Mittwoch, 3. Juni 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

03. Februar 2020 mHSPC: Zulassungserweiterung für Apalutamid + Androgendeprivationstherapie

Die Europäische Kommission (EC) hat die Zulassungserweiterung von Apalutamid (ERLEADA®) in Kombination mit einer Androgendeprivationstherapie (ADT) für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) erteilt (1).
Anzeige:
Die Erweiterung der Indikation des modernen Androgenrezeptor-Inhibitors von Janssen beruht auf der multizentrischen, randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie TITAN, die beim Amerikanischen Krebskongress 2019 vorgestellt und zeitgleich im New England Journal of Medicine publiziert wurde (2, 3). Apalutamid + ADT verlängerte in der TITAN-Studie, an der ein breites Spektrum an mHSPC-Patienten teilnehmen konnte, im Vergleich zu Placebo + ADT das mediane Gesamtüberleben (OS; dual-primärer Endpunkt) signifikant: Das Risiko zu versterben wurde um 33% reduziert (medianes OS in beiden Armen noch nicht erreicht (NR); HR=0,67; 95%-KI: 0,51-0,89; p=0,005) (3). Die Zweijahres-Überlebensrate betrug nach einem medianen Follow-up von 22,7 Monaten im Verumarm 82,4%, im Placebo-Arm hingegen 73,5% (3).

Signifikante rPFS-Verlängerung unter Apalutamid/ADT vs. ADT

Beim zweiten dual-primären Endpunkt, dem radiographisch progressionsfreien Überleben (rPFS), ergab sich ebenfalls ein signifikanter Vorteil von Apalutamid + ADT gegenüber Placebo + ADT: Das Risiko, einen radiographischen Progress zu erleiden oder zu versterben, war um 52% reduziert (Median NR vs. 22,1 Monate; HR 0,48; 95%-KI: 0,39-0,60; p<0,001) (3). Auch bei einigen weiteren, sekundären bzw. exploratorischen Endpunkten war Apalutamid im Vergleich zu Placebo (je plus ADT) signifikant überlegen (2, 3).

Günstiges Verträglichkeitsprofil

Apalutamid zeigte ein günstiges Verträglichkeitsprofil: Die Nebenwirkungen in TITAN waren meist mild (Grad 1 und 2) und unterschieden sich in den beiden Behandlungsgruppen nicht wesentlich (3). Grad-3/4-Nebenwirkungen ließen sich in beiden Studienarmen nahezu gleich häufig beobachten (42,2% vs. 40,8%) (3). Die häufigsten Grad-≥3-Nebenwirkungen, die unter Apalutamid/ADT öfter auftraten als unter Placebo/ADT, waren meist gut handhabbare Hautausschläge (6,3% vs. 0,6%) (3). Die Rate an Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen lag im Apalutamid-Arm bei 8,0% und im Placebo-Arm bei 5,3% (je plus ADT) (3).

Unmet Need beim mHSPC

Für die Therapie des mHSPC gibt es zwar bereits seit einiger Zeit Optionen, beispielsweise Abirateron + Prednison/Prednisolon (Abirateron/P) in Kombination mit einer ADT – dessen Zulassung gilt jedoch ausschließlich für das neu diagnostizierte mHSPC mit hohem Risiko* (4). Apalutamid ist hingegen für mHSPCPatienten unabhängig von der Vortherapie, dem Progressionsrisiko und der Metastasenlast eine gut wirksame und gut verträgliche Therapiemöglichkeit, d.h. eine Stratifizierung hinsichtlich Diagnosezeitpunkt und Vorliegen von Hochrisiko-Kriterien, wie für den zulassungskonformen Einsatz von Abirateron/P im mHSPC erforderlich, ist für eine zulassungskonforme Anwendung von Apalutamid nicht notwendig (3).

Auch für Docetaxel, das seit November 2019 in Kombination mit einer ADT ebenfalls zur Therapie des mHSPC zugelassen ist, kann es mehrere Hürden geben, die den Einsatz erschweren. Hierzu gehören vor dem Hintergrund des Nebenwirkungsprofils der Chemotherapie unter anderem das oft fortgeschrittene Alter der Prostatakarzinom-Patienten und ein damit einhergehender eingeschränkter Gesundheitszustand. So waren beispielsweise in der CHAARTED-Studie zum Einsatz von Docetaxel/ADT beim mHSPC unter der Chemohormontherapie teils schwere Toxizitäten, etwa Neuropathien und höhergradige febrile Neutropenien, aufgetreten (5).

Eine Option mehr bei nachfolgender mCRPC-Therapie

Zudem sind die anderen für die mHSPC-Therapie zugelassenen Wirkstoffe – im Gegensatz zu Apalutamid − auch im nachfolgenden, metastasierten
kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) zugelassen und können dort grundsätzlich Anwendung finden (4, 6, 7). Daher steht bei Einsatz von Apalutamid im mHSPC noch das gesamte Spektrum an Therapieoptionen im mCRPC zur Verfügung.

Bisheriger Zulassungsstatus von Apalutamid

Die Erstzulassung von Apalutamid erfolgte im Januar 2019 für die Therapie des nicht-metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (nm-CRPC, M0CRPC) mit hohem Metastasierungsrisiko (Verdopplungszeit des Werts des prostataspezifischen Antigens (PSA) ≤10 Monate)) (7).

