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Medizin

29. Mai 2017
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Mammakarzinom: Eribulin erhält erneut Empfehlung mit höchster Evidenz nach Taxan und Anthrazyklin

Innovative Substanzen, die in der fortgeschrittenen oder metastasierten Situation des Mammakarzinoms nach bereits erfolgter Vortherapie mit einem Anthrazyklin und Taxan einen Wirksamkeitsgewinn ermöglichen, werden dringend benötigt. Wie Prof. Wolfgang Janni, Ulm, und Prof. Nadia Harbeck, München, am Rande der State-of-the-art-Gespräche in Frankfurt erläuterten, hat sich die Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft Onkologische Gynäkologie (AGO) in ihren kürzlich aktualisierten Leitlinien erneut mit hoher Evidenz (1b) und mit dem höchsten Empfehlungsgrad (++) für den Einsatz von Eribulin (Halaven®) in der palliativen Situation des Mammakarzinoms bei Patientinnen mit der genannten Indikation ausgesprochen (1).
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"Eribulin hat eine starke Datenlage durch die Zulassungsstudien, die sich auch in der Praxis bestätigt hat. Deshalb hat sich an der deutlichen Empfehlung von Eribulin für mit Anthrazyklin und Taxan vorbehandelte Patientinnen aus den letzten Jahren auch nichts geändert", betonte Prof. Nadia Harbeck, Leiterin des Brustzentrums und der Onkologischen Tagesklinik der Frauenklinik der Universität München.
 
Der nicht Taxan-basierte Inhibitor der Mikrotubulus-Dynamik Eribulin, der mit hoher Affinität für β-Tubulin am Plus-Ende der Mikrotubuli (Endpoisoning) bindet und selektiv nur die Wachstumsphase der Mikrotubuli inhibiert, ist zur Behandlung von Patientinnen mit vorbehandeltem, fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs nach mindestens einer erfolgten Chemotherapie zugelassen. Die adjuvant oder nach einer Metastasierung angewendeten Vortherapien sollen ein Anthrazyklin und ein Taxan enthalten haben, es sei denn, diese Behandlungen waren ungeeignet für den Patienten (2).
 
Überzeugender OS-Vorteil führte zur Zulassung
 
Die Zulassung erfolgte aufgrund der gezeigten Überlebensvorteile in den beiden großen Phase-III-Studien EMBRACE (3) und 301 (4,5) mit Eribulin gegenüber der jeweiligen Vergleichstherapie. Subgruppenanalysen der Studie 301, die das Gesamtüberleben (OS) mit Halaven® und Capecitabin bei Patientinnen mit 0-2 Vortherapien der lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Brustkrebserkrankung* verglich, zeigten darüber hinaus, dass auch Patienten mit schwer behandelbaren Subtypen des Mammakarzinoms von der Therapie mit Eribulin profitieren. Die Datenauswertung ergab nominal signifikante OS Vorteile in den beiden Subgruppen der Patientinnen mit HER2-negativen sowie triple-negativen Tumoren mit Eribulin vs. Capecitabin (5). Die gezeigte Lebensverlängerung in der Studie 301 ging nicht zulasten der Lebensqualität (6).
 
Auch zum Wirkmechanismus von Eribulin liegen überzeugende Daten vor. In präklinischen und translationalen Studien führte Eribulin zu einer Remodellierung der Tumorvaskulatur und Minimierung der Hypoxie. Die antihypoxische Wirkung war mit einer gleichmäßigeren Durchblutung der Tumorkerne verbunden, woraus u.a. eine verbesserte Zugänglichkeit des Tumors für therapeutische Interventionen auch in späteren Behandlungslinien abgeleitet werden kann (7). Weitere Ergebnisse aus Untersuchungen an Zellkulturen legen außerdem eine Förderung des epithelialen Tumor-Zelltyps gegenüber dem aggressiveren mesenchymalen Phänotyp durch Eribulin nahe (8-10). Dieser positive Effekt auf die Tumorbiologie wird u.a. durch Daten am Mausmodell gestützt, wonach sich die Metastasierungsrate unter Eribulin verringerte (10).
 
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