Montag, 8. März 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Imfinzi NSCLC
Imfinzi NSCLC
Medizin

22. August 2018 Translationsinitiationsfaktoren als potentielle Marker für Lungenkrebs

Magdeburger Wissenschaftler identifizieren spezielle Eiweißkomplexe als Lungenkrebsursache

Die junge Wissenschaftlerin Nadine Gantenbein aus dem Forschungsteam von Prof. Dr. Dr. Johannes Haybäck, Direktor des Instituts für Pathologie an der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität, hat in ihrer wissenschaftlichen Arbeit gezeigt, dass bestimmte Eiweißkomplexe der Körperzellen – sogenannte Translationsinitiationsfaktoren – eine wichtige Rolle beim Lungenkrebs spielen.
Anzeige:
Revolade
Revolade
Die Forschungsergebnisse, an denen internationale und nationale Kooperationspartner beteiligt waren, wurden kürzlich in der Fachzeitschrift „European Journal of Cancer“ publiziert und identifizieren die Zellbausteine als potentielle Marker für Lungenkrebs, was zukünftige Therapieoptionen ins Licht der Forschung rückt.


Translationsinitiationsfaktoren: Beteiligung an Krebserkrankung erforscht

Eukaryotische Initiationsfaktoren (eIFs) zählen zur Gruppe der Translationsinitiationsfaktoren. Diese Proteine sind als Zellbausteine an einer Reihe von wichtigen Vorgängen im Körper beteiligt. Nadine Gantenbein, MSc, eine junge Wissenschaftlerin aus der „Translational Medical Research-Group“ von Prof. Dr. Dr. Johannes Haybäck, untersuchte die Rolle jener eIFs in Bezug auf die Entstehung bzw. den Verlauf von Krebserkrankungen. „Um neue Behandlungsstrategien zu entdecken und die Prognose von an Krebs erkrankten Personen zu verbessern, ist ein umfassenderes Verständnis der molekularen Mechanismen bei Krebserkrankungen notwendig. Besagte eIFs spielen in der Zelle eine äußerst wichtige Rolle, da sie essentiell für die Herstellung von zelleigenen Proteinen sind“, beschreibt die Wissenschaftlerin. Krebszellen vermehren sich extrem schnell und ihre Protein-Produktion ist daher traditionell verstärkt aktiviert. Die ständig neu produzierten Proteine dienen als Bausteine für neue Zellen. „Man weiß heute, dass eIFs vermutlich aus diesem Grund an der Entstehung verschiedenster Krebsarten beteiligt sind - sie werden in diesem Zusammenhang auch als neue therapeutische Zielstrukturen diskutiert“, so Nadine Gantenbein.


Lungenkrebs: Mögliche neue Marker im Fokus der Forschung

Lungenkrebs gehört zu einer der häufigsten krebsbedingten Todesursachen weltweit. In der nun in der Fachzeitschrift „European Journal of Cancer“ veröffentlichten Arbeit konnte Nadine Gantenbein in Zusammenarbeit mit internationalen und nationalen Forschern nachweisen, dass eIFs – und speziell „eIF6“ - auf molekularer Ebene eine bedeutende Rolle bei dieser Erkrankung spielen. So konnte der Faktor „eIF6“ von der Forschergruppe um Prof. Haybäck mit der Überlebensrate von Lungenkrebspatienten in Verbindung gebracht werden. „Darüber hinaus konnten wir feststellen, dass eine Hemmung von „eIF6“ in Tumorzellen zu einer Hemmung des Zellwachstums führt und die Zellen in den programmierten Zelltod schickt“, fasst Nadine Gantenbein zusammen. Möglicherweise könnte „eIF6“ daher als neuer potentieller Marker für Lungenkrebs und zukünftig auch als therapeutisches Ziel eingesetzt werden. Ob und in welcher Form das tatsächlich möglich ist, werden nun weitere Untersuchungen zeigen. „Wir sind sehr zuversichtlich, durch diese Daten unserer Forschungsgruppe einen Schritt in Richtung neuer Therapieansätze beim Lungenkrebs gegangen zu sein. Basierend darauf werden wir noch intensiver eIFs bei Tumorerkrankungen untersuchen“, so Prof. Haybäck.

Quelle: Universitätsklinikum Magdeburg


Anzeige:
Bosulif
Bosulif

Das könnte Sie auch interessieren

Prävention: „Körperliche Aktivität so wichtig wie ein Krebsmedikament“

Prävention: „Körperliche Aktivität so wichtig wie ein Krebsmedikament“
© Heidi Mehl / Fotolia.com

Nach Schätzungen beruhen etwa 70 Prozent aller behandelten Erkrankungen in den Industrienationen auf Lebensstilfaktoren, wie Übergewicht, das aufgrund von falscher Ernährung und mangelnder Bewegung entstanden ist. Ein gesunder Lebensstil sei ein wesentlicher Präventionsfaktor und müsse dringend gesundheitspolitisch verankert werden, fordert ein Experte im Vorfeld der MEDICA EDUCATION CONFERENCE 2016. Es gelte nicht nur medizinische, sondern auch gravierende soziale...

Vor der Darmspiegelung ist „Abführen an zwei Tagen“ am effektivsten

Vor der Darmspiegelung ist „Abführen an zwei Tagen“ am effektivsten
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Je sauberer der Darm, umso aussagekräftiger ist das Ergebnis einer Darmspiegelung zur Krebsvorsorge. Darauf weisen Experten im Vorfeld des Kongresses Viszeralmedizin 2016 in Hamburg hin. Um den Darm optimal für die „Koloskopie“ vorzubereiten, sollten Patienten auf zwei Tage verteilt eine Poly-Ethylen-Glykol-Lösung (kurz: PEG) als Abführmittel zu sich nehmen, so die Mediziner. Die Darmspiegelung gilt als eines der effektivsten Verfahren der Krebsvorsorge...

Krebstherapien können Herz und Gefäße schädigen: Wie schützt man Patienten?

Krebstherapien können Herz und Gefäße schädigen: Wie schützt man Patienten?
©freshidea / Fotolia.de

Die Therapie von Krebserkrankungen hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Verbesserte Operationsmethoden, eine präzisere Strahlenbehandlung und neue Medikamente konnten die Überlebenschancen der Patienten deutlich verbessern. Doch der Fortschritt hat seinen Preis: „Viele Krebstherapien können Herz und Kreislauf schädigen – auch die modernen, zielsicherer an Krebszellen ansetzenden Wirkstoffe können das Herz-Kreislauf-System in...

Livestream zum Welteierstockkrebstag am 10.05.2020

Livestream zum Welteierstockkrebstag am 10.05.2020
7activestudio / Fotolia.com

Eierstockkrebs gehört zu den am schwierigsten zu erkennenden und behandelnden Krebsarten überhaupt. Die Qualität der Behandlung gilt als wichtigster Prognosefaktor. Den Welteierstockkrebstag zum Anlass nehmend, möchte die Deutsche Stiftung für Eierstockkrebs die tabuisierte Erkrankung in den Fokus der Öffentlichkeit rücken und die Aufklärung von Patientinnen verbessern. Der Welteierstockkrebs findet seit Jahren im Zentrum Berlins statt. In Zeiten der...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Translationsinitiationsfaktoren als potentielle Marker für Lungenkrebs"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.