* Vorliegen von mindestens 2 der 3 folgenden Kriterien: Gleason-Score ≥8, ≥3 Knochenläsionen, ≥1Viszeralmetastase (Definition Hochrisiko gemäß Zulassungsstudie LATITUDE) (8).

Quelle: Janssen

Literatur:

(1) https://www.businesswire.com/news/home/20200129005336/en/. Letzter Zugriff: 29.01.2020.
(2) Chi KN, et al. First Results From TITAN: a Phase 3 Double-Blind, Randomized Study of Apalutamide Versus Placebo in Patients With Metastatic Castration-Sensitive Prostate Cancer Receiving Androgen Deprivation Therapy. J Clin Oncol. 2019, 37(suppl; abstr 5006 & Oral Presentation). ASCO Annual Meeting 2019. Abrufbar unter: https://meetinglibrary.asco.org/record/172902/abstract. Letzter Zugriff: 13.01.2020.
(3) Chi KN, et al. Apalutamide for Metastatic, Castration-Sensitive Prostate Cancer. N Engl J Med. 2019, 381(1): 13-24.
(4) Fachinformation Zytiga®, Stand Februar 2019.
(5) Sweeney CJ, et al. Chemohormonal Therapy in Metastatic Hormone-Sensitive Prostate Cancer. N Engl J Med. 2015, 373(8): 737-46.
(6) Fachinformation Taxotere®, Stand November 2019.
(7) Aktuelle Fachinformation Erleada®.
(8) Fizazi K, et al. Abiraterone plus Prednisone in Metastatic, Castration-Sensitive Prostate Cancer. N Engl J Med. 2017, 377(4): 352-360.


Anzeige:
Fachinformation

Das könnte Sie auch interessieren

Aktionswoche zur Aufklärung über Kopf-Hals-Krebs

Aktionswoche zur Aufklärung über Kopf-Hals-Krebs
© Merck Serono

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, hat heute bekannt gegeben, dass es sich auch in diesem Jahr an der Aktionswoche zu Kopf-Hals-Krebs beteiligt. Diese wird zum vierten Mal von der Europäischen Kopf-Hals-Gesellschaft (engl.: European Head and Neck Society, EHNS) initiiert und findet vom 19. bis 23. September 2016 statt. Im Rahmen der europaweiten Aktivitäten veranstalten mehrere deutsche Kliniken und Kopf-Hals-Zentren Patiententage und bieten...

Hautkrebsreport: Nur jeder Sechste geht zur Früherkennung

Hautkrebsreport: Nur jeder Sechste geht zur Früherkennung
© Alexander Raths / fotolia.com

Hautkrebs ist mit 270.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Bei jeder siebten Erkrankung handelt es sich um ein sogenanntes malignes Melanom, den gefährlichen schwarzen Hautkrebs. Allein in Rheinland-Pfalz waren im Jahr 2017 9.907 gesetzlich Krankenversicherte vom schwarzen Hautkrebs betroffen. Die häufigsten Erkrankungsfälle wurden in Hessen, Niedersachsen und Thüringen registriert. Das zeigt der aktuelle Hautkrebsreport der...

Männer sind Vorsorgemuffel bei Krebsfrüherkennung

Männer sind Vorsorgemuffel bei Krebsfrüherkennung
© deagreez / Fotolia.com

In Deutschland geht nur gut jeder neunte Mann zur Prostatakrebsvorsorge. 4,65 Millionen und zwar 11,7 Prozent aller anspruchsberechtigten Bürger nahmen im Jahr 2014 die kostenlose Früherkennungsuntersuchung wahr, wie die BARMER GEK zum Weltmännertag am 3. November mitteilt. Damit bleiben Männer Präventionsmuffel. Denn im Jahr 2010 absolvierten 11,41 Prozent den Check. „Eine Krebsvorsorgeuntersuchung kann Leben retten. Je früher Krebs erkannt wird, desto...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"mHSPC: Zulassungserweiterung für Apalutamid + Androgendeprivationstherapie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO20 Virtual
  • Immuntherapie mit Pembrolizumab setzt sich bei verschiedenen onkologischen Indikationen weiter durch
  • mSCLC: Patienten profitieren bereits in der Erstlinie von der Ergänzung der Chemotherapie mit Pembrolizumab
  • mRCC-Erstlinientherapie: Kombination Pembrolizumab + Axitinib toppt Sunitinib auch im Langzeitverlauf
  • mRCC: Pembrolizumab + Lenvatinib zeigen vielversprechende Anti-Tumoraktivität nach Versagen einer Checkpoint-Inhibition
  • KEYNOTE-054-Studie: Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verbessert beim Melanom auch im verlängerten Follow-up das RFS
  • MSI-H CRC: Pembrolizumab verdoppelt PFS im Vergleich zur Chemotherapie
  • Rezidiviertes Ovarialkarzinom: Trend zu besserem Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei höherer PD-L1-Expression
  • r/r cHL: Pembrolizumab auf dem Weg zum Therapiestandard nach autoSCT sowie für Patienten, die keine autoSCT erhalten können
  • mCRPC: Pembrolizumab in Kombination mit Enzalutamid nach Enzalutamid-Resistenz wirksam und sicher
  • r/m HNSCC: Erstlinienbehandlung mit Pembrolizumab mono und in Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie verlängert PFS2

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden