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Medizin
23. November 2016

Einfluss der Makrophagenaktivität auf Tumorzellen

Wie lassen sich Krankheitsprognose und -verlauf bei Krebspatienten besser abschätzen? Zur Klärung dieser Frage tragen die Forschungsergebnisse von Dr. Anne Becker, Doktorandin der Universität Münster, entscheidend bei. Sie untersuchte in ihrer Arbeit den Einfluss der Makrophagenaktivität auf das Wachstumsverhalten von Tumorzellen, dafür erhielt sie nun den Promotionspreis der Maria-Möller-Stiftung.
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Tumore bestehen nicht allein aus einem Verband von Tumorzellen, sondern schon früh wandern Zellen des Immunsystems ein. So bildet sich ein charakteristisches "Tumormilieu", das die Ausbreitung von Metastasen begünstigt. Insbesondere Makrophagen und deren Vorläufer verstärken das Wachstum und führen zu einer schlechten Krankheitsprognose. Makrophagen stoßen das Protein S100A9 aus, das ihre Aktivität im Tumormilieu widerspiegelt. Genau dieses Eiweißmolekül hat sich Becker bei ihrer Forschung am Institut für Klinische Radiologie der münsterschen Uniklinik zu Nutze gemacht: Mit Hilfe eines Antikörpers, der an S100A9 andockt, konnte sie erstmals die Aktivität dieser aggressiven Zellen im Tumormilieu sichtbar machen. Eine Fluoreszenzsonde, gekoppelt an den Antikörper, ermöglichte das Wachstum der Zellen bildlich darzustellen.

Beckers Methode erlaubt es nun, bereits zu einem frühen Zeitpunkt die Krankheitsprognose einzuschätzen. So zeigten Tumore, die sich später aggressiv vergrößerten, bereits früh entsprechend intensive Fluoreszenzsignale. Bei der künftigen Behandlung von Patienten ist zudem denkbar, durch dieses Vorgehen die Wirkung einer begonnenen Therapie zu überprüfen.

Die 28-jährige Becker hat in Münster Humanmedizin studiert und arbeitet seit 2014 als Assistenzärztin in der Radiologie des Universitätsklinikums Münster. Ihre Forschung vertieft die gebürtige Weselerin in der Arbeitsgemeinschaft "Molekulare Bildgebung". Derzeit konzentriert sie sich, dank einer besonderen Förderung der Medizinischen Fakultät, innerhalb einer Forschungsrotation vor allem auf die Bildgebung von Frühstadien der Atherosklerose.

Die Maria-Möller-Stiftung wurde im Dezember 2005 von den Angehörigen der Namensgeberin gegründet. Die Stifter aus Münster vergeben den mit 500 Euro dotierten Preis an Promovenden der Westfälischen Wilhelms-Universität für herausragende Arbeiten in der Krebsforschung.

Quelle: Universitätsklinikum Münster


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