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Medizin

05. Juli 2019 Malignes Melanom: aktuelle Daten zu neuer zielgerichteter Therapie

Im Herbst vergangenen Jahres wurde mit der Kombination aus dem BRAF-Inhibitor Encorafenib plus dem MEK-Inhibitor Binimetinib eine neue zielgerichtete Therapie für die Behandlung des nicht-resezierbaren oder metastasierten malignen Melanoms mit einer BRAF-V600-Mutation zugelassen. Kürzlich vorgestellte Daten belegen eine längerfristig deutliche Überlegenheit gegenüber einer BRAF-Inhibitor-Monotherapie bezüglich progressionsfreiem und Gesamtüberleben (PFS, OS) bei akzeptabler Verträglichkeit.
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Neben den Checkpoint-Inhibitoren gilt die Kombination aus BRAF- und MEK-Inhibitor gemäß S3-Leitlinie heute als Therapiekonzept beim BRAF-mutierten Melanom. Encorafenib (BRAFTOVI®) plus  Binimetinib (MEKTOVI®) sind die jüngsten Vertreter dieses Prinzips. In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie COLUMBUS wurden beide zusammen mit dem BRAF-Inhibitor Vemurafenib in Monotherapie verglichen (1). Eine aktuelle Auswertung dieser Studie mit einem medianen Follow-Up von 4 Jahren wurde kürzlich auf dem ASCO präsentiert (2). Danach betrug das mediane PFS unter der Kombination 14,9 Monate und unter der Monotherapie 7,3 Monate (HR=0,51). Damit ist das Risiko eines Progresses  unter der neuen Therapie quasi halbiert. In ähnlicher Weise gilt das auch für das Gesamtüberleben. Hier wurde für die Kombination im median ein Zeitraum von 33,6 Monaten ermittelt, für den Vergleichsarm hingegen 16,9 Monate. Dies bedeutet einen relativen Rückgang im Risiko zu versterben um 39% (HR=0,61), berichtete Prof. Dr. Ralf Gutzmer, Hannover. Die Ansprechraten nach etwa 4 Jahren Behandlung lagen nach Einschätzung der Prüfärzte bei 76% unter Encorafenib/Binimetinib beziehungsweise 49% unter der Kontrolle. Gutzmer hob besonders die hohe Rate an Komplettremissionen von 21% versus 8% hervor. Im Median sprachen die Patienten 16,1 vs. 8,1 Monate auf die jeweilige Behandlung an. 
 
Die neue zielgerichtete Therapie zeichnet sich durch ein günstiges Sicherheitsprofil aus. Zwar traten bei rund 68% der Patienten unerwünschte Ereignisse von Grad 3-4 auf, nur 16% der Patienten aber brachen wegen unerwünschter Wirkungen die Behandlung ab. Die häufigsten derartigen Ereignisse aller Grade ≥ 25% betrafen Übelkeit (44%), Durchfall (39%), Erbrechen (32%), Fatigue (30%), Arthralgie (29%), Erhöhung der Creatin-Phosphokinase (26%), Kopfschmerzen (26%) sowie Verstopfung (25%). Diese bekannten klassen-typischen Nebenwirkungen ließen sich im Allgemeinen gut handhaben, erläuterte Gutzmer. Potenziell einschränkende Substanz-assoziierte Probleme wie Pyrexie oder Photosensitivität waren unter der Kombination eher nur in geringem Umfang eingetreten. Nicht zuletzt wies der Dermatologe darauf hin, dass die Lebensqualität länger erhalten als unter Vemurafenib.

Martin Bischoff

Quelle: Pressekonferenz „BRAF-mutiertes Melanom: Erste Bilanz zu Encorafenib plus Binimetinib aus Klinik und Praxis“, 21. Juni 2019, München; Veranstalter: Pierre Fabre

Literatur:

(1) Dummer R et al. Lancet Oncol 2018; 19(5):603-615
(2) Liszkay G et al. J Clin Oncol 37, 2019 (suppl; abstr 9512) und Posterpräsentation


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