Donnerstag, 28. Mai 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

19. März 2020 mHSPC: Indikationserweiterung für Apalutamid schließt Therapielücke

Die große Gruppe der Patienten mit metastasiertem hormonsensitiven Prostatakarzinom (mHSPC) kann seit Januar nun auch oral mit dem gut wirksamen und verträglichen Androgenrezeptor-Inhibitor Apalutamid in Kombination mit einer Androgendeprivationstherapie (ADT) behandelt werden.
In das Krankheitsstadium mHSPC können Patienten mit neu diagnostiziertem, bereits metastasierten Prostatakarzinom fallen, aber auch Patienten, deren Tumor früh erkannt und ggf. auch therapiert wurde und dann metastasiert, aber noch keine Resistenz gegenüber einer vorangegangenen ADT entwickelt habe, somit noch  „hormonsenistiv“ sei, erläuterte Prof. Dr. Christian Gratzke, Freiburg. Für diese vergleichsweise sehr große Patientengruppe war der Therapiebedarf bislang ungedeckt. Die Zulassungserweiterung für Apalutamid + ADT schließt eine Therapielücke und könne angesichts ihrer guten Wirksamkeit und Verträglichkeit ohne vorherige Stratifizierung nach Vorbehandlung oder Risiko eingesetzt werden, erklärte Prof. Dr. Andreas Jan Schrader, Münster.

Zulassungserweiterung durch Phase-III-Studie TITAN

Basis für Zulassungserweiterung waren die Ergebnisse der prospektiven, doppelblinden Phase-III-Studie TITAN, in die ein breites Spektrum von Patienten mit mHSPC, ECOG PS 0-1 mit Fernmetastasen, ≥ 1 Läsion in der Skelettszintigraphie, mit oder ohne viszerale  oder Lymphknotenmetastasen eingeschlossen waren. Die Kombination hatte das Gesamtüberleben (OS, dual-primärer Endpunkt) signifikant gegenüber Plazeco + ADT verlängert, d.h. das Risiko zu versterben um 33% reduziert (Median in beiden Armen noch nicht erreicht (NR); HR=0,67; 95%-KI: 0,51-0,89; p=0,005)) (1). Nach einem medianen Follow-up von 22,7 Monaten lag die Zweijahres-Überlebensrate im Verum-Arm bei 82,4% vs. 73,4% im Placebo-Arm. Auch beim radiologisch progressionsfreien Überleben (rPFS, zweiter dual-primärer Studienendpunkt) war Apalutamid + ADT der Kontrolltherapie statistisch signifikant überlegen: Es reduzierte das Risiko für einen radiographischen Progress oder Tod um 52% (Median NR vs. 22,1 Monate; HR=0,48: 95%-KI 0,39-0,60; p<0,001). Signifikant besser schnitt Apalutramid + ADT auch bei bislang ausgewerteten sekundären Endpunkten ab. So z.B. bei der Zeit bis zum Beginn einer Chemotherapie (median NE vs. NE; HR=0,39; 95%-KI 0,27-0,56; p<0,001) und der Zeit bis zum PSA-Progress (Median NR vs. 12,9 Monate; HR=0,26; 95%-KI 0,21-0,32; p<0,0001) (1, 2).

Gut verträgliches Nebenwirkungsprofil

Angesicht seiner milden Nebenwirkungen sei Apalutamid + ADT beim mHSPC als orale, gut wirksame und gut verträgliche Therapie eine viel versprechende Alternative zu den bereits verfügbaren Therapien. Kommt es laut Schrader doch nicht nur darauf an, dass, sondern wie die Patienten länger überleben.

Ute Ayazpoor

Quelle: Fachpressekonferenz: „ERLEADA®: Neue, gut wirksame und gut verträgliche Therapieoption für ein breites Spektrum von mHSPC-Patienten“, 27.02.2020, Neuss; Veranstalter: Janssen

Literatur:

(1) Chi KN et al., N Engl J Med 2019, 381(1): 13-24.
(2) Chi KN et al., J CLin Oncol 2019, 37(15¬_suppl; abstr 5006 & oral abstract session). ASCO Annual Meeting 2019.


Anzeige:
Fachinformation

Das könnte Sie auch interessieren

Mit neuer Website „psyche-hilft-koerper.de“ finden Krebspatienten schnell und einfach psychoonkologische Hilfe

Mit neuer Website „psyche-hilft-koerper.de“ finden Krebspatienten schnell und einfach psychoonkologische Hilfe
© www.psyche-hilft-koerper.de

Die Website „psyche-hilft-koerper.de“ ermöglicht es, über eine Postleitzahl-Suche Psychoonkologen in der Region, in der man lebt, zu finden. Eine psychoonkologische Betreuung unterstützt Patienten u. a. dabei, ihre Krebserkrankung zu verarbeiten, das seelische Befinden zu verbessern sowie körperliche Ressourcen zu stärken (1). Novartis Oncology hat sich nicht nur der Entwicklung innovativer Arzneimittel verpflichtet, sondern möchte durch Initiativen...

Vorsorgevollmacht: Auch für Jüngere relevant

Vorsorgevollmacht: Auch für Jüngere relevant
©deagreez - stock.adobe.com

„Im Moment mache ich mir große Sorgen. Aus den Medien habe ich erfahren, dass ein schwerer Verlauf der Covid-19-Erkrankung auch jüngere Menschen ohne Vorerkrankungen treffen kann. Schutzmaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschenund Abstandhalten setze ich alle um. Aber wie regele ich meine Angelegenheiten, falls ich doch erkranke und das so schwer, dass ich meinen Willen nicht mehr äußern kann?“ Martin S., Hannover

Berufliche Reha ist mehr als Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell

Berufliche Reha ist mehr als Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell
© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum


Etwa zwei Drittel aller Berufstätigen, die an Krebs erkrankt sind, kehren zurück in das Arbeitsleben. Für viele ist die Motivation hoch, denn wer arbeitet, erobert sich ein Stück Normalität zurück. Doch der Wiedereinstieg sollte behutsam erfolgen und an die individuelle Belastbarkeit der Patientinnen und Patienten angepasst werden. Nach längerer Arbeitsunfähigkeit bieten die Leistungen der beruflichen Rehabilitation ein breites Spektrum, um die...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"mHSPC: Indikationserweiterung für Apalutamid schließt Therapielücke"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden