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Medizin

15. Mai 2019 mTNBC: Atezolizumab zögert Progress signifikant hinaus

Die Immuntherapie, die inzwischen bei einer Reihe von Tumorentitäten mit großem Erfolg zum Einsatz kommt, stellt auch für Frauen mit fortgeschrittenem triple-negativen Mammakarzinom (mTNBC), das bislang nur schwer zu behandeln ist, einen Fortschritt dar. Das zeigt die Studie IMpassion130 für Atezolizumab (Tecentriq®).
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Das lokal fortgeschrittene oder metastasierte TNBC ist ein aggressiver Tumor, der sich bis heute nur schwer kontrollieren lässt. Das mediane Gesamtüberleben (mOS) beträgt im metastasierten Stadium etwa 13,3 Monate (1). Die Patientinnen würden bisher meist eine Taxan-basierte Chemotherapie oder eine zielgerichtete Therapie erhalten, erklärte Prof. Dr. Tjoung-Won Park-Simon, Hannover. Seit Vorstellung der Ergebnisse der IMpassion130-Studie sei jedoch die Kombination Atezolizumab + nab-Paclitaxel ein neuer Standard beim mTNBC mit positivem PD-L1-Status auf Immunzellen (IC), hob sie hervor.

In der doppelblinden, randomisierten Phase-III-Studie konnte bei dieser Gruppe von Erkrankten in der Erstlinientherapie durch Hinzunahme des PD-L1-Inhibitors Atezolizumab zur Chemotherapie mit nab-Paclitaxel im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie das Progressionsrisiko signifikant um 38% reduziert werden: Die mediane Zeit bis zur Progression betrug 7,5 vs. 5,0 Monate, die Hazard Ratio (HR) lag bei 0,62 (p<0,001) (2). Das mOS wurde um 9,5 Monate (25,0 vs. 15,5 Monate; HR=0,62) verlängert. Dies sei klinisch wirklich eine deutliche Verbesserung, betonte Park-Simon. Beim Überleben sei eine Ermittlung des p-Werts aufgrund des statistischen Designs nicht möglich, ergänzte sie.

Zugleich war die Kombination nach ihren Angaben sicher und gut verträglich. Die beobachteten unerwünschten Ereignisse (Grad 3-4) seien konsistent mit den bereits bekannten Sicherheitsprofilen der Monopräparate, so Park-Simon. Basierend auf den Daten bewertet die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) bei mTNBC-Patientinnen mit positivem PD-L1-Status auf IC die Erstlinientherapie mit Atezolizumab + nab-Paclitaxel schon vor der EU-Zulassung mit „+“ (3). In den USA ist die Kombination bereits seit März 2019 zugelassen, die EU-Zulassung wird im Spätsommer 2019 erwartet.
 
Prof. Dr. Giuseppe Viale, Mailand, Italien, erläuterte, dass die PD-L1-positiven Studienteilnehmerinnen eine PD-L1-Expression von ≥ 1% auf IC gehabt hatten, mit anderen Worten: mind. 1% der Oberfläche der untersuchten Immunzellen war mit PD-L1 bedeckt, das von Atezolizumab inhibiert wird. Bei den entsprechenden Färbetests gibt es nach seinen Ausführungen jedoch erhebliche Unterschiede zwischen den unterschiedlichen PD-L1-Inhibitoren. Viale empfahl daher, immer den zugehörigen Test zu verwenden – im Falle von Atezolizumab handelt es sich um den Ventana-SP142-Assay.

Petra Eiden

Quelle: Symposium „Advances in triple-negative breast cancer care: ExCITing prospects in personalised breast cancer“, ESMO Breast Cancer, 03.05.2019, Berlin; Veranstalter: Roche

Literatur:

(1) Kassam F et al. Clin Breast Cancer 2009;9(1):29-33.
(2) Schmid P et al. N Engl J Med 2018;379(22):2108-21.
(3) AGO Kommission Mamma; Diagnostik und Therapie von Patientinnen mit primärem und metastasiertem Brustkrebs; Empfehlungen 2019; www.ago-online.de


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