkologischen Tagesklinik der Frauenklinik der Universität München.
 
Der nicht Taxan-basierte Inhibitor der Mikrotubulus-Dynamik Eribulin, der mit hoher Affinität für β-Tubulin am Plus-Ende der Mikrotubuli (Endpoisoning) bindet und selektiv nur die Wachstumsphase der Mikrotubuli inhibiert, ist zur Behandlung von Patientinnen mit vorbehandeltem, fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs nach mindestens einer erfolgten Chemotherapie zugelassen. Die adjuvant oder nach einer Metastasierung angewendeten Vortherapien sollen ein Anthrazyklin und ein Taxan enthalten haben, es sei denn, diese Behandlungen waren ungeeignet für den Patienten (2).
 
Überzeugender OS-Vorteil führte zur Zulassung
 
Die Zulassung erfolgte aufgrund der gezeigten Überlebensvorteile in den beiden großen Phase-III-Studien EMBRACE (3) und 301 (4,5) mit Eribulin gegenüber der jeweiligen Vergleichstherapie. Subgruppenanalysen der Studie 301, die das Gesamtüberleben (OS) mit Halaven® und Capecitabin bei Patientinnen mit 0-2 Vortherapien der lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Brustkrebserkrankung* verglich, zeigten darüber hinaus, dass auch Patienten mit schwer behandelbaren Subtypen des Mammakarzinoms von der Therapie mit Eribulin profitieren. Die Datenauswertung ergab nominal signifikante OS Vorteile in den beiden Subgruppen der Patientinnen mit HER2-negativen sowie triple-negativen Tumoren mit Eribulin vs. Capecitabin (5). Die gezeigte Lebensverlängerung in der Studie 301 ging nicht zulasten der Lebensqualität (6).
 
Auch zum Wirkmechanismus von Eribulin liegen überzeugende Daten vor. In präklinischen und translationalen Studien führte Eribulin zu einer Remodellierung der Tumorvaskulatur und Minimierung der Hypoxie. Die antihypoxische Wirkung war mit einer gleichmäßigeren Durchblutung der Tumorkerne verbunden, woraus u.a. eine verbesserte Zugänglichkeit des Tumors für therapeutische Interventionen auch in späteren Behandlungslinien abgeleitet werden kann (7). Weitere Ergebnisse aus Untersuchungen an Zellkulturen legen außerdem eine Förderung des epithelialen Tumor-Zelltyps gegenüber dem aggressiveren mesenchymalen Phänotyp durch Eribulin nahe (8-10). Dieser positive Effekt auf die Tumorbiologie wird u.a. durch Daten am Mausmodell gestützt, wonach sich die Metastasierungsrate unter Eribulin verringerte (10).
 
Vorherige Seite

Anzeige:
Venclyxto
Das könnte Sie auch interessieren
Künstlerische Therapien in der Krebsbehandlung
K%C3%BCnstlerische+Therapien+in+der+Krebsbehandlung
© ChenPG / Fotolia.com

Viele Krebspatienten schöpfen durch Musik, Malen oder andere künstlerische Tätigkeiten neue Kraft. Doch lange Zeit reichte der wissenschaftliche Kenntnisstand nicht aus, um die Wirkung von Musik- oder Kunsttherapien zu belegen. Erst in den letzten Jahren wurden hierzu vermehrt psychoonkologische Studien durchgeführt, in denen es gelang, die Steigerung des Wohlbefindens von Patienten durch künstlerische Betätigungen nachzuweisen.

Bayerisches Bürgertelefon hilft beim Kampf gegen Krebs
Bayerisches+B%C3%BCrgertelefon+hilft+beim+Kampf+gegen+Krebs+
©Photographee.eu - stock.adobe.com

Seit Anfang Juli können sich Menschen unter der Nummer 0800 85 100 80 kostenlos zum Thema Krebs informieren. Das Bayerische Zentrum für Krebsforschung (BZKF) bündelt die Kompetenzen der 6 bayerischen Universitätsklinika und bietet dabei zusätzlich einen kostenlosen Telefon-Service an. Gerade jetzt in Zeiten von Corona, in denen viele Menschen nicht unbedingt zum Arzt gehen möchten, hilft das BürgerTelefonKrebs offene Fragen zu beantworten. 

Hautkrebsreport: Nur jeder Sechste geht zur Früherkennung
Hautkrebsreport%3A+Nur+jeder+Sechste+geht+zur+Fr%C3%BCherkennung
© Alexander Raths / fotolia.com

Hautkrebs ist mit 270.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Bei jeder siebten Erkrankung handelt es sich um ein sogenanntes malignes Melanom, den gefährlichen schwarzen Hautkrebs. Allein in Rheinland-Pfalz waren im Jahr 2017 9.907 gesetzlich Krankenversicherte vom schwarzen Hautkrebs betroffen. Die häufigsten Erkrankungsfälle wurden in Hessen, Niedersachsen und Thüringen registriert. Das zeigt der aktuelle Hautkrebsreport der...

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Die Bauchspeicheldrüse, das unbekannte Organ

Die Bauchspeicheldrüse (griech.: Pankreas) ist eine der größten Drüsen des Menschen. Dennoch ist nur wenigen bekannt, wo sie sich befindet und welche Funktionen sie übernimmt. Die Bauchspeicheldrüse ist ein keilförmiges Organ, ungefähr so groß wie eine Hand: ein bis zwei Zentimeter dick und etwa 15 Zentimeter lang. Sie liegt mitten im Oberbauch hinter dem Magen und vor der Wirbelsäule. Mit ihrem sich verjüngenden Ende – dem...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Mammakarzinom: Eribulin erhält erneut Empfehlung mit höchster Evidenz nach Taxan und Anthrazyklin"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.