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Medizin

17. Juni 2020 mUC: Vergleichbare ORR unter Atezolizumab auch bei Patienten mit Niereninsuffizienz

Eine aktuelle Subgruppenauswertung der SAUL-Studie bestätigt den Einsatz von Atezolizumab (Tecentriq®) bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom (mUC), die aufgrund von Niereninsuffizienz ungeeignet für die Behandlung mit Cisplatin oder Chemotherapie sind. Dies zeigen die Daten einer auf der ASCO-Jahrestagung vorgestellten post-hoc-Analyse (1). In der Auswertung wiesen mUC-Patienten unabhängig vom Vorliegen einer schweren Niereninsuffizienz unter Behandlung mit Atezolizumab eine ähnliche objektive Ansprechrate (ORR) sowie Krankheitskontrollrate (DCR) auf (1). Eine weitere präsentierte explorative Analyse der IMvigor130-Studie konnte zudem prädiktive Biomarker für den Einsatz von Atezolizumab beim mUC identifizieren (2). Die Daten deuten eine potenzielle prädiktive Aussage für ein mögliches Ansprechen von Atezolizumab und der Kombination an und weisen darauf hin, dass ein Biomarker-getriebener Einsatz der Krebsimmuntherapie in der First-Line möglich sein könnte. Diese Daten müssen zukünftig prospektiv validiert werden.
Sicher und wirksam – auch bei Patienten mit Niereninsuffizienz

Die SAUL-Studie ist die bislang größte prospektive Phase-IIIb-Studie beim mUC, die die Sicherheit und Wirksamkeit einer Krebsimmuntherapie nach Platin-Therapie untersuchte (3). Zur Erfassung des Einflusses der Nierenfunktionseinschränkung wurde in der post-hoc-Analyse das Kollektiv anhand der Kreatinin-Clearance (CrCl) in 3 Subgruppen klassifiziert. Die Ergebnisse zeigen, dass unabhängig der Nierenfunktionseinschränkung die Therapie mit Atezolizumab für alle Patienten gut verträglich ist. Zudem waren die ORR und Krankheitskontrollrate (DCR) in den 3 Subgruppen vergleichbar. Ohne eine erhöhte Toxizität erreichten die in der Analyse eingeschlossenen Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz eine ähnliche ORR wie Patienten mit moderater bzw. milder bis keiner Niereninsuffizienz (13% vs. 15% vs. 13%) und zeigten eine vergleichbare DCR: 46% vs. 43% vs. 37%. Alle 3 Subgruppen wiesen vergleichbare Ergebnisse hinsichtlich des Gesamtüberlebens (OS) auf (moderate bzw. milde bis keine Niereninsuffizienz: 8,5 Monate vs. 9,4 Monate) wobei die Gruppe mit schlechter Nierenfunktion mit 5,7 Monaten ein leicht geringeres mOS erreichte. Die vorgestellte post-hoc-Analyse bestätigt damit auch den Einsatz von Atezolizumab bei mUC-Patienten, die aufgrund von Niereninsuffizienz ungeeignet für die Behandlung mit Cisplatin oder Chemotherapie sind.

Prädiktive Biomarker

Eine explorative Analyse der multizentrischen Phase-III-Studie IMvigor130 prüfte, ob mittels der untersuchten Biomarker (u.a. die PD-L1-Expression ≥ 5%, die Mutationslast im Tumor (TMB) und die APOBEC-Mutagenese)) in der Zukunft eine Prädiktion für einen gezielten Einsatz von Atezolizumab als Mono- oder Kombinationstherapie gemacht werden kann. Ein Großteil der Patienten (n=851 von 1.213 gesamt) wurde in die Biomarker-Analyse einbezogen. Die Ergebnisse zeigten, dass eine PD-L1-Expression ≥ 5% unter der Behandlung mit Atezolizumab als Monotherapie mit einem signifikant längeren OS vs. Platin-basierte Chemotherapie (PBC) assoziiert ist (HR: 0,59; 95%-KI: 0,36-0,96). Wurde die PD-L1-Expression ≥ 5% mit einer hohen TMB kombiniert, ließ sich sogar ein bis zu 78% gesunkenes Mortalitätsrisiko unter Atezolizumab beobachten (HR: 0,22; 95%-KI: 0,08-0,63). Die APOBEC-Mutagenese war mit einem verbesserten OS unter der Atezolizumab-Monotherapie (vs. PBC: HR: 0,42; 95%-KI: 0,23-0,78) und Atezolizumab in Kombination mit PBC (vs. PBC: HR: 0,46; 95%-KI: 0,26-0,48) assoziiert.

Diese Daten bestätigen die bereits veröffentlichten Ergebnisse aus der mUC-Zulassungsstudie IMvigor210 für die Atezolizumab Monotherapie in der First-Line. Die Analysen stützen zudem den Zusammenhang von Biomarkern mit einem Therapieansprechen. Ein Biomarker-Ansatz für die Wahl der First-Line-Therapie in Zukunft könnte somit möglicherweise gerechtfertigt sein (2).

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Retz M et al., J Clin Oncol 2020; 38 (Suppl. Abstract 5036).
(2) Galsky MD et al., J Clin Oncol 2020; 38 (Suppl. Abstract 5011).


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