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Medizin

10. Mai 2017 Malignes Melanom: Immuntherapie sucht neue Kombinationspartner

Die Immuntherapie beschert Patienten mit fortgeschrittenem malignen Melanom deutlich verlängerte Überlebenszeiten. Studien deuten darauf hin, dass Kombinationen mit anderen Therapieformen die Ergebnisse noch einmal verbessern werden.
Schon jetzt können Patienten erheblich von der Checkpoint-Blockade profitieren, wie Prof. Carola Berg, Universität München, an einem Beispiel demonstrierte: Bei der Patientin war es unter BRAF-inhibition zum Progress mit Metastasierung in die Lunge gekommen. Nach fünf Zyklen Pembrolizumab (Keytruda®) waren die Filiae verschwunden. „Die Patientin steht heute ohne jede Therapie voll im Leben“, so Berg.

Inzwischen liegen Langzeitergebnisse mit Keytruda® vor: In der Studie KEYNOTE-001 waren erstmals zwei Immuntherapeutika direkt verglichen worden, und Pembrolizumab hatte in allen Endpunkten signifikant besser abgeschnitten als der CTLA-4-Inhibitor Ipilimumab.

DerPD-1-Inhibitor brachte bei therapienaiven Patienten ein Gesamtansprechen von 45% mit 13,5% kompletten Remissionen sowie einem Gesamtüberleben von 61% nach zwei und 45% nach drei Jahren. Vergleichbar gut das Ergebnis von KEYNOTE-006: Hier betrug das OS nach zwei Jahren 55% und lag damit signifikant über dem unter Ipilimumab mit 43% (Hazard Ratio 0,68; p=0,0008).

Die Erfolgsgeschichte der Checkpoint-Inhibition im Allgemeinen und Pembrolizumab im Besonderen ist damit aber noch nicht zu Ende. Der PD-1-Inhibitor wird derzeit statt in körpergewichtsadaptierter Dosierung in fixer 200-mg-Dosierung untersucht, und zwar in Kombination mit Ipilimumab (KEYNOTE-029), erklärte Prof. Axel Hauschild, Universität Kiel.

„Das hätte den Vorteil, dass man den gesamten Packungsinhalt verwenden könnte“, so der Onkologe. Außerdem könnte es die Nebenwirkungsrate senken.  Vielversprechend erscheint auch die Kombination oder Sequenz mit Radio- oder Chemotherapie. Hauschild ist überzeugt, dass Patienten unter Immuntherapie davon profitieren, wenn man per Strahl oder Chemo Tumorzellen zerstört: Die dabei freigesetzten Antigene wirken wie ein Immunboost. Eine der interessantesten Optionen könnte die Kombination mit dem (noch nicht zugelassenen) IDO1-Inhibitor Epacadostat werden: Dieser erzeugt keine eigene Antitumorwirkung, hebt aber die Immunsuppression im Mikroenvironment des Tumor auf. In einer kleinen Pilotstudie mit Pembrolizumab wurden 26% Komplettremissionen erreicht.

Manuela Arand

Quelle: Satellitensymposium „Immuntherapie in der täglichen Praxis“, Kongress der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, Berlin, 27. April 2017, Veranstalter: MSD Sharp & Dohme


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